Seltene Rostgänse hat Xaver Wörle kürzlich beim Illachstausee bei Urspring entdeckt. Mit der ab heute geltenden Stallpflicht ist es auch verboten, unter anderem Enten zu füttern.
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Auch für Wildvögel, wie diese seltenen Rostgänse, gibt es Konsequenzen. Unter anderem ist es verboten, Enten zu füttern.

Risiko neu eingestuft

Wegen Geflügelpest: Im Landkreis Weilheim-Schongau gilt jetzt eine Stallpflicht

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Das Veterinäramt stuft das Risiko für einen Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Weilheim-Schongau neu ein: Ab heutigen Mittwoch sind alle Geflügelhalter im Landkreis verpflichtet, ihre Tiere ausschließlich im Stall unterzubringen.

Landkreis – In den benachbarten Landkreisen Landsberg und Starnberg war der Erreger bereits im Januar 2021 in Wildvögeln nachgewiesen werden. Weil im Landkreis Weilheim-Schongau viele fließende und stehende Gewässer Wildvögeln als Rast- und Ruheplätze dienen, hat die Risikobetrachtung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein flächendeckendes Gesamtbild ergeben.

Im Landkreis wurde noch kein Fall von Vogelgrippe nachgewiesen, bestätigt Veterinärdirektor Jens Lewitzki auf Anfrage. „Bei keiner virologischen Untersuchung wurden bei den vorgelegten Vögeln der Erreger der Aviären Influenza nachgewiesen.“ Bisher wurden in diesem Jahr neun Fundvögel (Schwäne, Reiher und diverse Greifvögel) mit negativem Ergebnis getestet. „Das Hauptaugenmerk der Untersuchung toter Fundvögel liegt auf Wassergeflügel sowie Raub- oder Greifvögeln.“ Mit Blick auf die Fälle in der Nachbarschaft geht Lewitzki aber davon aus, „dass jederzeit auch im Landkreis Weilheim-Schongau mit einem positiven Untersuchungsergebnis zu rechnen ist“.

Stallpflicht soll Ausbreitung von Geflügelpest eindämmen

Schließlich wurde die Geflügelpest bayernweit bereits bei 28 Wildvögeln sowie in sechs Hausgeflügelbeständen nachgewiesen. Weitere Ausbrüche sind laut Lewitzki zu befürchten. Seit dem ersten Fall im Oktober 2020 sind bislang über 650 Fälle der Geflügelpest sowie 66 Ausbrüche in Geflügelbeständen (davon drei bei gehaltenen Vögeln in Tierparks) erfasst worden. Rund 25 europäische Länder melden Wildvogelfälle bzw. Ausbrüche von bei Geflügel.

Die Stallpflicht soll jetzt die weitere Ausbreitung eindämmen. Denn: In Gebieten mit einer hohen Dichte von Geflügelhaltungen sei von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen auszugehen, so Lewitzki. Neben der ab heute geltenden Stallpflicht gilt außerdem für Wildvögel ein allgemeines Fütterungsverbot. „Singvögel wie Amseln, Meisen und Finken fallen nicht unter das Verbot. Im Fazit: Meisenknödel, ja, Enten füttern am See“, nein.“

Geflügelpest: Sporadische Übertragung auf Menschen nicht ausgeschlossen

Einige Anfragen sind beim Veterinäramt Weilheim-Schongau eingegangen, nachdem bekannt worden war, dass sich Mitarbeiter eines Geflügelbetriebes in Russland mit der Geflügelpest infiziert haben. Tatsächlich besteht auch bei der Geflügelpest „immer die Möglichkeit, dass sich die Eigenschaften des Virus ändern – unter anderem auch des Wirtsspektrum“, führt Lewitzki aus. Zudem könnten bei einer hohen Viruslast, wie sie in betroffenen Geflügelhaltungen zu erwarten ist, sporadische Übertragungen auf Menschen nicht ausgeschlossen werden.

Entwarnung gibt es jedoch für besorgte Bürger: „Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch wurde nicht beobachtet.“ Im aktuellen Geflügelpestgeschehen könne daher weiterhin davon ausgegangen werden, dass der bislang nachgewiesene Erreger als grundsätzlich ungefährlich für den Menschen gelte. Dennoch sollten Mensch und Tier, Abstand zu toten Vögeln halten. „Dabei steht allerdings eher die Sorge um mögliche Verschleppungen von Krankheitserregern als eine Gesundheitsgefahr für den Finder im Vordergrund“, so Lewitzki.

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Außerdem interessant: Wie hat der aus Weilheim stammende Autor und Regisseur Richard Oehmann das diesjährige Politiker-Derblecken auf dem Münchner Nockherberg erlebt - nachdem „sein“ Singspiel heuer Corona zum Opfer fiel? Seine Highlights“ verrät er im Interview - und blickt schon mal ins Jahr 2022.

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