+
Vollbesetzte Bankreihen in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfa hrt in Schongau beim zweiten Konzert der Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“. Bei dem gab es von den Teilnehmern alpenländisch-geistliche Musik zu hören.

2. Konzert der Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“

Leise, feine und sanfte Töne in Schongaus Stadtpfarrkirche

Als eine Trutzburg hat sich am vergangenen Sonntagabend Schongaus Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt für die zahlreichen Besucher des zweiten Konzerts der Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“ erwiesen: Heftige Gewitter und peitschender Regen griffen das Gemäuer an, und das Getöse war sogar durch die dicken Wände der Kirche hörbar.

Schongau – Drinnen konnte man aber ganz andere Klänge genießen.

Ganz und gar gegensätzlich zum Poltern des Donners erwies sich die Veranstaltung an diesem frühen Abend des Muttertags. Leise, feine, sanfte Töne vermittelte das eineinhalbstündige Konzert unter dem Titel „Alpenländische geistliche Volksmusik“. Und brachte Ruhe zum wetterbedingten Wirrwarr – jedenfalls in musikalischer Hinsicht.

Die Muttergottes war zentrales Thema dieses Konzertes. So wurde Maria mit verschiedenen Musikstücken und Texten geehrt. Und einen geeigneteren Platz zur Aufführung als die Schongauer Stadtpfarrkirche hätte man nicht wählen können. Maria als die Patronin der Kirche, am Hauptaltar als Figur sichtbar, war spürbar nah. Somit rundete auch der Untertitel des Konzertes „Sie tragt an goldan Mantel“ das Ganze ab.

Für die verbale Hommage der Muttergottes war Manfred Karlinger zuständig. In gewohnt informativer Manier zitierte er Texte, Briefe, Gebete von Martin Luther bis hin zu Papst Franziskus zum Thema Gottesmutter. Sehr interessant in diesem Zusammenhang stellte Karlinger das Gemälde des Augsburger Malers Johann Georg Melchior Schmidtner „Maria Knotenlöserin“ vor.

Die auf einer Mondsichel stehende Madonna zeigt, wie sie Knoten um Knoten aus einem langen Band löst. Eine für Karlinger durchaus passende Metapher für den Charakter der Muttergottes.

Gut besetzt war das Konzert mit bekannten Instrumental- und Gesangsgruppen aus der Region. Im Grunde ist jeder Künstler, der sich mit alpenländischer geistliche Musik beschäftigt, mit ganzem Herzen bei der Sache. So auch bei all den Mitwirkenden an diesem Abend. Der Zuhörer spürt ganz einfach die tiefe Verbundenheit zu dieser Art musikalischer Darbietung.

Die musikalische Leiterin des Konzerts, Angela Holzschuh, konnte es mit der Auswahl der Darsteller wieder einmal vermitteln. Stimmlich harmonisch präsentierten sich die Waldramer Sängerinnen und die Raistinger Sänger. Ruhige Marienlieder hatte man sich ausgesucht, wobei das „O blicke mild hernieder“ von den Waldramer Sängerinnen in einer interessanten und weniger bekannten Version gesungen wurde. Sehr innig und ausdrucksstark lobpreisten die Raistinger Sänger die Muttergottes. Ein Refrain „Maria, bitt’ für uns“ ging da sehr unter die Haut.

Das Harfenduo Regenauer-Pöschl zupfte ein beeindruckendes „Arioso“ von Johann Sebastian Bach und zeigte sich beschwingt mit dem „Vroni Landler“ von Hans Auer. Die drei Männer vom Oberammergauer Holzbläsertrio spielen schon seit über 40 Jahren zusammen, und das hörte man. Perfekt zusammen klingen da die beiden Klarinetten und das tiefe Fagott.

Dass instrumental auch gejodelt werden kann, ist kaum vorstellbar. Aber die Schwangauer Geigenmusik bewies es gleich mit zwei Jodlern an diesem Abend. Und das war mehr als beeindruckend. Die Schongauer Weisenbläser, ein Ensemble der Stadtkapelle Schongau unter der Leitung von Marcus Graf, übertönte mit gewaltigen Klängen das Getöse des Gewitters. Wunderschön dann ihr Beitrag zum „Mitsingen“ für die Anwesenden. Unisono erklang da „Freu dich, du Himmelsköniginnen“ von Herzen aller Zuhörer.

Am Ende des Konzerts hatten die schönen Klänge das tosende Unwetter besänftigt – man konnte trockenen Fußes nach Hause gehen. 

Regina Wahl-Geiger

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lechberg nächstes Jahr drei Wochen zu
Der Lechberg wird im kommenden Jahr zur Großbaustelle: Wegen der Setzungen und Risse in der Straße muss der Hang befestigt werden. Dafür kommt schweres Gerät mit …
Lechberg nächstes Jahr drei Wochen zu
23-Jähriger liefert unter Drogen Essen aus
Den Beamten wollte er weismachen, am Wochenende einen Joint geraucht zu haben. Stattdessen waren es aber Amphetamine, die der Essenslieferant geschluckt hat. Der …
23-Jähriger liefert unter Drogen Essen aus
Kinsau bietet auch Auswärtigen Bauplätze
„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in …
Kinsau bietet auch Auswärtigen Bauplätze
Einbrecher um 1.15 Uhr im Pflegeheim: „Wollte nur meine Oma besuchen“
Ein dreister Einbrecher ist in der Nacht zu Freitag auf frischer Tat im Schongauer Heiliggeist-Pflegeheim ertappt worden - offenbar so früh, dass er noch nicht …
Einbrecher um 1.15 Uhr im Pflegeheim: „Wollte nur meine Oma besuchen“

Kommentare