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Diese mächtige Buche links des Gebäudes an der Bauerngasse in Schongau muss für die Baumaßnahmen gefällt werden.

Acht neue Wohnungen in der Altstadt

Buche muss Parkplätzen weichen

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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stimmten die Mitglieder des Bauausschusses einem Vorhaben am Schloßplatz in der Schongauer Altstadt zu. Es entstehen zwar zwei Wohnungen, aber für neue Stellplätze muss eine mächtige Buche weichen. Sechs weitere neue Wohnungen entstehen in der Kirchenstraße.

Schongau– Eine optische Veränderung wird es am Schloßplatz/Ecke Bauerngasse geben. In dem Gebäude gegenüber des Landratsamtes soll die bisherige Wohnung im Ober- und im Dachgeschoss aufgeteilt werden und daraus zwei eigenständige Wohneinheiten entstehen. Die vier notwendigen Parkplätze werden im Garten errichtet, der an der Bauerngasse liegt. Dafür muss nicht nur eine Mauer abgerissen, sondern auch eine große Buche gefällt werden.

„Es ist auch eine andere planerische Lösung denkbar“, verwies Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der jüngsten Bauausschusssitzung. Die Verwaltung habe gegenüber dem Bauherrn ihr Bedauern über die Maßnahme geäußert und darum gebeten, die Fällung nochmals zu überdenken. Eine Handhabe hat man aber nicht, da es bisher keine Baumschutzverordnung gibt.

„Über die Buche diskutieren wir auch intern, aber sie ist so mächtig, dass sie die Mauer bereits um acht Zentimeter bewegt hat“, erläuterte Bauherr Dr. Fritz Maier, der im Zuschauerraum saß und seitens des Gremiums Rederecht erhalten hatte. Maier: „Sie wird auf Dauer in dieser Größe nicht bestehen können.“ Schließlich gehe es auch um die Verkehrssicherungspflicht.

„Was die Wohnungen anbelangt, sind wir uns einig, sie sind sicherlich positiv zu bewerten“, so Ilona Böse. Gregor Schuppe, in Vertretung von Bettina Buresch (ALS) im Bauausschuss, wollte der Fällung keinesfalls zustimmen. „Wir sollten das zum Anlass nehmen, endlich eine Baumschutzverordnung in Angriff zu nehmen“, so seine Forderung. Robert Stöhr, Vertreter für Helmut Hunger, wandte dagegen ein, dass jeder Gartenbesitzer wisse, dass man ab einer gewissen Baumhöhe an der Grenze sei. Gegen eine Stimme wurde das Vorhaben dann jedoch abgesegnet. Bürgermeister Falk Sluyterman: „Das Plus: Es wird hochwertiger Wohnraum geschaffen.“

Begeistert war Stadtbaumeister Dietrich über ein weiteres Vorhaben, er lobte im Bauausschuss das Wohnbauprojekt in der Kirchenstraße als „sehr erfreulich“. Dort, wo Uhren Zwack jahrelang seine Geschäftsräume hatte, wird das gesamte Gebäude saniert und umgebaut. Sechs Wohneinheiten sind geplant. Auch die ursprüngliche Hofeinfahrt im Hauptgebäude wird wieder hergestellt. Sie erschließt sieben Stellplätze im Hinterhof. Drei der Stellplätze werden überdacht und damit Stauraum geschaffen als Ersatz für nicht vorhandene Kellerräume.

Um Höhe in den Räumlichkeiten zu gewinnen, werden zur Kirchenstraße hin Gauben errichtet. Diese wurden auch nicht beanstandet. Nicht so glücklich zeigte man sich seitens des Bauamtes über die zwei größeren Stehgauben zum Hof hin. Dort entsteht auch eine Schleppgaube. „Wir regen an, die Proportionierung der Dachaufbauten zu verbessern, sonst schaffen wir eventuell einen Präzedenzfall“, so Dietrich. Er verwies auch darauf, dass vom Bauherrn keine Nachbarunterschriften eingeholt worden sind.

Da jedoch die großen Gauben nur von der Hofseite aus zu sehen sind, war man sich rasch einig: Darüber das Gespräch suchen, ja, aber scheitern solle das Vorhaben daran bitte nicht. Bürgermeister Sluyterman zeigte sich am Ende absolut zufrieden: „Wir haben heute acht neuen Wohneinheiten in der Altstadt unser Einvernehmen erteilt, das ist ein guter Start für die erste Sitzung nach der Sommerpause.“

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