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Gezielte Nachfrage bei der Gewerbeschau: Dieser Besucher braucht ein neues Fenster und bekam alle Informationen.

6. Pfaffenwinkel Gewerbeschau

Das Schaufenster für Kompetenz

Der Samstagsbesuch überschaubar, der Sonntag besser, aber nicht optimal – die 6. Pfaffenwinkel Gewerbeschau hatte es am Wochenende in und um die Schongauer Eishalle nicht leicht.

Schongau „Volle Auftragsbücher“ – eine bessere Entschuldigung konnte es kaum geben, dass zahlreiche Firmen, vornehmlich Handwerksbetriebe, die in den vergangenen Jahren an der Pfaffenwinkel Gewerbeschau teilgenommen hatten, dieser heuer ferngeblieben waren. „Die hatten schlichtweg keine Möglichkeit, auch noch eine Ausstellung zu stemmen“, sagte dazu Bernd Knittel vom veranstaltenden TSV Schongau. Man habe deshalb den Einzugsradius der Firmen etwas erweitert.

Aufgrund der drückend schwülen Hitze am Samstag blieb die Zahl der Interessenten beim „Schaufenster für Kompetenz“ (Bürgermeister Falk Slyuterman in seiner Eröffnungsrede) zunächst übersichtlich. Dafür freuten sich Kinder über kurze Warteschlangen beispielsweise am Stand der Sparkasse Oberland, die auf den Klassiker „Glitzer-Tattoos“ auch heuer wieder erfolgreich gesetzt hatte, oder versuchten sich mit Eishockeyschläger und Puck beim Toreschießen – auch manch Erwachsener entwickelte dabei ungeahnten Ehrgeiz.

Auf der Bühne präsentierte sich „Krav Maga“ – übersetzt „Kontaktkampf“ – mit israelischer Selbstverteidigung. Mit verschiedenen Handgriffen zeigten sie, wie man sich gegen Angreifer zur Wehr setzen kann. Währenddessen wartete draußen die Fahrzeugflotte der Autohäuser mit geöffneten Heckklappen gegen die Hitze auf Besucher. Die Aussteller nahmen die mäßige Besucherzahl jedoch gelassen und hofften auf den Sonntag.

Der brachte dann nicht nur temperaturmäßig Erleichterung. Mit jedem Grad Celsius weniger im Vortagesvergleich stieg die Anzahl der Besucher, die den Weg aufs Gelände der größten Regionalmesse im Schongauer Land fanden. Manch einer nutzte die Gelegenheit, eine alte Glühbirne gegen einen LED-Leuchtkörper beim Kompetenzzentrum Energie (EKO) einzutauschen. Bis gegen 14 Uhr hatte etwa die Hälfte der 100 zur Verfügung stehenden LEDs den Besitzer gewechselt. „Ich bin zuversichtlich, dass die restlichen auch noch weggehen“, so Fred Pausenberger.

Die Verkehrswacht Schongau hatte neben dem Dauerbrenner Promillebrille heuer auch aus aktuellem Anlass Buttons mit der Aufschrift „Rettungsgasse – Kann ich, mach ich“ im Gepäck.

Bei der Sparkasse freuten sich Kinder über Glitzer-Tattoos

Wer sich zum Thema Gesundheit informieren wollte, fand an zahlreichen Ständen dazu die Möglichkeit, unter anderem bot das Schongauer Krankenhaus die Möglichkeit zum Blutdruckmessen an, über Hörgeräte informierte „Ohrwerk“ aus Schongau, und das Fitness-Studio „Workoutwest“ machte auf die Möglichkeit einer 24-Stunden-Freischaltkarte aufmerksam, die ein Trainieren außerhalb der regulären Öffnungszeit ermöglicht, und lud die Besucher zum Ausprobieren des Trampolins ein.

Über „gute Kundengespräche“ freute sich das Ehepaar Müller aus Bernbeuren. Als Haustechnikfirmenbetreiber fachsimpelten sie mit Besuchern über Pelletheizung, Bäder und Spenglerarbeit. Gerne, so sagen sie, investieren sie ein Wochenende in die Messe. Häuslebauer waren vermehrt bei den Ständen zu Photovoltaik, Wärmepumpe, Fenster und Türen zu finden. Andere wiederum zeigten sich an Schmuck oder Massagesesseln interessiert.

Um Mobilität ging es drinnen wie draußen: Wie man ohne eigenes Auto ans Ziel kommt, darüber informierte CarSharing Pfaffenwinkel in der Halle, das Autohaus Becher lud Jung und Alt zur Fahrt im Simulator ein. Wie hingegen der eigene Traum auf vier Rädern aussehen könnte, zeigte die Autoschau draußen vor der Tür. „Wir sind mit unserem Messestandort direkt gegenüber vom Eingang mehr als zufrieden“, sagte Peter Merks von „Merks&Krafsig Automobile“. Während sich eine Besucherin zu den Fahrzeugen vom Autohaus Stanglmaier aufmacht, interessieren sich drei Buben als künftige Autofahrer für einen schnittigen Mazda MX5 Cabrio vom Peitinger Autohaus Rieser, studieren das Armaturenbrett und nehmen probeweise hinterm Lenkrad Platz.

„Wichtig ist, dass sich die Firmen präsentieren können“, resümiert Bernd Knittel, auch wenn er nicht genau abschätzen konnte, wie viele Besucher letztlich vor Ort waren. „Manche bleiben zehn Minuten, andere ein paar Stunden. Aber wir sind zufrieden.“

Myrjam C. Trunk

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