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BRK-Kreisbereitschaftsleiter Otto Bauer liegt auch bei seiner 124. Blutspende in guten Händen. Teamleiterin Angelika Eichhorn zapft persönlich ab. Rechts Kurt Konrad, der seit über 20 Jahren zum treuen Spenderkreis gehört.

BRK bittet um Mithilfe

Aderlass in Schongau: In der Urlaubszeit sind Blutspender gefragt

Die heiße Sommerperiode hat in vielen Bereichen ihre Spuren hinterlassen. Betroffen ist auch der Blutspendedienst des BRK (BSD), der sich für zwei Tage im BRK- Haus in der Wilhelm-Köhler Straße in Schongau eingerichtet hat. Natürlich in der Hoffnung, dass genügend Spender den Weg dorthin finden. Denn erfahrungsgemäß wird das Blut in den Ferienmonaten knapp.

Schongau – Sommerzeit ist Urlaubszeit. Der eine sucht die Stille der Berge auf, der andere genießt die Seen und Flüsse in unserer Region. Eine weitere Gruppe besteigt Bahn oder Flugzeug, um ferne Gefilde aufzusuchen. Nur wenige denken daran, dass gerade in dieser Zeit der Bestand der Blutkonserven in den Lagern des BSD merklich schwindet.

Damit es nicht zu einem Engpass dieser wichtigen Körperflüssigkeit kommt, appelliert der BSD an die daheimgebliebenen Urlauber, einen kleinen Teil der verdienten freien Zeit für eine gute Tat aufzuwenden. Darüber hinaus sind natürlich Gäste, die in oder rund um Schongau ihren Urlaub verbringen, ebenfalls herzlich willkommen.

Freitagnachmittag um 16 Uhr im BRK-Haus: Das Team des BSD, das an diesem Tag für den reibungslosen Ablauf sorgt, hat in einer guten Stunde alle Voraussetzungen getroffen. Der große Saal ist mit genügend Spenderliegen ausgestattet, die Konservenbehälter sind vorbereitet. Nicht zu vergessen die guten Seelen der Schongauer Unterstützer des BRK, die für die Verpflegung danach sorgen. Inklusive des Geschenks am Ausgang. Zwei Tage lang, Freitag und Montag, kann jetzt hier Blut gespendet werden.

Wie wichtig diese Spende ist, verdeutlichen Zahlen der nüchternen Statistik. „Der Tagesbedarf, den alleine die bayerischen Kliniken dem BSD melden, liegt bei etwa 2000 Blutkonserven“, erklärt Dr. Hans-Joachim Knöfel, Leitender Arzt vor Ort. Er hat in einem Nebenraum seinen Arbeitsplatz eingerichtet. Dabei erinnert er, dass Blut nur eine begrenzte Haltbarkeit besitzt. Deshalb müssen die Lager immer wieder aufgefüllt werden.

„Diese wenigen Minuten sollte man sich einfach nehmen“

An diesem Freitagnachmittag ist Dr. Knöfel mit der Spendenbereitschaft sehr zufrieden. „Zur Halbzeit gegen 18 Uhr haben wir 40 Spender registriert“, bilanziert der Arzt. Natürlich hofft er, dass die Spendenbereitschaft in den nächsten zwei Stunden nicht abreißt. Schließlich locken bei diesem sommerlichen Abend die Biergärten und stellen eine gewisse Konkurrenz dar. Nicht für zwei „alte Spenderhasen“, die zufällig nebeneinander auf den Liegen versorgt werden. BRK-Kreisbereitschaftsleiter und Flaggschiff Otto Bauer sowie Feuerwehrmann Kurt Konrad. Sie beide wissen von ihren Einsätzen nur allzu gut, wie wichtig das Blutspenden ist. Seit über 20 Jahren spendet Konrad. Für ihn gehört es einfach zum Dienst am Nächsten dazu. „Diese wenigen Minuten sollte man sich einfach nehmen. Wie schnell kann man in die Lage kommen, selbst Blut zu benötigen“, gibt Konrad zum Nachdenken.

Otto Bauer daneben wirft eine Zahl in den Ring, die aufhorchen lässt. Bauer ist an diesem Tag zum 124. Mal beim „Aderlass“. Und gibt in Richtung BSD-Teamleiterin Angelika Eichhorn, die ihm die Nadel gesetzt hat, ein großes Kompliment. „Bei all meinen Spendenterminen musste ich nie zweimal gestochen werden. Das hier sind wirklich Profis!“, attestiert Bauer, der dabei noch locker lachen kann. Genau gezählt sind es 74 Personen, die an diesem Freitag zur Spende zugelassen wurden. Wie von Dr. Knöfel bestätigt wird, musste keiner abgewiesen werden, der zu den kritischen Urlaubsrückkehrern zählt. „Das Westnilfieber macht uns schwer zu schaffen“, so der Arzt und geht darauf näher ein. „Urlauber oder Gäste, die sich in den letzten vier Wochen in bestimmten Gebieten aufgehalten haben, können wir nicht zur Spende zulassen“, erklärt er. Dazu zählen derzeit Venedig, Mailand und Verona. Auch das Ostufer des Gardasees zählt dazu, nicht jedoch das Westufer. Ebenfalls stehen einige Osteuropäische Länder wie auch Ungarn auf der roten Liste.

Um sicher zu sein, dass man nicht zu den abzuweisenden Spendern gehört, steht eine kostenlose Hotline zur Verfügung. Unter der 0800 1194911 kann zwischen 7.30 Uhr und 18 Uhr aus dem Festnetz nachgefragt werden, ob man sich in den Risikogebieten aufgehalten hat. Wichtig dabei ist: Es zählen nur die letzten vier Wochen. Ebenfalls ist die Information unter www.blutspendedienst.com im Internet abrufbar. Von Hans-Helmut Herold

Das Blutspendeteam

steht auch am heutigen Montag 20. August, in Schongau nochmals von 16 Uhr bis 20 Uhr in den Räumen des BRK in der Wilhelm-Köhler Straße 48 bereit.

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