Gerüstet: Prof. Andreas Knez und Prof. Reinhold Lang vom Weilheimer Krankenhaus vor der Sicherheitsschleuse zur Intensivstation in Weilheim. Sie wurde im Frühjahr vorgestellt, wobei dieses Bild entstand.
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Prof. Andreas Knez und Prof. Reinhold Lang vor der Sicherheitsschleuse zur Intensivstation in Weilheim. Sie wurde im Frühjahr vorgestellt, wobei dieses Bild entstand.

Krankenhaus ergreift Sofort-Maßnahmen

Jetzt droht „Warnstufe dunkelrot“ im Landkreis Weilheim-Schongau

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  • Wolfgang Schörner
  • Kathrin Hauser
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Die nächste Stufe der Corona-Einschränkungen steht unmittelbar bevor: Es wird davon ausgegangen, dass heute der kritische Wert von 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten wird.

Landkreis – Die Zahl der Neuinfizierten im Landkreis Weilheim-Schongau nimmt weiterhin kaum ab. Wie das Landratsamt gestern mitteilte, wurden dem Gesundheitsamt binnen 24 Stunden 26 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Betroffenen wohnen in Altenstadt (ein Fall), Bernbeuren (1), Hohenfurch (1), Hohenpeißenberg (2), Huglfing 1(), Ingenried (1), Peißenberg (1), Peiting (1), Penzberg (2), Raisting (2), Schongau (3), Schwabbruck (4), Steingaden (2), Weilheim (1) und Wielenbach (1).

Das bedeutet „Warnstufe dunkelrot“

Die Sieben-Tages-Inzidenz, die die coronabedingten Einschränkungen bestimmt, kletterte damit laut Landratsamt auf einen Wert von 96. Das bedeutet, dass heute der Wert von 100 überschritten werden könnte. Das bedeutet „Warnstufe dunkelrot“.

„Dann könnte es sein, dass wir die Allgemeinverfügung ändern müssen“, so Hans Rehbehn, Pressesprecher im Landratsamt Weilheim. „Wir setzten uns in jedem Fall zusammen und beraten, denn es geht ja immer darum, vor der Welle zu sein.“ Konkrete Aussagen, was genau umgesetzt werden müsste, konnte Rehbehn gestern jedoch noch nicht machen, man warte auf die schriftliche Bestätigung der Vorgaben aus der Regierungserklärung von Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident hatte am Mittwoch unter anderem angekündigt, ab einem Inzidenzwert von 100 Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer zu begrenzen oder auch eine Sperrstunde ab 21 Uhr einzurichten.

Landkreis Weilheim-Schongau: 14 Corona-Patienten in Krankenhäusern

Auch, um zu verhindern, dass die Krankenhaus-Kapazitäten nicht ausreichen: Zur Zeit (Stand Donnerstag) werden im Krankenhaus Weilheim vier Corona-Patienten behandelt, wovon einer auf der Intensivstation liegt. Im Schongauer Krankenhaus werden zehn Corona-Patienten versorgt. Insgesamt fünf Klinikmitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Wie die Krankenhaus GmbH informiert, werden alle Mitarbeiter, die in „sensitiven Bereichen“ beschäftigt sind, regelmäßig getestet. Dazu zählen unter anderem die Notaufnahme, Intensivstation, Radiologie, Geriatrie und das Reinigungspersonal.

An Covid-19 erkrankte Patienten, die keiner intensivmedizinischen Versorgung bedürfen, liegen derzeit im Schnitt acht bis zehn Tage in den Krankenhäusern des Landkreises. Bei Patienten mit schweren Verläufen der Covid-19-Erkrankung betrage der Klinik-Aufenthalt derzeit im Schnitt drei Wochen.

Diese Regeln gelten jetzt in den Krankenhäusern in Schongau und Weilheim

Wegen der weiter ansteigenden Infektionszahlen hat der Krisenstab für die Krankenhäuser Sofort-Maßnahmen beschlossen. So gilt im Krankenhaus Schongau jetzt ein Besuchsstopp. Patienten und Mitarbeiter sollen dadurch geschützt werden. Eine Ausnahme gibt es für Kreißsaal und Wochenstation: Der Vater darf die Geburt begleiten. Andere Angehörige sind vom Besuch ausgeschlossen. Außerdem nimmt die Geriatrische Rehabilitation aus Sicherheitsgründen ab sofort keine Patienten mehr auf, das hohe Schutzkonzept der Akutgeriatrie wird laut Krankenhaus GmbH unverändert fortgesetzt.

Im Krankenhaus Weilheim sind noch Patientenbesuche möglich – allerdings täglich nur zwischen 14 und 18 Uhr und nur durch eine feste Kontaktperson pro Patient. Angehörige von schwer Erkrankten oder im Sterben liegenden Patienten sind vom Besucherstopp ausgenommen.

Weilheim fokussiert sich auf Operationen, Schongau auf Covid-19-Patienten

Operationen sollen möglichst weiterhin durchgeführt werden, um das Risiko von schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Folge-Erkrankungen zu minimieren. Vor dem Eingriff wird ein sogenannter PCR-Test gemacht. Während sich das Krankenhaus Weilheim auf operative Eingriffe fokussieren will, soll die Behandlung von Covid-19-Patienten künftig vor allem, aber nicht ausschließlich, in Schongau stattfinden.

Noch eine Neuerung gibt es: Im Schongauer Krankenhaus wird seit Donnerstag ein Sicherheitsdienst am Klinikeingang eingesetzt. In Weilheim startet der Dienst am Samstag.

Keine Corona-Verdachtsfälle im Penzberger Krankenhaus

Im Penzberger Krankenhaus hieß es, man sei gut vorbereitet. Die Besucherregeln seien auch über den Sommer restriktiv gehalten worden. Für Covid-19-Patienten werde ein Isolierbereich vorgehalten. Stand Donnerstagmittag wurden laut Klinik keine Infizierten oder Verdachtsfälle behandelt. Planbare OPs werden momentan, anders als im Frühjahr, nicht verschoben.

Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Lehrkraft an Weilheimer Mittelschule positiv getestet

Eine Lehrkraft, die an der Weilheimer Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule unterrichtet, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das hat der Rektor der Schule gestern in einem Schreiben an die Eltern bekannt gegeben. Die Lehrkraft sowie ihre Klasse haben sich in Quarantäne begeben. Die Klasse wird auf Anordnung des Gesundheitsamtes getestet.

Alle anderen Schüler, die ebenfalls von der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Lehrkraft unterrichtet wurden, dürfen bis einschließlich kommenden Montag die Mittelschule nicht besuchen, sie wurden ins Home-Schooling geschickt. Auch diese Schüler – es handelt sich um Schüler aus den siebten und achten Klassen – können sich auf das Coronavirus testen lassen. Sie wurden als Kontaktpersonen der Klasse 2 eingestuft.

In dem Schreiben der Schule heißt es, dass keine Pflicht zur häuslichen Quarantäne bestehe und dass eine Ansteckung wegen der Hygienevorschriften unwahrscheinlich sei. Dennoch würden die Betriebspraktika abgesagt. Die Schüler sollten für den Rest des Monats soziale Kontakte reduzieren und auf Corona-Symptome achten.

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