Roxy wartet seit sechs Jahren im Schongauer Tierheim auf ein neues Herrchen.

Ein Jahr Steuerfreiheit

Anreiz für Hundehalter schaffen

Schongau - Das Tierheim in Schongau hat im vergangenen Jahr für 85 Hunde einen neuen Besitzer gefunden. Allerdings warten derzeit immer noch 20 Vierbeiner auf ein neues Herrchen oder auch Frauchen. Wie wäre es mit dem Vorschlag, Tierheimhunde ein Jahr steuerfrei zu stellen?

„Das wäre einen Versuch wert“, sagt Elke Keller, Leiterin des Tierheims in Schongau. Sie würde es begrüßen, wenn Hundefreunde, die für eine Entlastung des Tierheims sorgen, ein Jahr lang keine Hundesteuer zahlen müssten. „Das ist möglicherweise ein kleiner Anreiz, einen Hund aus dem Tierheim zu holen“, kann sich die Leiterin gut vorstellen.

Vielleicht bekommt dann auch Roxy endlich einen neuen Platz. Die Mischlingshündin ist vor sechs Jahren im Schongauer Tierheim abgegeben worden. Inzwischen ist Roxy rund zehn Jahre alt und wartet immer noch auf ein liebes Herrchen, das sich mit ihm anfreunden kann.

Positives Beispiel aus Dachau

Ein positives Beispiel, wie man ein Tierheim entlasten kann, gibt es bereits aus dem Landkreis Dachau. Dort hat die Gemeinde Vierkirchen beschlossen, dass die Haltung von Hunden aus dem Dachauer Tierheim ein Jahr steuerfrei ist. So will die Gemeinde das Tierheim unterstützen – zusätzlich zur Fundtierpauschale von 1,50 Euro, teilte der Vierkirchener Bürgermeister Harald Dirlenbach mit. Der Beschluss, Tierheimhunde ein Jahr steuerfrei zu stellen, sei in Vierkirchen einstimmig gefallen.

Wie ist die Hundesteuer bei der Stadt Schongau geregelt? Dort zahlen Hundebesitzer für den ersten Hund 65 Euro pro Jahr. Ein Jahr Steuerfreiheit für Hunde aus dem Tierheim? Die gibt es nicht. „Das war bei uns bisher auch kein Thema“, erklärt Heide Strommer, die im Schongauer Rathaus für die Hundesteuer zuständig ist.

In Peiting sind laut Marktkämmerer Christian Hollrieder rund 400 Hunde gemeldet, was jährliche Einnahmen von rund 30 000 Euro beschert. Vor rund einem Jahr sei das Thema Hundesteuer im Marktrat schon einmal eingehend debattiert worden. Allerdings stand damals mehr das Thema Kampfhund im Mittelpunkt. Auf den Vorschlag, Hunde aus dem Tierheim für ein Jahr steuerfrei zu stellen, ist damals gar nicht näher eingegangen worden.

Eine Ermäßigung bei der Steuer gibt es in Peiting allerdings für Hunde in Einöden und Weilern sowie für Jagdhunde (von Förstern), für die nur der halbe Steuersatz verlangt wird. BRK-Hunde und Blindenhunde sind grundsätzlich steuerfrei. „So steht es in der Mustersatzung“, sagt der Peitinger Kämmerer Christian Hollrieder.

Für Pflegehunde wurde früher keine Steure verlangt

Früher, so erinnert sich die Schongauer Tierheimleiterin Elke Keller, sei auch für sogenannte Pflegehunde, die für eine gewisse Zeit an einen sicheren Platz gegeben wurden, keine Steuer verlangt worden. Doch das gebe es inzwischen nicht mehr, bedauert Elke Keller.

Und wie wäre es, wenn das Tierheim für ein Jahr die Hundesteuer übernimmt? „Das geht nicht, wir haben schon genug Kosten zu tragen“, stellt die Tierheimleiterin im Gespräch mit der Heimatzeitung klar.

Wie Elke Keller hofft auch die Vorsitzende des Tierschutzvereins Weilheim-Schongau, Janine Weigelt, dass das Thema Steuerfreiheit für Hunde aus dem Tierheim in den Kommunalparlamenten auf die Tagesordnung kommt und dies dann ein Anreiz ist, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen.

Michael Gretschmann

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