1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Schongau

285 Jahre Gärtnerei-Geschichte im Museum

Erstellt:

Kommentare

 Besucher der Ausstellung 285 Jahre Gärtnerei im Stadtmuseum Schongau mit Franz Grundner (vorne links)
Ein kleines Bananenbäumchen überreicht bekam Franz Grundner von der Arbeitsgemeinschaft Stadtmuseum Schongau von Anna-Lisa Pröbstl für die Ausrichtung der Sonderausstellung zum 285-jährigen Bestehen der Gärtnerei Pröbstl © Walter Kindlmann

Seit 285 Jahren gibt es die Schongauer Gärtnerei Pröbstl schon. Sie ist damit die älteste Privatgärtnerei Bayerns und eine der ältesten in Deutschland. Das Stadtmuseum Schongau nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Sonderausstellung.

Schongau – Ursprünglich sollte das Jubiläum „285 Jahre Gärtnerei Pröbstl“ in die Ausstellung „Tatort Garten“ eingebunden werden. Sie sollte dieser Ausstellung einen besonderen „Touch“ verleihen, sagte Franz Grundner von der Arbeitsgemeinschaft Stadtmuseum Schongau.

Dank Corona ist für die Ausstellung mehr Platz

Allerdings kam da Corona dazwischen. „So“, meinte Grundner, „ist es viel besser, wir haben für diese Ausstellung und auch für die Zuschauerströme wesentlich mehr Platz.“ Eigentlich das gesamte Obergeschoss im Schongauer Stadtmuseum für Fotos und Schriftstücke aus dem Familien- und Museumsbesitz, für historische Gartengeräte, für die prächtigen Grablampen und deren Geschichte sowie jede Menge Gartenliteratur wie den Leitfaden „Lehre vom Obstbau“, „Die Bindekunst“ und die Chronik über die „Pröbstl–Hausgeschichte“.

Das Prunkstück der Ausstellung ist übrigens ein mächtiger Bananenbaum, wie er um das Jahr 1900 erstmals in Schongau von der Gärtnerei Pröbstl präsentiert wurde. „Diese Ausstellung war uns eine Herzensangelegenheit“, gesteht Anna-Lina Pröbstl. Sie hat zusammen mit der großen Pröbstl Familie um Vater Rupert und Freund Luitpold Sedlmeier Fotos, Exponate und Gerätschaften für diese Ausstellung mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen.

Anna-Lisa Pröbstl (rechts) führt durch die Ausstellung 285 Jahre Gärtnerei im Stadtmuseum Schongau
Durch die Ausstellung führte bei einer kleinen Eröffnungsfeier Anna-Lisa Pröbstl (rechts). © Walter Kindlmann

Ausstellung für Anna-Lina Pröbstl eine Herzensangelegenheit

Pröbstl war es auch vorbehalten, durch die Ausstellung zu führen und die Ära Pröbstl zu erläutern. Bei Grundner und Harald Scharrer von der Arbeitsgemeinschaft Stadtmuseum bedankte sie sich artig dafür, dass diese die Ausstellung ermöglicht haben.

Zur Geschichte der Gärtnerei Pröbstl: Sechs Generationen führten zunächst die Gärtnerei an der Stadtmauer in der Bauerngasse. Das Wohnhaus beherbergte auch mit Georg Pröbstl und Sohn Franz Pröbstl zwei Bürgermeister der Stadt Schongau. Georg von 1842 bis 1854 und Franz von 1876 bis 1899.

Die Anbaufläche der Gärtnerei lag damals innerhalb der Stadtmauer. Ein Großteil der Felder war allerdings ausgelagert an die damalige Landsberger Straße und heutige Augsburger Straße sowie in das Umland von Schongau. Schmunzelnd erinnerte Anna-Lina Pröbstl daran, dass damals die Gärtnerfamilie heimlich einen Durchgang in die Stadtmauer geschlagen hatte, um so einen besseren Zugang zu ihren Feldern zu bekommen.

Erst spät verlegte Pröbstl den Betrieb auf ein Grundstück außerhalb der Stadtmauern

Erst in der sechsten Generation verlegte Georg Pröbstl (1875 – 1957) den Betrieb auf Grundstücke außerhalb der Stadtmauer. Zuerst die Produktion, später, im Jahr 1928, auch das Wohn- und Geschäftshaus an die Augsburger Straße, dem heutigen Standort.

Im Jahr 1994 baute Rupert Pröbstl die Gärtnerei in der Augsburger Straße um. Es entstanden energieeffiziente Gewächshäuser und ein großzügiges Verkaufsgewächshaus. Der mächtige 24 Meter hohen Kamin des ehemaligen Heizgebäudes wurde übrigens erst 2014 abgerissen.

Die Ausstellung „285 Jahre Gärtneren Pröbstl“ ist noch bis zum 1. November im Stadtmuseum zu sehen. Geöffnet hat das immer mittwochs, samstags und sonntags sowie an Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Walter Kindlmann

Wegen Corona wurde es heuer auch bei den Blumenhändlern wie Pröbstl sehr eng
Weitere Berichte aus Schongau und der Region finden Sie hier, zum Beispiel über den neuen Schongauer Stadtgärtner

Auch interessant

Kommentare