Wer kann helfen?

Gebiss-Drama um Rentnerin

Schongau - Eine Frau aus Schongau verliert auf dem Nachhauseweg ihr Gebiss. Zum Totlachen? Oder zum Mitweinen? Wir sagen: Eher Letzteres. Denn was auf den ersten Blick lustig klingt, ist für die Betroffene tatsächlich eine Tragödie.

Frau Meier (Name von der Redaktion geändert) ist am Mittwochnachmittag zur Schneiderin spaziert. Ihr Nachhauseweg führt sie von der Wilhelm-Köhler-Straße über mehrere kleinere Straßen zur Sonnenstraße, am Bahnhof vorbei zur Perlachstraße. Zu Hause am Eschenweg angekommen, stellt sie fest: Das Gebiss ist weg.

Wie kann das passieren? „Auf dem Nachhauseweg war es mir plötzlich nicht mehr gut.“ Frau Meier entfernt das untere Gebiss. Hält es in der rechten Hand, in der anderen den Stoffbeutel. „Als ich daheim vor der Tür stand, war es plötzlich weg.“ Nur noch der Stoffbeutel ist da.

Trotz großer Suchaktion - von den Zähnen fehlt jede Spur

Völlig panisch sucht die 64-Jährige mit einer Taschenlampe im Dunkeln alles ab, eine freiwillige Helferin begleitet die völlig aufgelöste Frau. Vier Augen sehen mehr als zwei, außerdem tut seelischer Beistand not. Vergeblich. Vom Gebiss fehlt jede Spur. Die zwei Frauen tappen im Dunkeln. Von einer „verbissenen“ Suche möchte an dieser Stelle keiner mehr sprechen. Es regnet in Strömen. „Das Wasser ist richtig gestanden.“ Wurde das Gebiss in den Kanal gespült? Für die Frau aus Schongau der allerschlimmste erdenkliche Super-Gau.

Die ganze Nacht hat sie nicht geschlafen, war am Boden zerstört. Nicht nur, dass ein neues Gebiss ein Vermögen kostet, zu dem die Krankenkasse bei Verlust nichts mehr bezahlt. Jetzt, so kurz vor Weihnachten, sitzt die 64-Jährige auch noch ohne Zähne da. Ein Anruf beim Zahnarzt hat schnell die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: So kurzfristig ist nicht einmal ein Provisorium aufzutreiben. Zumal die Dental-Labore über Weihnachten zu haben.

Über Weihnachten gibt es keinen Ersatz

Besonders schlimm: Am Dienstag fährt die Frau zu ihrer Tochter nach Mitteldeutschland, um dort Weihnachten zu verbringen. Ohne Zähne. Die Nerven liegen blank. „Ich habe den ganzen Tag geweint“, sagt die Dame im SN-Gespräch.

Das schönste Weihnachts-Geschenk, das das Christkind leider so kurzfristig nicht auftreiben kann, wäre es, wenn das verschollene Gebiss wieder auftauchen würde. Gibt es jemanden, der das Gebiss gesehen bzw. gefunden hat? Über Hinweise bei den Schongauer Nachrichten unter Telefon 08861/92130 wäre die völlig verzweifelte Dame aus Schongau mehr als glücklich.

Barbara Schlotterer-Fuchs

Rubriklistenbild: © dpa

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