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Martin Geßner begeisterte mit Improvisationen. 

13. Schongauer Orgelnacht

Berauschende Klänge aus allen Epochen

Ein wahrlich beglückendes Orgelkonzert erlebten die Besucher der 13. Schongauer Orgelnacht in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Gut vier Stunden lang konnten sie in Orgelklängen schwelgen.

Schongau – Lobende Worte hatte Pfarrer Norbert Marxner schon im Vorfeld. Und zwar für Organisator Andreas Wiesmann, der die Schongauer Orgelnacht ins Leben rief und dem es gelingt, immer wieder Ausnahmetalente nach Schongau zu locken. In diesem Jahr begaben sich die Mitwirkenden auf eine musikalische Europareise quer durch Epochen und Stilrichtungen mit Wunderkindern, Kosmopoliten und „echten Europäern“. Auch bei den Besuchern herrschte ein reges Kommen und Gehen. Nur wenige bewiesen genügend Sitzfleisch, sich das gesamte Konzert anzuhören.

Gleich zu Beginn gab es geradezu berauschende Klänge, als Orgelbauer und Organist Martin Geßner – Orgelnachtbesuchern längst kein Unbekannter mehr – mit seinen Orgelimprovisationen die gesamte Bandbreite der Sandtner-Orgel ausschöpfte. Beginnend mit einer Partita im barocken Stil über „Jesu, meine Freude“ ging er alsbald zur freien Improvisation eines modernen Stücks, nämlich über das Thema „The Godfather“ (Nino Rota) aus dem Kinofilm „Der Pate“ über und holte Töne aus dem Instrument heraus, die die Besucher in einen Klangmantel hüllten, der ins tiefste Innerste drang.

Es folgte mit Andreas Wiesmann an der Orgel und Stefan Weinand an der Viola ein weiterer Höhepunkt im Programm. Zugleich hatte das Publikum Gelegenheit, die beiden Akteure im Altarraum an der Chororgel zu erleben. „Agnus Dei“ aus der Messe h-moll von Johann Sebastian Bach, Sonate B-Dur von Attilio Ariosti, Sonate Nr. 11 g-Moll von Henry Eccles, Canzone und Kol Nidrei von Max Bruch – hier folgte ein ausdrucksstarkes Stück dem anderen und rang den Besuchern begeisterten Applaus ab. „Grandios“, meinte ein Zuhörer anerkennend.

Orgelwerke des böhmisch-tschechischen Barock und der Romantik hatte anschließend Ulrich Theißen aus Salzburg im Gepäck und machte die Zuhörer mit Werken von Josef Seger, Frantisek Xaver Brixi, Jan Krtitel Kuchar, Josef Bohuslaw Foerster, Vítezslav Novák und Josef Leopold Zvonar bekannt.

Ebenfalls ein gern gehörter Gast bei den Schongauer Orgelnächten ist Katharina Ehlich, deren ausdrucksvolles Spiel auf der Querflöte von Andreas Wiesmann auf der Orgel begleitet wurde. Ein Flötenkonzert Nr.1 G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, einen Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel (Engelbert Humperdinck) und ein Flötenkonzert op.283 (Carl Reinecke) später waren alle bezaubert und hatten wieder einmal erlebt, welch vielfältige Möglichkeiten in einer Orgel stecken.

Zum Abschluss hatte sich Andreas Wiesmann Orgelwerke von Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt vorgenommen. Und wer erlebte, wie virtuos er sich an den Tasten und Pedalen der Orgel abarbeitete, hätte sich gewünscht, dass allen Konzertbesuchern dieser Anblick gegönnt wäre. Die Zuhörer waren schon allein von den Klängen hingerissen. Glückliche Gesichter blickten zu stehenden Ovationen nach oben und bedankten sich für das einmalige, facettenreiche Konzert. Ursula Fröhlich

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