Der Traum der Reaktivierungsbefürworter: Ein Personenzug auf der Strecke der Fuchstalbahn

Abstimmung im Landtag

Reaktivierungs-Kriterien bleiben: Schlechte Karten für die Fuchstalbahn

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Auch im Plenum des Bayerischen Landtags gab es gestern für die Reaktivierungsbefürworter der Fuchstalbahn nicht viel zu holen. Ein Antrag der FDP, die Kriterien für die Wiederbelebung von Bahnstrecken zu ändern, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Entmutigen lassen sich die Freunde der Fuchstalbahn aber nicht.

Schongau – „Die Entscheidung ist nicht hilfreich“, hieß es gestern unisono vom Fahrgastverband Pro Bahn und der Umweltinitiative Pfaffenwinkel, die sich für die Reaktivierung der Fuchstalbahn stark machen. 67 Landtagsabgeordnete hatten sich am Mittag dafür ausgesprochen, die starre Vorgabe von mindestens 1000 Reisenden pro Kilometer je Werktag abzuschaffen, 107 waren dagegen.

Das Abstimmungsverhalten war mitunter kurios. Während zum Beispiel Hans Friedl (Freie Wähler) seiner Linie treu blieb und wie zuletzt im Verkehrsausschuss des Landtages gegen den FDP-Antrag stimmte, tanzte Harald Kühn aus der Reihe. Der CSU-Stimmkreisabgeordnete der Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau stimmte mit der Opposition für eine Änderung der Kriterien.

CSU-Stimmkreisabgeordneter Harald Kühn tanzt aus der Reihe

Vor Ort war man nicht überrascht: „Wir kennen die Spielregeln im Landtag und können uns das Abstimmungsverhalten erklären“, sagte Irmgard Schreiber-Buhl vom Arbeitskreis Fuchstalbahn, ohne ins Detail zu gehen. Kühn ließ über seinen Sprecher erklären, dass landesweite und regionale Betrachtungen im Einzelfall auch voneinander abweichen könnten. „Sollte es eine sinnvolle Möglichkeit zur Reaktivierung geben, müsste eine solche nicht an der strikten Anwendung dieser Regelung scheitern“, so Kühn.

Nicht zu erreichen war derweil die Stimmkreisabgeordnete Susann Enders (Freie Wähler), die gegen den FDP-Antrag gestimmt hatte.

Treffen der Anrainergemeinden endet mit Eckepunkteblatt

Bereits am Mittwoch rührte Schongaus Rathauschef Falk Sluyterman bei seinen Bürgermeister-Kollegen entlang der Strecke die Werbetrommel für die Fuchstalbahn. „Ich hoffe, dass wir eine Art Resolution in Richtung Freistaat abgeben werden, damit diese Strecke reaktiviert wird“, hatte Sluyterman vor dem Treffen bei seiner SPD-Aufstellungsversammlung angekündigt. Herausgekommen ist bei dem Termin am Mittwoch dann aber nicht ganz so viel. Die Teilnehmer, zu denen auch Peitings Rathauschef Michael Asam, der Landsberger Wirtschaftsförderer sowie Vertreter von Pro Bahn und der Umweltinitiative Pfaffenwinkel zählten, erstellten ein Eckpunkteblatt.

Auch Skepsis unter den Bürgermeistern

Oberbayerns Pro-Bahn-Chef Norbert Moy berichtet auch von Skepsis unter den Bürgermeistern. Rathauschef Sluyterman betonte aber, dass sich niemand gegen eine Reaktivierung ausgesprochen habe. Ihm sei es wichtig gewesen, dass sich zum ersten Mal alle an einen Tisch setzten.

Die gestrige Entscheidung im Landtag bedauerte Sluyterman. „Wir bleiben aber dran“, versichert er und schlägt vor, ein neues Gutachten für die Fuchstalbahn zu erstellen. Die Kosten – Sluyterman spricht von „mehreren 10 000 Euro“ – seien es wert.

Pro Bahn will dickes Brett bohren

Von einem „dicken Brett, das zu bohren ist“, spricht Pro-Bahn-Vertreter Moy. Der Freistaat baue große Hürden auf. Man müsse die Ministerialbeamten „ein bisschen mehr in Wallung“ bringen, meint er. „Ich bin entsetzt, wie im Verkehrsministerium gearbeitet wird“, so Moy.

Im Frühjahr wollen sich Bürgermeister und Interessenvertreter jetzt noch einmal treffen. „Wir hoffen, dass wir bis dahin ein paar Zahlen erhärten können“, sagt Moy auch mit Blick auf die Kosten einer Reaktivierung.

Noch viel Überzeugungsarbeit in Landsberg nötig

Um die überhaupt weiterverfolgen zu können, ist zunächst ein positiver Beschluss aus dem Landkreis Landsberg nötig. Wie berichtet,hatte sich der Kreistag Weilheim-Schongau jüngst einstimmig für die Reaktivierung stark gemacht. In Landsberg gilt es jedoch, noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Ob und wann dort über eine Reaktivierung im Kreistag entschieden wird, konnte gestern auf Anfrage noch niemand sagen. Das nächste Mal tagt der Kreistag dort am 17. Dezember.

In der Stadt Landsberg hält sich die Begeisterung über eine Reaktivierung der Bahnstrecke bekanntlich in sehr engen Grenzen, weil sie die viel befahrene Katharinenstraße kreuzt. Fahren neben den Güter- auch noch Personenzügen, werden massive Verkehrsbehinderungen befürchtet, wenn sich die Bahnschranken öfter senken. Im Fokus stünden in Landsberg auch mehr die Schienenanbindungen nach Kaufering, München und Augsburg, heißt es von der Stadt.

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Die Mitglieder des Arbeitskreises Fuchstalbahn sind enttäuscht von dem Landtagsabgeordneten Hans Friedl (Freie Wähler).Obwohl sich der Allinger als Befürworter der Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken ausgibt, hat er einen dafür hilfreichen Antrag im Landtag abgelehnt. Der Grund: Er will keinen Koalitionskrach.

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