Über das zehnjährige Bestehen der Adipositas-Gruppe im Landkreis freuen sich (von links) Carina Baumgartner, Barbara Strobl und Athanasia Karafiloudi.
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Über das zehnjährige Bestehen der Adipositas-Gruppe im Landkreis freuen sich (von links) Carina Baumgartner, Barbara Strobl und Athanasia Karafiloudi.

10. Jubiläum

Selbsthilfegruppe Adipositas: Gemeinsam geht vieles leichter

Eine große Jubiläumsfeier war wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich, und so beging die Adipositas-Selbsthilfegruppe Weilheim-Schongau ihr zehnjähriges Bestehen unbemerkt von der Öffentlichkeit. Erika Huber vom Leitungsteam freut sich aber darüber, dass sechs Mitglieder am „Lauf gegen Leukämie“ um den Dietlhofer See zugunsten der José Carreras-Stiftung teilgenommen haben.

Landkreis – Das ganze Jahr über bietet die Adipositas-Gruppe vielfältige Hilfen für übergewichtige Menschen an. „Denn gemeinsam ist vieles leichter“, sagt Erika Huber. So gab es bis zum Ausbruch der Pandemie regelmäßige Treffen oder Aktions-Samstage mit Kindern und Freunden.

Schon jeder dritte Jugendliche ist übergewichtig

Die Neigung zu starkem Übergewicht, also Fettleibigkeit (Adipositas), steigt laut wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere bei Männern. Erschreckend ist, dass vor allem junge Erwachsene immer dicker werden: Schon jeder dritte Jugendliche ist übergewichtig, mindestens fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen sind sogar fettleibig.

Auch psychische Faktoren haben Einfluss

Dafür gibt es viele Gründe: Häufig sind mehrere miteinander verknüpft, etwa eine hormonelle Störung oder genetische Faktoren. Auch psychische Faktoren haben Einfluss – etwa bei Einsamkeit, Niederlagen, Partner- oder Jobverlust sowie im Zuge einer handfesten Depression.

„Essen kann dann die Rolle des Seelentrösters spielen“, weiß Huber. „Man versüßt sich all’ das Unangenehme des Alltags oder frisst Sorgen buchstäblich in sich hinein.“

Austausch in vertraulicher Atmosphäre

In der Selbsthilfegruppe können in vertraulicher Atmosphäre Erfahrungen und wertvolle Tipps ausgetauscht werden. „Außerdem unternehmen wir zusammen viele tolle Sachen“, erzählt Huber von Ausflügen, Linedance-Workshops oder Kräuterwanderungen. Auch Bowling, Stand-Up-Paddling, Nordic Walking oder gemeinsames Kochen stehen auf dem abwechslungsreichen Programm. Außerdem nutzen die Gruppenmitglieder in Corona-Zeiten verstärkt die sozialen Medien, um sich auszutauschen.

Ein Indikator für Fettleibigkeit ist der sogenannte „Body-Mass-Index“ (BMI). Ab einem BMI von 25 spricht man von einer leichten Fettleibigkeit, der sogenannten Präadipositas. Bei einem BMI von 30 liegt Adipositas vor. Der BMI wird berechnet, indem man das eigene Körpergewicht durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilt.

Anfällig für Folgeerkrankungen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Gelenkerkrankungen oder Venenleiden

Studien zeigen: Übergewichtige Menschen sind nicht nur einem hohen psychosozialen Leidensdruck ausgesetzt. Sie sind auch anfälliger für Folgeerkrankungen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Gelenkerkrankungen oder Venenleiden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse der vergangenen Jahre haben das Verständnis, wie Adipositas entsteht, grundlegend verändert. Adipositas wird heute ähnlich wie Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck als chronische Erkrankung klassifiziert. Und: Sie zeigt die Tendenz zu wiederholten Rückfällen, unbehandelt verschlechtert sie sich in der Regel im Zeitverlauf. Charakteristisch ist eine abnormale, exzessive Anreicherung von Körperfett, das zu weiteren Krankheiten führen kann.

Der Kontakt zur Selbsthilfegruppe ist unter der Telefonnummer 0881/62133 möglich.

PETER STÖBICH

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