Vorher - nachher: Der Schilderwald in Schongau soll überischtlicher werden. 

Aktion des Staatlichen Bauamts

Darum werden die Verkehrsschilder in Schongau ausgetauscht

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Nicht nur die Ampeln werden in Schongau neu und intelligent gebaut, auch die Verkehrsschilder sollen nach dem Willen des Staatlichen Bauamts Weilheim ausgetauscht werden. Die Stadt wurde zwar beteiligt, hat aber nichts mitzuentscheiden – obwohl es im Bauausschuss einige Fragen gab.

Schongau – Hand aufs Herz: Wüssten Sie, was auf den einzelnen Verkehrsschildern in Schongau alles draufsteht? Vermutlich nicht, weil es vor allem für Ortsunkundige wichtig ist, sich damit zu orientieren. Doch das Staatliche Bauamt Weilheim hat sich dazu entschlossen, alle möglichen Schilder entlang der Staatsstraße, für die sie zuständig ist, auszuwechseln – und das sind vom Loamer Stichl im Osten der Stadt über Peitinger, Bahnhof- und Augsburger Straße eine ganze Menge, nämlich 16 Stück. Grund ist laut Bauamts-Mitarbeiter Martin Dondl, dass die jahrzehntealten Schilder nicht mehr ordentlich reflektieren und man bei dieser Gelegenheit auch die unterschiedlichen Angaben auf den Schildern vereinheitlichen und mit neuen Symbolen versehen wolle. So heißt es einmal nur Altstadt, öfter Historische Altstadt und schließlich noch Stadtmitte. „Außerdem haben sich die Zielangaben geändert. Die sind zum Teil noch aus der Zeit, als die Bundesstraße durch Schongau geführt hat“, so Dondl.

Doch diese Änderungen sorgten im Schongauer Bauausschuss, wo Stadt-Mitarbeiter Martin Keßler die Pläne vorstellte, für längere Diskussionen. Wenn man die Beschilderung vor allem für Auswärtige mache, warum verweise man dann beispielsweise am Loamer Stichl nur noch auf Peiting, nicht mehr auf Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen und Füssen, wollte Michael Eberle (CSU) wissen. „Wir Einheimische finden Peiting“, sagte er und wunderte sich auch über den Apfeldorf-Hinweis. „Das hilft dem Auswärtigen nichts, da muss ich doch wissen, wo die großen Destinationen sind“, so Eberle. Paul Huber (CSU) meinte sogar, der Hinweis auf Apfeldorf sei falsch, weil „kein Schongauer über Birkland nach Apfeldorf fährt“.

Darauf habe die Stadt keinen Einfluss, sagte Keßler. „Wir werden nur beteiligt und können Hinweise geben.“ Zum Beispiel, dass in der Altstadt noch auf Finanz- und Landratsamt verwiesen werde, das solle mit auf die Schilder. Ansonsten gebe es ein sogenanntes Fernverkehrsverzeichnis für Bundes- und Staatsstraßen. Dort sind die übergeordneten Hinweisziele genau aufgelistet, sagte Dondl. „Und Apfeldorf ist auf der Strecke die nächstgrößere Gemeinde, das wurde so festgelegt“ – und nicht mehr Dießen, das bisher dort stand.

Er wisse, dass die Änderungen der jahrzehntelangen Schilder oft zu Debatten vor Ort führen, so Dondl. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass sich die Schilder im Zeitalter des Navigationssystems nicht mehr so die Brisanz haben wie früher. Das meinte in der Bauausschuss-Debatte auch Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD), der die Frage stellte, ob heute überhaupt noch nach den Hinweisschildern gefahren werde, „auch wenn es schön ist, wenn man mal eines sieht“.

Keßler versprach zumindest, die Hinweise aufzunehmen und noch einmal mit dem Staatlichen Bauamt zu besprechen. Doch an Apfeldorf statt Dießen und Peiting statt Bad Tölz dürfte sich nichts mehr ändern.

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