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Plädierte für eine Doppelmitgliedschaft: Weilheims Feuerwehrkommandant Wolfgang Bischl (hinten stehend).

kommandantendienstversammlung

Niklas, G7-Gipfel und 3000 E-Mails

Schongau - Auf zahlreiche Einsätze und Sonderschichten wegen des G7-Gipfels blickte Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta bei der diesjährigen Kommandantendienstversammlung im Feuerwehrhaus Schongau zurück. Konrad Bischel warb für Doppelmitgliedschaften.

„Eine gute Feuerwehr ist wichtig. Aber am liebsten ist sie mir, wenn sie zu keinem Einsatz ausrücken muss“, meinte Schongaus zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer. Im Namen der Stadt richtete er ein herzliches Dankeschön an alle Aktiven der Feuerwehr aus. Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta gab anschließend einen Überblick über die Einsätze und Aktivitäten des letzten Jahres, die er mit teilweise dramatischen Fotos untermauerte.

Da durfte selbst der Wundbrand am eigenen Unterschenkel nicht fehlen, der Sobotta Anfang des Jahres zu einer Pause zwang. Zahlreiche schwere Verkehrsunfälle quer über den Landkreis verteilt, ein Waldbrand bei Schwabniederhofen, verschiedene Großbrände sowie technische Hilfeleistungen, wie zum Beispiel beim Ausfall der Wasserversorgung Seeshaupt, führten im vergangenen Jahr zu insgesamt 43 136 geleisteten Einsatzstunden für die Feuerwehren im Landkreis.

Nicht zu vergessen der Dienst am Schreibtisch. Vom 10. Juni 2015 bis zum 4. April 2016 habe er selbst 2155 E-Mails bearbeitet. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das rund 3000. „Bei durchschnittlich drei Minuten Bearbeitungszeit pro E-Mail ergeben sich 9000 Minuten, das entspricht 150 Stunden, die ich nur für E-Mails aufgewendet habe“, veranschaulichte Sobotta die Zeit, die sich selbst bei so als schnell und geringfügig angesehenen Kommunikationsmitteln ansammelt.

Der Kassenbericht, den ebenfalls Sobotta vortrug, da Kassier Uli Weiß verhindert war, ergab einen Kassenstand von 34 228,80 Euro zum 31. Dezember 2015. Der Mannschaftsstand der Feuerwehren lag zum 1. Januar 2016 bei 3204, davon 313 Jugendliche. „Der Mannschaftsstand ist im vergangenen Jahr nicht weniger geworden. Ein Beweis, dass die Werbeaktionen fruchten“, so Sobotta. Zudem habe man mit der Firma Fahnen Kössinger ein neues Fördermitglied gewonnen, das die Jahresbeiträge in Form von Warenlieferungen wie Tischbanner oder Ehrengaben ableiste.

Rüdiger Sobotta ist Kreisbrandrat in Weilheim-Schongau.

Auch die kollegiale Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdiensten und Polizei hat im letzten Jahr wieder bestens geklappt, wie stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Schongau, Manfred Meier, Stellvertretender Leiter der ILS Oberland, Christoph Fischer, und BRK-Bereitschaftsleiter Alfred Schuster in ihren Grußworten betonten. „Der G7-Gipfel hat uns ein Stück mehr zusammengeschweißt und auch der ereignisreichste Tag in der Geschichte der Leitstelle beim Orkan Niklas ist hervorragend gelaufen“, führte Christoph Fischer aus.

Das Problem mit der Tagesverfügbarkeit der freiwilligen Feuerwehrleute griff Konrad Bischel, Feuerwehr-Kommandant Weilheim, unter „Wünsche und Anträge“ auf. Aufgrund außerörtlicher Arbeitsstellen seien viele Freiwillige tagsüber nicht vor Ort. Bischel regte deshalb „Doppelmitgliedschaften“ zum Beispiel bei der Feuerwehr am Arbeitsort oder im Nachbarort an. Ein weiteres Problem war Personalmangel und Lagerung der Ausrüstung zum Stichwort Dekontamination, ein Thema, für das künftig eine Landkreis-Lösung gefunden werden müsse.

Kreisbrandmeister Thomas Luttner-Rohm wies auf Display-Fehler bei neuen Funkgeräten hin. Die Schäden fallen unter Gewährleistung und sollten schnellstmöglich gemeldet werden. Das Update der Funkgeräte mit zusätzlichen Funktionen sei noch am laufen, auch diesbezüglich bat er um Fehlerrückmeldungen, damit die Einstellungen geändert werden können. Und natürlich stehen auch in diesem Jahr mehrere Gemeinschaftsaktivitäten auf dem Programm. Dazu gehört auch die Feier zum 150. Jubiläum der Schongauer Feuerwehr mit verschiedenen Veranstaltungen vom 10. bis 12. Juni.

Ursula Fröhlich

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