Aus dem Gericht

Klage wegen ein paar Scheite Holz

Schongau – Ein Grillabend im August letzten Jahres hat für einen 30-jährigen Schongauer ein teures Nachspiel. Vor dem Weilheimer Amtsgericht musste er sich wegen Holzdiebstahls verantworten. Die Sache ging unerwartet aus.

Der junge Mann hatte Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, da er sich keiner Schuld bewusst sah. Das Verfahren wurde zwar letztendlich wegen Geringfügigkeit eingestellt, bezahlen muss der Schongauer aber dennoch.

Der Nachbar des Angeklagten hat ein Holzdepot. Es war nie direkt abgesprochen, dass der Beschuldigte sich ab und zu gegen Bezahlung etwas Holz nehmen durfte. „Eine konkrete Erlaubnis erhielt ich nicht, aber das klappte immer ganz gut. Ich wollte mich nie bereichern und habe immer anschließend bezahlt“, erklärte der Schongauer vor Gericht. Dann zerstritten sich die Nachbarn aber Anfang letzten Jahres wegen einer vollkommen anderen Sache und das Verhältnis wurde eher frostig.

Der Angeklagte war sich sicher, dass sein Nachbar ihm einen Denkzettel verpassen wollte mit dieser Anzeige. Nur zwei armvoll Holz hatte er in der Augustnacht für sein Grillfeuer mitgenommen. Am nächsten Tag wollte er dann wie üblich bezahlen oder auch die entsprechende Holzmenge zurückgeben. So stapelte der Beschuldigte sogar die doppelte Menge Holz vor der Tür seines Nachbarn. Aber dieser verweigerte die Annahme und erstellte Strafanzeige wegen Diebstahls. Darin behauptete er, dass rund ein halber Kubikmeter Holz im Wert von 50 Euro entwendet wurde. „Das ist unmöglich, die Menge hätte ich in der Nacht gar nicht wegschaffen können“, stellte der Beschuldigte fest.

Auch die Freundin des Angeklagten behauptete überzeugend, dass nur ein paar Scheite Holz für das Grillfeuer verwendet wurden. Die Einstellung eines Verfahrens nach Paragraph 153a ist mit einer Geldauflage verbunden. So betraf es auch den Schongauer. 200 Euro muss er nun innerhalb eines Monats an die Staatskasse zahlen.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © dpa

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