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Ein am Ende für ihn glückliches Urteil bekam ein 29-jähriger in offener Bewährung stehender Schongauer (29). 

Aus dem Gericht

2700 Euro Strafe für „leichte Watschn“

Großes Glück hatte kürzlich ein angeklagter Schongauer. Wegen Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruch stand der in offener Bewährung stehende 29-Jährige vor dem Weilheimer Amtsgericht. Er kam noch einmal mit einer Geldstrafe von 2700 Euro davon.

Weilheim/Schongau – Die Bitte eines neuen Arbeitskollegen im November vergangenen Jahres, einen Kneipenbesuch zu machen, wurde dem Angeklagten zum Verhängnis. „Ich hätte nichts trinken dürfen“, sagte er reumütig vor Gericht. Er weiß, dass er in betrunkenem Zustand zu aggressiven Handlungen neigt. Das spiegelt sich in seiner Biografie wider – sechs Vorstrafen befinden sich schon im Bundeszentralregister.

Am Tattag ging der Angeklagte mit seinem Arbeitskollegen in eine Diskothek in Peiting. Die beiden konsumierten jede Menge Alkohol. Als ein Bekannter, der am Tresen saß, ihn nicht grüßte, gab der Angeklagte diesem eine laut eigenen Angaben „leichte Watschn“. Das bestätigte dieser auch vor Gericht, bezeichnete das Ganze aber als vollkommen harmlos. Man habe sich gleich vor Ort wieder vertragen, so der Geschädigte.

Auch die verständigten Polizeibeamten bestätigten dies. „Als wir ankamen, war alles friedlich“, sagte ein Polizist aus.

Damit war das Ganze aber noch nicht vorbei. Etwas mehr zur Sache ging es dann etwas später mit dem Besitzer der Diskothek. Der Arbeitskollege des Angeklagten, auf den ein gesondertes Verfahren wegen Körperverletzung zukommt, geriet mit dem türkischen Betriebswirt massiv in Streit. Auch der Angeklagte mischte sich verbal ein. Der Besitzer erteilte den beiden Männern Hausverbot. Das befolgten sie aber erst nach mehrmaligem Zureden.

„Geh doch dahin, wo du herkommst“

Mit den Worten „Du Depp, geh doch dahin wo du herkommst“, begaben sich die Männer in Begleitung des Besitzers zwar nach draußen. Dort verlagerte sich der Streit jedoch weiter. In der Annahme, der Diskotheken-Inhaber würde ihn schlagen, schüttete der Angeklagte diesem sein Bier über den Kopf. Sein Arbeitskollege flippte währenddessen so vollkommen aus, dass er von der herbeigerufenen Polizei in die Psychatrie eingeliefert wurde.

Der Angeklagte erhielt eine Strafanzeige wegen Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruch. „Wenn mir ein Schmerzensgeld gezahlt wird, ziehe ich meinen Strafantrag zurück“, erklärte überraschend der türkische Besitzer der Diskothek. Er verlangte 500 Euro.

„Ganz schön viel“, wunderte sich Richterin Christiane Serini. Aber der Angeklagte stimmte über seinen Anwalt dem Vorschlag zu, und es erging der entsprechende Beschluss.

Nun blieb nur noch der Tatvorwurf mit der „Watschn“ übrig, der eigentlich als geringfügig eingestuft wurde, zumal der Geschädigte nicht an einer Strafverfolgung interessiert war. Auf Grund der offenen Bewährung blieb der Richterin jedoch nichts anderes übrig, als den Schongauer zu einer Geldstrafe von 2700 Euro zu verurteilen.

„Passen Sie mit dem Alkohol auf. Sie sind eigentlich kein Krimineller“, sagte die Richterin. Der Angeklagte war sichtlich erleichtert und nahm das Urteil an.

Regina Wahl-Geiger

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