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Die Stadt informiert ihre Bürger über diese Bekanntmachung, dass das Rathaus zu ist 

Gut gerüstet

Rathaus Schongau: So läuft es in Corona-Zeiten

Wie auch in anderen Verwaltungen, kann wegen Corona in der Stadt Schongau nur eingeschränkt gearbeitet werden, Sonderregelungen wurden aufgestellt.

Schongau– In der Abteilungsleiterkonferenz am Dienstag hieß es, 1,5 Meter Abstand halten, „immer ein Stuhl bleibt frei“, berichtet Bürgermeister Falk Sluyterman.

Das Rathaus ist für den Publikumsverkehr geschlossen. In den einzelnen Abteilungen wird in kleiner Besetzung gearbeitet, „aber ein Ansprechpartner ist in jedem Fall da“, so Sluyterman. Für die Bürger gilt daher die Hauptnummer der Stadt als Servicenummer. Die 08861/214-0 ist zu Öffnungszeiten des Rathauses besetzt. Dort kann man sein Anliegen oder Problem schildern, und es wird entschieden, wie damit weiterverfahren wird – je nach Dringlichkeit.

Wer etwa einen neuen Pass beantragen muss und nicht zu lange darauf warten kann, bekommt dann einen Einzeltermin mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter wie Bürger. „Man muss auch klären, ob eine persönliche Begegnung überhaupt notwendig ist“, so Sluyterman. Manche Dinge können ja vielleicht auch noch etwas aufgeschoben und nach und nach abgearbeitet werden.

9300 Briefwahlunterlagen müssen verteilt werden

Jetzt gilt es erst einmal, 9300 Briefwahlunterlagen einzutüten und zu verteilen, so Sluyterman. Darum kümmert sich Geschäftsleiterin Bettina Schade, die auch Wahlleiterin ist. „Alle Unterlagen sind bestellt“, so Schade, die anfänglich überrascht gewesen sei über das neue Prozedere. Reine Briefwahl, keine Urnenwahl, heißt es. Und die Bürger müssen sich um nichts mehr kümmern. Ganz automatisch bekommt jeder Wahlberechtigte seine Unterlagen in den Briefkasten, „frei Haus“, so Schade.

Einen Wahlschein muss man nicht beantragen. Bis alles verteilt ist, kann dies aber bis Mittwoch dauern, schätzt sie. Wer die Unterlagen spät erhält und sicher gehen möchte, dass sie rechtzeitig zurück sind, solle die Unterlagen direkt in den Rathausbriefkasten werfen, so Schade, links vom Eingang.

Alle städtischen Angestellten und Mitarbeiter müssen helfen

Das Verteilen der Unterlagen übernehmen alle städtischen Mitarbeiter und Angestellten, „da muss jeder ran“, so Sluyterman. Was dem Rathauschef wichtig ist: „Wir sind arbeitsfähig, haben einen Krisenstab.“ Er selbst sei mit dabei. Die erste Sitzung am Dienstagabend, eine nichtöffentliche Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung, war vorsorglich abgesagt worden, die Sitzung des Stadtrates am Dienstag, 24. März, wird „mit großer Wahrscheinlichkeit“ ebenso abgesagt.

Ganz raus ist noch nicht, wie es weitergeht, aber was die Stadt Schongau anbelangt, seien viele Themen gerade hinfällig. Die Mittelschule Schongau wäre das Hauptthema der nächsten Stadtratssitzung, da könne man derzeit nichts absehen. Wenn aber dringende Entscheidungen notwendig sind, kann Sluyterman dies über eine „dringliche Anordnung“ tun und den Stadtrat später darüber informieren. Um den Informationsfluss zu gewährleisten, will der Bürgermeister in der kommenden Woche aber die Fraktionsvorsitzenden einladen und stellvertretend mit ihnen sprechen.

Und wie sieht es mit den anstehenden Haushaltsberatungen aus? Zwar sollte die Grundsatzentscheidung Mittelschule noch der alte Stadtrat fällen, aber den Haushalt das neue Gremium aufstellen. Weil die derzeit laufenden Projekte alle beschlossen sind, sei etwa eine Vergabe beim Feuerwehrhaus kein Problem.

„Wir fühlen uns ein Stückweit im Stich gelassen“ 

Fraglich sei eher, ob die Regierung nicht Zeitschienen von Bezuschussungen, wie bei der Mittelschule die Fassadensanierung, ändern müsse. Hierzu sei man mit der Förderstelle in Kontakt. Der Haushalt sei aber ordentlich vorbereitet, eine Projektliste erstellt. Nach derzeitigem Stand soll dieser dann im Mai beschlossen werden.

Gehandelt hatte die Stadt außerdem, was alle Freizeiteinrichtungen anbelangt: Von der Lechsporthalle über Bikepark bis hin zu den Bolzplätzen und auch den Spielplätzen – bis Sonntag, 19. April, ist erst einmal alles gesperrt oder die Nutzung untersagt. Durch die Allgemeinverfügung der Regierung sei nun vieles geklärt. „Aber wir fühlen uns ein Stückweit im Stich gelassen“, so Sluyterman. Die Hotline des Landratsamtes sei schwer erreichbar. Informationen brauche man auch vom Städte- und Gemeindetag. „Insgesamt war es kein so rundes Bild, weil wir vieles zeitversetzt entschieden haben.“

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