Drei Einfahrten sieht die Planungsvariante vor, nach der der neue Parkplatz entstehen soll.

bauausschuss schongau

69 neue Parkplätze am Buchenweg

Schongau - Die Projekt-Welle rollt in Schongau: Fußgängerzone und Bike-Park sind im Bau, jetzt sollen zusätzlich 69 Parkplätze an der Ecke Buchenweg/Bahnhofstraße gebaut werden – und zwar noch dieses Jahr.

Normalerweise läuft es bei Sitzungen, auf denen die Stadt neue Projekte mit mehreren Varianten vorstellt, folgendermaßen: Der Planer legt seine Entwürfe dar, die Stadt teilt vorher oder nachher mit, was ihre Lieblingsvariante ist, dann diskutieren die Stadträte – und folgen dem Vorschlag der Stadtverwaltung oder auch nicht. Bei der Planung für den Parkplatz am Buchenweg lief es im Bauausschuss einmal andersherum: Die Stadträte durften zuerst ihre Lieblings-Varianten bestimmen. Mit dem Ergebnis der Debatte war Stadtbaumeister Ulrich Knecht hochzufrieden: „Das ist wunderbar, denn wir haben uns für die selbe Variante ausgesprochen.“

Die sieht 69 Parkplätze vor, wie Planer Martin Hofmann aus Irsee vorstellte. Die Höhenlage dort sei interessant, das Gelände liege nämlich um einiges tiefer als die Umgebung – „da werden wir einige Kubikmeter Auffüllmaterial brauchen“, so Hofmann. Auch die Zufahrt auf die Bahnhofstraße sei derzeit relativ eng, aber wegen geringer Frequenz nicht so bedeutsam.

Brachfläche: Auf diesem Areal sollen die Parkplätze entstehen.

Der Eingriff in die Straße ist ein wichtiger Punkt, verteuert er doch die Kosten enorm. Das wäre bei Variante drei notwendig, die zwei Einfahrten in den Parkplatz vorsah, ebenfalls 69 Parkplätze aufweist, aber auch „mehrere kritische Sackgassen“, wie Martin Schwarz (SPD) bemängelte. Die würde 362 000 Euro kosten. Variante zwei hat nur eine Einfahrt, dort könnte man quasi im Kreis um die Parkplätze herumfahren. Auch Fahrzeuge, die sich bei der Ausfahrt in die Bahnhofstraße stauen, würden die mittige Ausfahrt nicht blockieren. Nachteil: Der Versiegelungsfaktor wäre mit 79 Prozent am höchsten, außerdem würden nur 64 Parkplätze herausspringen, die Kosten wären wegen des Umbaus des Buchenwegs mit 392 000 Euro am höchsten. Selbst ohne Eingriff in die Straße, was, wie Planer Hofmann erst in der Sitzung bemerkte, auch machbar wäre, würde diese Variante immer noch teurer sein.

Und damit mehr als die 318 000 Euro bei Variante eins, für die sich alle Beteiligten aussprachen. Drei Einfahrten, keine Sackgassen, man kann rundum fahren, auch für Bäume und Hecken ist genug Platz – diese Vorzüge überzeugten alle. „Das ist die beste Lösung, man muss nicht rückwärts fahren, und von den Kosten kommt sie uns auch noch entgegen“, sagte Stephan Hild (UWV). Schwarz missfiel bei Variante zwei die einzige Einfahrt, und auch Paul Huber (CSU) setzte auf Variante eins. Er gab aber zu bedenken, dass die letzte Ausfahrt sehr nah an der Einfahrt zur Bahnhofstraße liege und es sich dort stauen könnte. „Aber das bekommt man nicht anders hin.“

Eingriffe in die Straße möglichst vermeiden

Eine Verbreiterung des Buchenwegs sei machbar, aber Knecht will Eingriffe in die Straße möglichst vermeiden – auch, weil sie noch völlig intakt ist. Auch die Regierung von Oberbayern, die die Maßnahme als Teil der Altstadt-Anbindung mit Verlagerung von Parkplätzen aus der Altstadt sieht, plädiert für Variante eins und will das Projekt mit 60 Prozent fördern. Jetzt hat die Stadt nur ein klitzekleines Problem: Sie hat nur 242 000 Euro im Haushalt eingeplant. Das war die Kostenschätzung der ursprünglichen Planung von 2011. Die sah noch 50 statt 69 Parkplätze vor, außerdem gab es seitdem eine allgemeine Preissteigerung von mehr als zehn Prozent. Deshalb muss der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen noch die überplanmäßigen Ausgaben von rund 75 000 Euro genehmigen. Ansonsten fiel der Beschluss einstimmig.

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