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Stefan Lisch (Digitalisierungsbeauftragter), Bürgermeister Falk Sluyterman und Geschäftsleiterin Bettina Schade stellten die neue Homepage der Stadt vor.

„Schwere Geburt“

Nach jahrelangen Verzögerungen: Stadt Schongau stellt neue Homepage und App vor

  • Christoph Peters
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Darauf hat man lange gewartet: Seit Dienstagnachmittag präsentiert sich die Internetseite der Stadt Schongau in neuem Gewand. Nicht nur die Optik wurde auf einen zeitgemäßen Stand gebracht, die neue Homepage bietet auch mehr Informationen und eine übersichtlichere Bedienung. Interessant sind die Funktionen der zugehörigen App.

Schongau – Die Stadt Schongau wirbt gern damit, dass ihre Besucher sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben können. Die Altstadt mit ihrer umlaufenden Stadtmauer, sie ist ohne Zweifel ein Juwel. Doch auch an anderer Stelle bot die Stadt bislang Historisches – allerdings im weniger positivem Sinn. Die Schongauer Homepage mutete an, wie aus der Zeit gefallen zu sein. Nicht nur die Optik erinnerte an die Anfänge des Internetzeitalters. Wer Informationen suchte, verzweifelte an der unübersichtlichen Struktur. Doch nun hat das Leiden endlich ein Ende: Seit Dienstag ist die neue Homepage der Stadt online.

Langer Weg bis zur neuen Homepage

Bis dahin freilich war es ein weiter Weg gewesen. „Es war eine schwierige Geburt“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman bei der Presse-Vorstellung am Nachmittag. Schon bei seinem Dienstantritt vor fünf Jahren hatte es Überlegungen für eine Überarbeitung gegeben – schließlich hatte die Seite bereits damals stolze sieben Jahre auf dem Buckel. Doch mit den Wechseln auf der Stelle des Wirtschaftsförderers gingen die Jahre ins Land, ohne dass das Projekt richtig Fahrt aufnahm. Erst Ende 2017 beauftragte der Stadtrat die Firma Hitcom mit der Neugestaltung. Seit dem Ausscheiden der letzten Standortförderin Meike Petro im Frühjahr übernahmen Geschäftsleiterin Bettina Schade und der Digitalisierungsbeauftragte der Stadt, Stefan Lisch, die Federführung des Projekts. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte der Bürgermeister.

Schade und Lisch war es auch vorbehalten, die neue digitale Anlaufstelle der Stadt im Detail vorzustellen. Sofort ins Auge fällt das neue Design. Große Bilder vermitteln Besuchern einen ersten Eindruck der Stadt. Das neue Logo ziert die obere rechte Ecke. Viel Wert habe man auf die Barrierefreiheit gelegt, erklärt Schade. Das beginnt bei der Größe der Schrift und geht bis zu den Inhalten, die in leicht verständlicher Sprache verfasst sind. Dank moderner Technik passt sich die Seite an das genutzte Endgerät an, was etwa auf Smartphones den Lese- und Bedienkomfort erhöht.

Suchfunktion liefert bessere Ergebnisse

Apropos Bedienung: Die ist dank aufgeräumter Menüstrukturen deutlich leichter als zuvor, auch die Suchfunktion wurde gründlich überarbeitet. „Unser Ziel war es, dass die Nutzer schnell an die gewünschte Information kommen“, sagt Schade. Das funktioniert erstaunlich gut. Wer über den Punkt „Was erledige ich wo?“ etwa nach Hilfe zum Thema Hundesteuer sucht, bekommt nicht nur alle nötigen Informationen und den Ansprechpartner im Rathaus geliefert, sondern kann gleich das Anmeldeformular ausfüllen. Nur schicken müsse man es aktuell noch per Post, so Lisch.

So sieht die neue Homepage der Stadt aus.

