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Durch Europa für einen Job: Thomas Rohrmann aus Schongau mit dem Plakat seiner Reiseroute. 

Thomas Rohrmann wandert für Arbeitsstelle

7000 Kilometer für einen neuen Job

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Thomas Rohrmann will in der Hoffnung auf eine Arbeitsstelle vom Nordkap bis nach Sizilien wandern. 7000 Kilometer, sieben Länder, neun Monate lang. Das Motto für den Trip des Schongauers ist „Across Europe for one job“.

Schongau – Ist man jenseits der 50, beruflich gesehen, auf dem Abstellgleis? Trifft man Thomas Rohrmann, möchte man das eigentlich nicht glauben. Der Schongauer ist motiviert und voller Energie. Dass er nach vielen Jahren im Vertrieb im Juli 2016 arbeitslos wurde, hat dem 57-Jährigen schwer zugesetzt. Mehr als 100 Bewerbungen hat er geschrieben. Ohne Erfolg. Rumsitzen und Trübsal blasen: Das kommt für Thomas Rohrmann nicht in Frage. Hartz IV: „Mache ich nicht. Definitiv nicht“, sagt er. „Man muss auffallen, um zu beweisen, dass man noch nicht zu alt ist für einen Job“, glaubt er. 7000 Kilometer zu Fuß. Vom Nordkap bis nach Sizilien – mehr auffallen geht jedenfalls kaum. „Ich will zeigen, was ich drauf habe“, gibt sich Rohrmann kämpferisch.

Los geht’s am heutigen Dienstag. Eine gute Portion Kampfgeist wird er brauchen für das Abenteuer, das ihn erwartet. Sportlich dürfte Rohrmann mithalten können. „Ich bin Marathon gelaufen.“ Er hat Hüttenwanderungen hinter sich. Und für das monatelange, kontinuierliche Gehen hat er ein langes Training absolviert. Erst ohne Rucksack. Dann mit. Immer mehr Gewicht. Am Schluss 25 Kilo auf dem Buckel.

„Ich weiß, wie das aus sportlicher Sicht läuft, aber ich weiß nicht, was mir auf 7000 Kilometer Fußweg durch sieben Länder alles passieren kann“, räumt Rohrmann ein. Seine Frau steht hinter ihm. Auf ihre moralische Unterstützung hätte er auch keinesfalls verzichten wollen und können, betont Rohrmann. Was die Reise trotz Biwak und Minimal-Verpflegung finanziell auffrisst, haben die Rohrmanns zurückgelegt. Selbst ist der Mann, ist die Devise.

Heute startet Rohrmann am Nordkap zu seiner ungewöhnlichen Job-Expedition. Gleich zu Beginn dürfte der für ihn mit schlimmste Moment kommen: „Wenn alle, die am Nordkap sind, wieder in den Bus einsteigen und wegfahren, und ich bleibe ganz allein dort.“ Dann erstmal drei Wochen ohne Einkaufsmöglichkeiten, ohne Zivilisation. Umso mehr freut sich der 57-Jährige „auf die Menschen, die ich kennenlernen werde“.

Minus fünf Grad am Nordkap und fast 40 Grad in Sizilien erwarten den Schongauer. Ihn erwarten auch Sprachbarrieren. Rohrmann setzt auf sein Englisch sowie die Verständigung mit Händen und Füßen. Marschiert wird mit einem gedruckten Banner am Rucksack. „Across Europe for one job“. Trotz Werbung in eigener Sache: „Es war trotzdem eine Überlegung, ob ich damit an die Öffentlichkeit gehe, das hat mich schon Überwindung gekostet“, räumt er ein. Und was, wenn dem Schongauer in Italien oder Skandinavien ein Job angeboten wird? „Ich suche in ganz Europa“, sagt er. Allerdings unter einer Bedingung: „Meine Tour breche ich nicht ab, das bringe ich zu Ende.“

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