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Direkt neben dem heutigen Schwesternwohnheim (grün) sollen die beiden neuen Appartementhäuser (rot markiert am Schongauer Krankenhaus entstehen. Das beschloss der Kreistag. 

Einstimmiger Beschluss im Kreistag

12,6 Millionen für neue Appartementhäuser am Schongauer Krankenhaus

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Der Landkreis Weilheim-Schongau errichtet direkt neben dem bestehenden Schwesternwohnheim am Krankenhaus Schongau zwei Appartementhäuser für die Auszubildenden. Das lässt er sich 12,6 Millionen Euro kosten.

Landkreis – Die Zeiten ändern sich. Reichte es vor Jahrzehnten noch aus, ein Schwesternwohnheim zu errichten, in dem die Zimmer nicht über eigene WC´s und Duschen verfügen, lockt man mit derartigen Unterkünften auf dem umkämpften Arbeitsmarkt für Pflegekräfte bestimmt keinen mehr hinter dem Ofen vor. „Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß gestern im Kreistag, als die Sprache auf die geplanten beiden Appartementhäuser neben dem Schwesterwohnheim am Krankenhaus in Schongau kam.

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In den kommenden Jahren will der Landkreis dort selbst zwei Neubauten hochziehen. Das könne weder die Krankenhaus GmbH selbst noch die Wohnbau GmbH übernehmen, führte Kreiskämmerer Norbert Merk aus. Denn Wohnungsbau-Fördermittel würde nur der Landkreis selbst bekommen. Angesichts eines Zuschusses von 30 Prozent vom Freistaat sei daher klar, dass sich der Landkreis weiter verschulden und den Bau selbst schultern müsse.

270 statt bisher 120 Auszubildende ab 2022

Der Bedarf ist gegeben, denn die Berufsfachschule für Pflegekräfte der Krankenhaus GmbH soll in den kommenden Jahren massiv wachsen, um den steigenden Bedarf an Pflegekräften stillen zu können. Heute werden dort 120 junge Männer und Frauen ausgebildet, 2022 sollen es bereits 270 sein. Dann werden, wie Krankenhaus-Chef Thomas Lippmann berichtete, 80 bis 90 Zimmer benötigt, um die Auszubildenden unterzubringen. Bezahlbarer Wohnraum sei ein entscheidender Faktor bei der Gewinnung von Mitarbeitern, führte er aus.

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Geplant sind daher zwei Häuser mit insgesamt 80 Appartments – vielen Einzimmer- und einigen Zweizimmer-Wohnungen. Alle mit eigener Küchenzeile, Dusche und WC. Die Einzimmer-Wohnungen sollen möbliert für 300 Euro vermietet werden, rechnete Kreiskämmerer Merk vor. „Dadurch könnten wir die Kredite binnen 25 Jahren komplett zurückzahlen.“

Penzberg fühlt sich benachteiligt

Die Masse der Kreisräte war angetan von dem Vorhaben. Nur Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) wirkte nicht erfreut. „Wir haben gerade die Penzberger Berufsfachschule für Krankenpfleger eröffnet. Baut uns der Landkreis auch auf seine Kosten Appartementhäuser, wenn wir welche benötigen?“, fragte sie.

„Nein“, war die klare Antwort von Kreiskämmerer Merk. Das Klinikum Penzberg gehöre „leider nicht mehr dem Landkreis, während die Krankenhaus GmbH eine 100-prozentige Tochter ist“. Daher zahlt die Stadt Penzberg zwar über die Kreisumlage für die Appartementhäuser in Schongau mit, sollte aber nicht auf eine ähnliche Unterstützung hoffen.

Bauamtschef Florian Steinbach berichtete, bevor der Kreistag das Vorhaben einstimmig auf den Weg brachte, dass nun die Planung beginnt. Fertigstellungstermin sei frühestens im Jahr 2024.

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