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Kurze Pausen, viel trinken und mittags ein kühner Hechtsprung in den Lech: so übersteht Bauarbeiter Christoph Schmid die Hitze.

Hitzewelle

Heiße Hundstage am Arbeitsplatz: So gehen Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau mit der Hitze um

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Die Hitzewelle rollt und alle stöhnen. Trotz Temperaturen weit über 30 Grad müssen alle Arbeitnehmer schuften. Wir haben uns bei verschiedenen Berufsgruppen umgehört.

Hitze im Landkreis Weilheim-Schongau: Das sagt der Bademeister

Johannes Meier, leitender Bademeister in der „Rigi-Rutsch’n“ in Peißenberg kann mit dieser trockenen Hitze besser umgehen, als mit feuchter. Dennoch gelte es, einige Schutzmaßnahmen zu treffen, sagt er: „Wir schützen uns mit Hüten und Sonnencrème.“ Zudem komme seinen Kollegen und ihm zugute, dass sie sich nach jedem Aufguss, den sie in der Sauna machen, mit dem zehn Grad kalten Wasser aus der Schwallbrause abkühlen. „Das reicht dann wieder für zwei Stunden“, sagt Meier. Zu der allgemeinen Anstrengung, in der Hitze zu arbeiten, kommt bei den Schwimm- und Bademeistern noch, dass an diesen Tagen das Freibad besonders voll ist: „Bei heißem Wetter herrscht Hochbetrieb, man muss viel mehr aufpassen“, sagt Meier.

Hitze im Landkreis Weilheim-Schongau: Das sagt der Meteorologe

Einen heißen Arbeitsplatz hat derzeit auch Wettertechniker Ulrich Richter im Observatorium auf dem Hohen Peißenberg. Denn wenn er morgens in die ehemalige Wetterbeobachtung kommt, wo immer noch sein Schreibtisch steht, ist es dort richtig heiß. „Das Problem bei uns ist, dass es nachts auf dem Berg nicht so richtig abkühlt“, sagt Richter. Weil die heiße Luft nach oben steige, sei es entgegen landläufiger Meinung nachts auf dem Berg wärmer als im Tal. „Am Meer und in der Höhe sind die Schwankungen nicht so groß“, so der Wettertechniker. In der Nacht auf Donnerstag sank die Temperatur auf dem Hohen Peißenberg nur auf 23,1 Grad Celsius, während es im Tal auf rund 16 Grad abkühlte. Tagsüber sei es dann wieder im Tal heißer als auf dem Berg.

Hitze im Landkreis Weilheim-Schongau: Das sagt der Bauarbeiter

„Gerade ist es schon extrem“, sagt Christoph Schmid, der auf der Baustelle am Schulzentrum in Schongau arbeitet. Vor allem, weil es dort kaum Schatten zum unterstellen gibt, sei die Arbeit besonders anstrengend. Ab und zu machen die Bauarbeiter für zehn Minuten Pause. „Da sagt dann auch keiner was. Ohne kurze Pausen wäre es nicht auszuhalten“, so Schmid. Außerdem achtet er darauf, viel zu trinken. „Und mittags geht‘s in den Lech – das ist eine gute Abkühlung“, erzählt Christoph Schmid und lacht. Doch danach wartet wieder die Arbeit in der Hitze auf die Bauarbeiter. „Irgendwann gewöhnt man sich daran. Aber schön ist es nicht.“

Hitze im Landkreis Weilheim-Schongau: Das sagt der Arzt

„In der Praxis merken wir noch nicht, dass die Hitze konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten hat“, sagt der Arzt Martin Kayser aus Schongau. Trotzdem hat er einige Tipps, für den Umgang mit den rekordverdächtigen Temperaturen. Wichtig sei vor allem, viel zu trinken, damit die Niere gut arbeiten kann. Besonders isotonische Getränke und Wasser empfiehlt er.

Viel zu trinken rät der Arzt Martin Kayser.

„Wer unbedingt einen Geschmack braucht, gibt einen Schuss Saft dazu.“ Kleinen Kindern und älteren Menschen falle das viele Trinken dennoch oft schwer. „Mit einer schönen Schnabeltasse oder einer Tasse mit Foto von den Enkeln greifen sie vielleicht lieber zu.“ Da jeder individuell reagiere, lasse sich keine genaue Mengenangabe machen.

Wer wissen will, ob er genug trinkt, sollte darauf achten, dass der Urin hellgelb ist, rät Kayser. Anstrengende Arbeiten sollten möglichst vermieden werden, und wenn nicht unbedingt nötig, sollte man sich der Hitze nicht direkt aussetzen. „Wer bei den derzeitigen Temperaturen körperlich tätig ist, braucht natürlich ein Vielfaches der Menge an Flüssigkeit, die man für einen Bürojob braucht“, sagt er.  

set/es/kh

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