Auch hilfreich: Über den „Ich find nix“-Knopf könne unkompliziert gemeldet werden, wenn ein Suchbegriff nicht zum Erfolg führe, so Lisch. „Wir können dann darauf reagieren und die Informationen nachliefern.“

Überhaupt ist die Aktualität oberstes Ziel. Damit das funktioniert, können Vereine, Geschäftsleute und Gastronomen künftig dank eigenem Zugang unkompliziert selbst ihre Daten pflegen. Gleiches gelte auch für die einzelnen Abteilungen der Stadt, so Lisch.

Ein besonderer Clou ist der neue interaktive Stadtplan. Per Mausklick können dort etwa die Standorte von Schulen, Kindergärten oder Behörden, aber auch Informationen zu Parkmöglichkeiten eingeblendet werden. Bald sollen sich auch alle Bebauungspläne der Stadt auf diese Weise abrufen lassen.

Überhaupt ist der Informationsgehalt der Webseite deutlich gestiegen. Alle Einrichtungen der Stadt von den Spielplätzen bis zum Wohnmobilplatz sind detailreich aufgelistet. Die große Datenfülle sei auch mit ein Grund gewesen, warum von der Beauftragung bis zur Veröffentlichung der neuen Internetseite fast zwei Jahre vergangen seien, sagte Sluyterman.

Push-Nachrichten in der App 

Begleitend zur Homepage hat Hitcom auch eine spezielle App für Smartphones entworfen, die ab sofort für Apple- und Android-Geräte zum kostenlosen Download steht. Sie bringt über die optimierte Darstellung der Homepage hinaus zwei pfiffige Funktionen mit sich. So lassen sich über den „Schadensmelder“-Button etwa defekte Laternen oder sonstige Missstände direkt melden – analog zum Ideen- und Beschwerdemanagement, das der Bürgermeister vor fünf Jahren eingeführt hatte und über das laut ihm bislang rund 2500 Anregungen eingegangen sind. Per App kann die Stadt zudem Push-Nachrichten versenden. Damit ließen sich Bürger beispielsweise schnell über Baustellen und Umleitungen informieren, so Schade.

22 000 Euro hat sich die Stadt die neue Internetseite kosten lassen. 4000 Euro kostet der jährliche Unterhalt durch die beauftragte Firma. Weitere Funktionen sind geplant. Bis zum Jahresende sollen über ein Ratsinformationssystem Unterlagen zu Stadtrats- und Ausschusssitzungen für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Das sagen die Stadträte:

Als „runde Sache“ und „sieht gut aus“ wurde die neue Homepage der Stadt Schongau seitens der Stadträte in der abendlichen Sitzung gelobt. „Ich war schon neugierig und habe viel Positives gefunden“, war CSU-Sprecherin Kornelia Funke eine der ersten, die in der Stadtratssitzung nach der Vorstellung der neuen Homepage das Wort ergriff. Sie habe auch bereits einige Überlegungen, die sie weitergeben werde. Besonders gut fand sie, dass Vereine und Veranstalter nun Termine eingeben können. Dazu Geschäftsleiterin Bettina Schade: „So passiert es hoffentlich nicht mehr, dass eine Veranstaltung vergessen wird.“ 

Auch Bettina Buresch (ALS) zeigte sich erfreut, dass nach so langer Zeit die neue Homepage veröffentlich ist und hinterfragte, ob auch die aktuellen Busfahrpläne eingearbeitet seien. Sie halte dies noch für wichtiger als eine Info über den Standort der Parkplätze. Stadtbus oder auch Liniennetzplan Ammerlechland können heruntergeladen werden, aber wenn etwa Busse des RVO ausfallen, damit habe die Stadt Schongau nichts zu tun, so der Hinweis von Friedrich Zeller (SPD). 

Marianne Porsche-Rohrer (CSU) hinterfragte, ob die neue Homepage auch Informationen bezüglich der Barrierefreiheit von Gebäuden beinhalte. „Alle Infos zur Barrierefreiheit, die zu bekommen waren, sind eingearbeitet, alles andere wird nachgeliefert“, versprach Schade.

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