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Die Böbinger Blaskapelle ist gern auf der Wiesn aktiv. So auch vor drei Jahren.

Umzug des Münchener Oktoberfests

Heimische Trachtler ohne Terrorangst

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Weilheim-Schongau - Der Trachten- und Schützenzug ist einer der Höhepunkte des Münchener Oktoberfestes. Doch während die Bernrieder Trachtler ihre Teilnahme zurückgezogen haben, sind die Gruppen aus dem Schongauer Kreis noch recht entspannt. 

Am Sonntag, 18. September, marschieren acht Gruppen aus dem Landkreis von 10 bis 12 Uhr von der Maximilianstraße bis zum Esperantoplatz an der Theresienwiese. Angemeldet waren auch die Bernrieder Trachtler, doch die zogen ihre Teilnahme wegen der Terror-Angst zurück – statt der geplanten 65 Personen wollten laut Vereinschef Hannes Düker nur drei Trachtler mitmachen (wir berichteten). Bis gestern hatten neben den Bernriedern nur eine Tanz- und Trachtengruppe aus Loshausen/Hessen beim verantwortlichen Festring abgesagt.

Spaß an der Wiesn ungebrochen

Die anderen Vereine aus dem Landkreis Weilheim-Schongau wollen sich die traditionelle Wiesn-Gaudi aber nicht nehmen lassen. Im Schongauer Land bleiben die Trachtler und Musiker der Oktoberfest-Tradition treu, wollen sich nicht verunsichern lassen. „Wir sind hart im Nehmen“, sagt Michael Völk, zweiter Vorsitzender der Schongauer Stadtkapelle. Die Teilnahme am Umzug zurückzuziehen „war bei uns nie ein Thema“. Auch die Schloßbergler-Trachtler sind noch mit von der Partie. Genauso sieht es bei der Trachten- und Knappschaftskapelle und dem Trommlerzug Peiting aus. „Stand jetzt, nehmen wir teil“, sagt Robert Turansky vom Trommlerzug. Zumindest einige Diskussionen hat es bei der Böbinger Blaskapelle gegeben. „Es ist schon immer eine große Freude, beim Wiesnumzug dabei zu sein. Und wenn man einmal Nein sagt, ist man ja für immer und ewig draußen“, so Vorsitzender Franz Hückl. Trotzdem seien einige Bedenken geäußert worden. „Aber wir nehmen teil.“

„Stand jetzt nehmen wir teil“, sagt auch Rainer Heinl, Vorsitzender der Stadtkapelle Weilheim. „Wir sind alle dabei. Wegen der Sicherheit hat keiner abgesagt.“ Die Musiker marschierten zuletzt 2013 mit. Heuer plant der Vorstand mit rund 50 Mitwirkenden. Die jetzige Sicherheitsanlage, gerade nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum, wurde im Verein „kurz angerissen“, sagt Heinl – war dann aber „kein großes Thema“ mehr.

Nirgendwo gibt es absolute Sicherheit

Das war bei Rudi Hochenauer, Vorsitzendem des Peißenberger Knappenvereins, doch etwas anders. Der Verein hält zwar an seiner Teilnahme fest, aber „einzelne wollen nicht mitgehen“, räumt Hochenauer ein. Am Freitag ist bei ihm Meldeschluss für München. Er rechnet mit rund 80 Mitwirkenden, dazu 20 vom Knappenverein aus Burgberg/Allgäu. Musikalisch begleitet werden die Peißenberger von den Knappschaftskapelle Hohenpeißenberg und Peiting – von denen hatte Hochenauer bis gestern nichts gegenteiliges vernommen. Für den Vereinschef ist der München-Auftritt überhaupt keine Frage. „Absolute Sicherheit gibt es nicht“, sagt Hochenauer. Und überhaupt: „Wenn jeder absagt, können wir zusammenpacken.“ Schließlich würde man in München das Brauchtum vertreten. „Wir repräsentieren den Pfaffenwinkel.“ So wie zuletzt 2013.

Im Markt Peißenberg hat Knappenvereinschef Hochenauer überhaupt ganz andere Sorgen: Viele seiner Mitglieder sind älter, oft über 80 Jahre. „Ich habe Sorge, dass sie die sechs oder sieben Kilometer Fußmarsch nicht schaffen.“ Privat wird Hochenauer die Wiesn aber eher nicht besuchen. „Dieses Gedränge da brauche ich nicht.“

Die Teilnehmer

Stadtkapelle Weilheim, Heimat- und Trachtenverein Weilheim, Trommlerzug Peiting, Knappschaftskapellen Hohenpeißenberg und Peiting, Blaskapelle Böbing, Stadtkapelle Schongau und Gebirgstrachtenverein Schloßbergler Schongau.

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