Übernahme von US-Käsehersteller

Hochland kauft US-Frischkäse-Giganten

Schongau/Heimenkirch – Hochland goes USA: Der Käsehersteller mit Hauptsitz in Heimenkirch (Allgäu) und Werk in Schongau hat den US-amerikanischen Frischkäsehersteller Franklin Foods übernommen. Damit soll die Markpräsenz von Hochland-Produkten auf dem US-Markt ausgeweitet werden.

Mit Franklin Foods inc. hat die Firma Hochland sich keinen kleinen Dreikäsehoch einverleibt. Immerhin ist der Frischkäsehersteller die Nummer Drei auf dem amerikanischen Markt und damit durchaus eine weiße-cremige Größe. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Für das Werk in Schongau – an beiden deutschen Standorten arbeiten rund 1700 Menschen – ändert sich durch die Übernahme nichts.

Allerdings gibt es große Pläne bei der Ausrichtung des Unternehmens: „Nach der Gründung seiner Vertriebsfirma Bergland Cheese USA LLC im Jahr 2014 ist dieser Kauf für das Allgäuer Familienunternehmen ein strategischer Schritt, um in diesem intressanten Markt weiter Fuß zu fassen“, so Peter Stahl, Vorstandsvorsitzender der Hochland SE.

Das Gefühl von Bergluft

Konkret bedeutet das: Noch mehr Hochland-Produkte in amerikanischen Kühlregalen. Das beliebte Almette Frischkäse-Fässchen gibt es dort bereits. Allerdings unter anderem Namen: „Almonta“ lässt einem das Gefühl von Bergluft um die Nase wehen.

Bislang wird das Produkt über Export in den USA vertrieben. Das könnte sich durch die Franklin Foods-Übernahme ändern: Die Produktion in den vorhandenen Produktionsstätten in Vermont und Arizona sei theoretisch eine Option, räumt Unternehmens-Sprecherin Petra Berners ein. Dazu müssen allerdings die Zahlen passen. „Bei einem entsprechenden Markterfolg wäre das denkbar.“ Sprich: Essen die Amerikaner genug „Almonta“, könnte der bald aus Vermont oder Arizona und nicht über den großen Teich kommen.

Übrigens: Vor der neuen Macht auf der anderen Seite des Teiches müssen die Mitarbeiter von Franklin Foods sich nicht fürchten. Alle 200 Mitarbeiter an beiden Standorten werden weiter beschäftigt. Der Hauptsitz der Firma bleibt in Florida. Den Umsatz der neuen Tochter beziffert man bei Hochland auf 140 Millionen US-Dollar jährlich. Das Wachstum: seit Jahren dynamisch.

Am Standort Schongau ändert sich zunächst nichts

Das Unternehmen passt damit hervorragend in die Hochland-Gruppe, die bereits seit 2014 mit einer eigenen Firma in den USA vertreten ist. Nach der Gründung der Vertriebsfirma Bergland Cheese USA LLC ist die Franklin-Übernahme der nächste Schritt für eine Expansion auf dem Weltmarkt. Das Experiment Amerika könnte sich für das Allgäuer Unternehmen lohnen. Sind doch die USA der weltweit größte Käsemarkt. Beliebtestes Produkt ist bei den Amerikanern der Frischkäse, der noch mehr zugelegt hat als der Käsemarkt insgesamt. Und: „Hochland strebt ein weiteres Wachstum sowohl für Franklin Foods als auch für sein Produkt-Portfolio aus Europa an“, geht es aus einer Pressemeldung hervor.

Am Standort Schongau wird sich erstmal nichts ändern. Auf SN-Anfrage war zu erfahren, dass eine Erweiterung des Werks auf bereits gekauftem Grund neben dem bestehenden Werk derzeit nicht angedacht ist. 

Rubriklistenbild: © dpadpa

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