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Ob der Lehrer ihn drannehmen wird? Bürgermeister Falk Sluyterman mit Grundschul-Leiterin Ulla Heitmeier und den Stadtbauamts-Mitarbeitern Thomas Ola (l.) und sebastian Dietrich in einem der neuen Container, die für drei Jahre genutzt werden sollen.

wegen neubau

Grundschul-Start im Container

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Schongau - Den Schulstart hätten sich die Schongauer Grundschüler sicherlich anders vorgestellt. Bis zum Frühjahr 2019 müssen sie in einem Container-Bau Lesen, Rechnen und Schreiben lernen. Erstes Fazit: Außen pfui, innen dagegen hui.

Im Frühjahr 2019 soll die neue Grundschule in Schongau fertig sein. Bis dahin muss in Sachen Klassenräumen improvisiert werden. Für die Lehrer sowie drei erste, eine dritte und zwei vierte Klassen heißt das: Rechnen und Schreiben in angemieteten Pavillons. Zumindest bezeichnet die Stadt Schongau diese Anlage so. Von außen betrachtet sind es klassische Wohncontainer, die in einigen Orten auch als Flüchtlingsunterkunft dienen. Quadratisch, praktisch, aber auch gut?

Von innen betrachtet erfüllen die Räumlichkeiten ihren Zweck voll und ganz. Die Zimmer sind geräumig, die Luft ist trotz der zuletzt sehr hohen Temperaturen angenehm kühl. Waschbecken, Tische, Stühle, Wandregal und alle anderen Accessoires für einen Schulunterricht sind im Grunde beim Alten geblieben. Eine Firma aus dem Landsberger Raum hatte sich um den Umzug gekümmert. Außerdem gibt es pro Zimmer vier elektrische Heizungen, Toiletten, Lehrerzimmer und – für den Notfall – eine Fluchtreppe.

Einziges Manko für Grundschulleiterin Ursula Heitmeier: „die Garderobe.“ Aus Brandschutzgründen dürfen die Kleiderhaken nicht im Gang fixiert werden, hängen deshalb an der Wand im Klassenzimmer. „Mit den dicken Jacken im Winter bekommen wir da ein Platzproblem“, sagt Heitmeier. Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt Schongau versucht, noch eine Lösung zu finden. Denn Platz für die Garderobe im Gang wäre genug. „Es geht in diesem Falle aber darum, dass Jacken ein Feuerträger sind“, sagt Dietrich. Und die hätten auf einem Fluchtweg nichts zu suchen.

B-Block doch noch nicht abgerissen

Ansonsten aber gibt es an dieser Übergangslösung nicht viel auszusetzen. Das sieht auch Manuela Tausch so, die Leiterin des Clara-Fey Schülerhorts. Auch sie musste mit ihrem achtköpfigen Team in den Pavillon ziehen. Stressige Tage, da die Hortbetreuung bereits Anfang September begann. „Es war nicht leicht, parallel zur Kinderbetreuung den Umzug zu meistern“, sagt Tausch, die sich an dieser Stelle recht herzlich bei Sebastian Dietrich und Hausmeister Wolfgang Fischer für die stets tatkräftige Unterstützung bedanken möchte. Tausch stehen zwei Zimmer im Erdgeschoss zur Verfügung. Mit 46 Kindern, darunter vier mit erhöhtem Pflegebedarf, ist der Hort restlos ausgebucht.

Seit heute Morgen ist auch der restliche Container bestens gefüllt. 400 Grundschüler hat Heitmeier zu verzeichnen. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als sie aus dem Urlaub zurückkam und feststellen musste, dass der Pausenhof die kommenden Wochen und Monate verdammt eng sein wird. „Das der Block B noch steht, war für mich ein Schock.“

Dieses mittlere, einsturzgefährdete Grundschulgebäude hätte in den Sommerferien abgerissen werden sollen, die Fläche den Schülern seit heute als Pausenhof dienen. Laut Dietrich scheiterte der Plan wegen „Problemen bei der Vergabe“. Nächster Abriss-Termin: die Herbstferien.

Ob das den Neubau der Staufer-Grundschule spürbar verzögern wird? Nein. Laut Dietrich sei man trotzdem im Zeit- und Kostenrahmen. Der Container- bzw. Pavillonbau mit insgesamt rund 555 Quadratmeter Nutzfläche ist und bleibt bis Frühjahr 2019 angemietet. Das kostet der Stadt Schongau 870 000 Euro.

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