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Aktionsbündnis Schongauer Krankenhaus fordert echten Dialog

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Von: Elke Robert

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Im Ballenhaus in Schongau ist im Dezember bei virtuellen Bürgerdialog über die Zukunft der Krankenhäuser in der Region gesprochen worden. Für das Aktionsbündnis Krankenhaus blieben dabei aber viele Fragen unbeantwortet.
Im Ballenhaus in Schongau ist im Dezember beim virtuellen Bürgerdialog über die Zukunft der Krankenhäuser in der Region gesprochen worden. Für das Aktionsbündnis Krankenhaus blieben dabei aber viele Fragen unbeantwortet. © Herold

Schongau – „Das Aktionsbündnis Pro Krankenhaus Schongau ist mit dem Bürgerdialog nicht zufrieden!“ So melden sich die Vertreter der Gruppierung mit Mitgliedern aus Schongau und Umgebung nun wieder zu Wort.

Hintergrund: Die von Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman organisierte Veranstaltung am 14. Dezember im Ballenhaussaal sei kein echter Dialog gewesen, erklärt Stefan Konrad, Sprecher des Aktionsbündnisses auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Vielmehr sei es ihm wie eine Informationsveranstaltung der Krankenhaus GmbH vorgekommen.

Zwar sei ein mit insgesamt acht Vertretern breit aufgestelltes Team aus der Krankenhaus GmbH angetreten, sich den Fragen der Schongauer Bürger zu stellen. Tatsächlich seien jedoch nach der einführenden Präsentation durch Professor Norbert Roeder, dem Verfasser des Gutachtens zur Zukunft der Krankenhaus GmbH, nur wenige Fragen beantwortet worden.

Viele Fragen sind auf der Strecke geblieben

Das Thema „Facharztsuche, speziell für das Krankenhaus Schongau“ hätte einen großen Teil der Veranstaltung eingenommen, wobei die Begründung, „Schongau ist nicht gut erreichbar“, immer wieder im Mittelpunkt gestanden habe, führt das Aktionsbündnis diese Woche in einer Pressemitteilung aus. Die Auskünfte des Krankenhaus GmbH-Geschäftsführers Thomas Lippmann dazu hätten aber auch sehr verwundert, zählt das Aktionsbündnis anhand einiger Beispiele auf.

Auf der Strecke geblieben seien laut Konrad an diesem Abend viele Fragen in Sachen Krankenhaus-Zukunft, die auch bis zum heutigen Tage noch nicht beantwortet seien. In der Pressemitteilung werden exemplarisch einige der Fragen aufgelistet: „Wenn die Planungen für den Neubau einer Zentralklinik eingestellt werden, was geschieht dann mit dem Krankenhaus Schongau? Kommt Schongau als Standort für ein Zentralklinikum dann überhaupt noch in Frage? Und wenn aus dem Schongauer Krankenhaus ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) wird, wie wirkt sich das auf die Notfallversorgung im westlichen Landkreis aus?“

Was wird mit Geburtenstation?

Nicht zuletzt nennt Konrad auch auf Nachfrage der Heimatzeitung das Thema Geburtenstation. „Was wird aus der Schongauer Geburtenstation, wenn eine Kinderintensivstation gesetzlich vorgeschrieben wird?“

Zwar erwarte niemand von ihm als Notfallsanitäter, dass er persönlich den Plänen eines Zentralkrankenhauses Applaus zolle. „Es macht sich bisher keiner Gedanken, was das für den Rettungsdienst bedeutet“, so Konrad. Auch mache sich sicherlich kein Politiker die Entscheidung über die Zukunft der Krankenhäuser leicht. Dennoch hält Konrad etwa das Thema ambulante Versorgung der Patienten noch längst nicht für durchdacht. Nicht zuletzt sei das Krankenhaus Schongau für die Infrastruktur der Stadt Schongau wie auch der gesamten Region äußerst wichtig.

Bündnis besteht auf Antworten

Eine Liste von insgesamt 25 Fragen war Landrätin Andrea Jochner-Weiß laut Konrad vorgelegt worden. „Das Aktionsbündnis besteht weiter auf der Beantwortung der Fragen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Man habe bisher keine Gelegenheit gehabt, in einen direkten Austausch zu treten, wünsche sich mehr, „als nur zuzuhören und zu nicken“, so Konrad gegenüber den SN.

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