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Vor Gericht musste sich der Mann verantworten.

Aus dem Gericht

Exhibitionist? „Nur gut belüftete Hose“

Schongau - Schon einmal hat ein 64-Jähriger aus dem Ostallgäu wegen exhibitionistischer Handlungen im Gefängnis gesessen. Nach einem Vorfall in Schongau muss er wieder für fünf Monate in den Knast, weil er rückfällig geworden war.

Laut Anklage vor dem Amtsgericht Weilheim hat der 64-Jährige am 19. Juli im vergangenen Jahr in einem Schongauer Laden sein erigiertes Glied gezeigt und dabei Blickkontakt zu Kundinnen gesucht. Die beiden Verkäuferinnen im Laden fühlten sich dadurch belästigt.

Das bestätigten sie auch in ihren Aussagen vor Gericht. Sie erinnerten sich noch genau an den Vorfall: Ein Mann mit sehr kurzer, für einen Mann untypischer Jeans und einem kleinen Tütchen sei in den Laden gekommen. „Er ist mir sofort aufgefallen, ich habe so etwas schon öfter erlebt“, sagte eine Verkäuferin aus. Sie sei ihm gefolgt und habe beobachtet, wie er zwischen den Regalreihen stand, sein erigiertes Geschlechtsteil habe dabei unten aus der sehr kurzen Hose herausgeschaut. Das kleine Tütchen habe er manchmal davor gehalten, manchmal nicht. Dann habe sie die Polizei verständigt. „Ja, ich habe mich dadurch belästigt gefühlt“, antwortete die Zeugin auf die Frage von Richterin Katrin Krempl.

Als die Polizisten in dem Geschäft ankamen, fanden sie den Mann zwischen den Regalen stehend vor, dieses mal in harmlosem Zustand. Die Kleidung des Mannes beschrieb der Polizist vor Gericht als „modisch gewagt. Die Hose war sehr, sehr kurz.“ Waren habe der Mann keine bei sich gehabt.

Schon acht Mal war der 64-Jährige wegen ähnlicher Handlungen verurteilt worden

Der Angeklagte selbst, der bereits acht Mal wegen exhibitionistischer Handlungen verurteilt worden war, schilderte das Geschehen ganz anders: Er habe eine Hautkrankheit, wegen der er laut ärztlichem Attest in den Achselhöhlen und in der Leistengegend für ausreichend Belüftung sorgen müsse. „Ich wollte eine Zinksalbe kaufen“, deswegen sei er in dem Einkaufsmarkt gewesen, nicht, um Frauen zu belästigen. Genau könne er sich an den Vorfall aber nicht mehr erinnern und es könne durchaus sein, dass er „im Unterbewusstsein“ in den Intimbereich gefasst habe.

Diese Angaben überzeugten die Richterin nicht: Sie verurteilte den 64-Jährigen wegen exhibitionistischer Handlungen zu fünf Monaten Haft und setzte die Strafe nicht zur Bewährung aus. Als er das letzte Mal verurteilt worden war, hatte er als Auflage eine Therapie bekommen, bei der ihm der Therapeut aber „keine Einsicht in die psychische Problematik“ bescheinigte. „Die Therapie hat nichts gebracht, er hat keine Therapiebereitschaft gezeigt“, sagte die Richterin bei der Begründung des Urteils. „Ich denke, eine Freiheitsstrafe ist zwingend erforderlich.“

kh

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