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Feuerwehr-Profi durch und durch: Franz Wunderer, der nächstes Jahr in Rente geht.

gerätewart franz wunderer hört nächstes jahr auf

Eine Feuerwehr-Ära geht zu Ende

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Schongau - Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So ist es auch im Fall von Franz Wunderer, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum als Gerätewart der Schongauer Feuerwehr feiern kann und eine echte Institution ist. Doch am 31. Januar kommenden Jahres soll für Wunderer, der bereits heute in Altersteilzeit arbeitet, definitiv Schluss sein.

Und weil alles bekanntlich mal ein Ende hat, wurde dieser Tage bereits eine Stellenanzeige in der Heimatzeitung geschaltet, mit der ein Nachfolger für Franz Wunderer gesucht wird. Dass die Schuhe, die seinem Nachfolger dabei passen müssen, groß sind, darüber ist man sich bei der Schongauer Wehr im Klaren. „Bedenkt man, welchen Prüfungen sich eine Feuerwehr heutzutage unterziehen muss, kommt auf seinen Nachfolger eine Menge zu“, weiß Kommandant Werner Berchtold. Und um dies bewerkstelligen zu können, bedarf es einer gewissen Einarbeitungszeit.

„Deshalb muss der neue Mann früh genug da sein, um noch alle erforderlichen Prüfungen absolvieren zu können.“ Schließlich müsse alles sorgfältig dokumentiert werden. Und speziell in Schongau sei der Aufwand bei der Wehr so groß, „dass so etwas ehrenamtlich nicht zu schaffen ist“.

Peitinger interessiert an hauptamtlicher Kraft

Nachbar Peiting bewältigt diese Aufgabe aus wirtschaftlichen Gründen bisher noch mit mehreren 400 Euro-Kräften, doch glaubt Berchtold, „dass dies nicht mehr lange machbar sein wird“. Und: Die Peitinger seien auch durchaus interessiert an einer hauptamtlichen Kraft, doch seien entsprechende Bemühungen bisher fehlgeschlagen.

Geht es nach dem Schongauer Kommandanten, so ist für Berchtold wichtig, „dass der Nachfolger ein aktives Mitglied unserer Wehr ist oder zumindest wird“. Hintergrund ist, dass die Zusammenarbeit dann einfacher sei. Er weiß aber, dass sich bereits einige Aktive aus den eigenen Reihen für die Aufgabe bewerben wollen. „Über eine solche Lösung würde ich mich sehr freuen, weil ein regelmäßiger Austausch mit dem Kommandanten wünschenswert ist.“

Was aber wird alles von einem Gerätewart heutzutage gefordert? Er ist für Wartung, Pflege, Unterhalt und Verwaltung der feuerwehrtechnischen Ausrüstung und der Fahrzeuge verantwortlich, sollte eigenverantwortlich die vorgeschriebenen funktions- und sicherheitstechnischen Prüfungen an Fahrzeugen und Gerätschaften durchführen, Prüfung und Wartung der Atemschutzgeräte beherrschen, bei der Brandschutzerziehung mitarbeiten und bei Pflege und Unterhalt des Gerätehauses einschließlich der Außenflächen mitwirken.

Aber auch ein Mitwirken bei der Erstellung der Haushaltsmittel und Beschaffung von feuerwehrtechnischen Ausrüstungsgegenständen in enger Zusammenarbeit mit dem Kommandanten ist gefragt und eine Teilnahme am aktiven Feuerwehrdienst erstrebenswert.

Dazu ist eine Ausbildung in einem technischen Beruf außerhalb des Baugewerbes erforderlich, eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung wünschenswert. Der Nachweis entsprechender Lehrgänge sowie gute EDV-Kenntnisse in MS Office und MP-Feuer sollten ebenfalls erbracht werden.

Wunderer erinnert sich, wie alles begann

Franz Wunderer, der im vergangenen Jahr seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, wird mit seinem Ausscheiden im kommenden Jahr dafür sorgen, dass eine Ära bei der Schongauer Wehr zu Ende geht. Er selbst sieht seinen Abschied mit „einem weinenden und einem lachenden Auge“ und erinnert sich nochmal daran, wie alles begann. „Damals mussten gerademal drei Sachen – Leitern, Leinen und Sicherheitsgurte – geprüft werden, heute gibt es eine 110 Seiten umfassende Geräteverordnung.

Und er verweist darauf, „dass ich nach meinem Ausscheiden 40 Jahre Feuerwehr hinter mit habe, weil ich auch vor meiner Tätigkeit als Gerätewart bereits zehn Jahre aktiven Dienst geleistet habe“. Als passives Mitglied will er der Wehr aber in jedem Fall erhalten bleiben. „Aktiv aber nicht mehr, weil die Jungen längst im Fahrzeug sitzen, bevor ich die vier Kilometer aus Schongau-West zurückgelegt habe“. Und: „Jetzt sind die Jüngeren dran, ich hatte eine lange, schöne und teils aufregende Zeit.“

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