Entscheidung im Stadtrat

Kindergarten-Gebühren fünf Prozent rauf

Schongau - Die Stadt Schongau erhöht die Kindergarten-Gebühren ab September um fünf Prozent. Viele Stadträte wollten sogar noch mehr an der Schraube drehen.

Die Streiks der Erzieherinnen aus dem Vorjahr sind vielen Eltern noch gut im Gedächtnis. Letztlich gab es eine saftige Tariferhöhung und Höhergruppierungen für die Beschäftigten, die jetzt auf die Kommunen durchschlägt. Allein fünf Prozent machen diese Mehrkosten für die Stadt Schongau und ihre drei Kindergärten Regenbogen, Luftballon und Kunterbunt aus.

Die bei der Stadt zuständige Mitarbeiterin Rita Weckbecker hat mehrere Varianten ausgerechnet, wie eine Erhöhung zu Buche schlagen würde – mit fünf, acht und zehn Prozent mehr. Demnach würde sich die Regelgebühr für Eltern, die ihr Kind täglich vier Stunden in den Kindergarten schicken, von monatlich 76 auf dann 80, 82 oder 84 Euro erhöhen. Bei den Krippen wäre es eine Steigerung von monatlich 152 auf dann 160, 164 oder 167 Euro – zuzüglich jeweils den vier Euro, die seit eineinhalb Jahren als Spiel- und Kopiergeld extra eingesammelt wird.

Acht Prozent war zu hoch

Die Stadt selbst hätte gerne eine Erhöhung um acht Prozent gehabt, doch das stieß auf Widerstand. „Das wäre uns zu hoch, fünf Prozent sind in Ordnung“, sagte Nina Konstantin (ALS). Ihr Fraktionskollege Gregor Schuppe erinnerte daran, dass die Spielgeld-Einführung auch schon eine Erhöhung gewesen sei und das staatliche Kindergeld die vergangenen Jahre nur unmerklich erhöht wurde. „Niedrige Gebühren sind attraktiv, das ist auch ein Argument bei der Wohnungssuche“, warb Schuppe.

Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) betonte, man wäre trotzdem noch günstiger als andere Kommunen. Eine fünfprozentige Erhöhung der Gebühren gleiche ja nur die Mehrausgaben aus, eigentlich sei eine größere Erhöhung nötig angesichts der Deckungskosten – die betragen bei den städtischen Einrichtungen nur zwischen 14 und 20 Prozent, das Defizit der drei Kindergärten belief sich im Jahr 2014 auf rund 385 000 Euro.

Doch auf die Frage von Barbara Karg (SPD), wie viele Eltern die Gebühren schon jetzt nicht aufbringen können und finanzielle Hilfe durch den Landkreis brauchen, musste Weckbecker zugeben, dass die Zahl steige. Ihr Parteikollege Friedrich Zeller wiederum könnte sich acht Prozent mehr vorstellen, „auch wenn es bitter für die Eltern ist. Aber sonst kommen wir im Haushalt auf keinen grünen Zweig“. Völlig anders sah das wierderum die CSU: Die wirft der Stadt vor, ihre Hausaufgaben bei dem Thema nicht gemacht zu haben: „Es gibt hohen Sanierungsbedarf, Notgruppen – da können wir nicht die Gebühren erhöhen.“ Das traf bei Sluyterman auf völliges Unverständnis. Stephan Hild (UWV) meinte ebenfalls, um acht Prozent Erhöhung komme man nicht herum.

Auch in Peiting wurden die Gebühren erhöht

Bei dieser unübersichtlichen Gemengelage fiel die Abstimmung für die von der Stadt gewünschte achtprozentige Erhöhung mit 8:13 Stimmen durch, die fünf Prozent wurden danach deutlich mit 15:6 akzeptiert.

Boris Forstner

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pulverdampf und Kanonendonner
Zum Abschluss des 13. Schwäbischen Böllerschützentreffen zogen mehr als 100 Festgruppen durch Lechbruck. Höhepunkt des Jubiläumswochenendes war das gemeinsame …
Pulverdampf und Kanonendonner
Defensiv-Quartett der Mammuts verlängert
Defensiv-Quartett der Mammuts verlängert
Leon Gavanas: Der Peitinger mit dem Hammer kämpft bei WM
Leon Gavanas war Boxer. Dann gingen ihm die Gegner aus. Er wechselte zum Kickboxen – und steht nun kurz vor dem Weltmeister-Titel.
Leon Gavanas: Der Peitinger mit dem Hammer kämpft bei WM
Geräte im Wert von 15000 Euro gestohlen
Die Diebe, die am Wochenende in einen Laden für Landmaschinen in Steingaden eingebrochen sind, waren vermutlich Profis. 
Geräte im Wert von 15000 Euro gestohlen

Kommentare