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Konzentration und Koordination erforderte der aufgebaute Rolli-Parcours des ausrichtenden Vereins Rolliwelten.

Aktionstag des Vereins Rolliwelten in Schongau

Das Handicap in den Köpfen abbauen

Der Aktionstag des Vereins Rolliwelten zum Europäischen Protesttag von Menschen mit Behinderung, hat auch dieses Jahr wieder zahlreiche Interessierte auf den Marienplatz gelockt. Renner war wie immer die inklusive Modenschau.

Schongau – Organisatorin Christine Kuisel konnte aufatmen: Pünktlich um 12 Uhr war der Marienplatz am Samstag gut gefüllt, und auch die Sonne ließ sich blicken. Einem gelungenen Festtag stand also nichts mehr im Wege.

Vorab gab es allerdings reichlich zu tun: Da zeitgleich die Foodtrucks auf dem Marienplatz Station machten, waren größere Umbauarbeiten nötig, um den Laufsteg vor dem Ballenhaus aufzubauen. „Wir müssen leben, dass Inklusion ein Teil von uns ist“, betonte die Behindertenbeauftragte des Landkreises Weilheim-Schongau, Katharina Droms. Der Verein Rolliwelten trage mit seinem Fest viel dazu bei, den Inklusionsgedanken zu verbreiten.

Aber auch der Landkreis versuche, Inklusion auf vielen Ebenen voranzubringen: So ist zum Beispiel eine neue, barrierefreie Website in Arbeit, und die Schongauer Realschule wird im Zuge der Erweiterung barrierefrei ausgebaut.

Dass auch die Stadt Schongau in Sachen Inklusion nicht untätig ist, ergänzte zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer: So werden städtische Einrichtungen sukzessiv ertüchtigt, die Ampelanlagen derzeit auf den neuesten Stand gebracht, und Barrierefreiheit im Neubau der Grundschule und beim Umbau des Münzgebäudes umgesetzt. Auch die Münz- und Weinstraße sollen barrierefrei ausgebaut werden.

Modisches für Mutter und Kind gab es auf dem Laufsteg bei der inklusiven Modenschau zu sehen.

„Inklusion ist ein Prozess, Barrierefreiheit muss vor allem in den Köpfen der Menschen beginnen“, so Kalbitzer. Inklusion sei erst dann erreicht, wenn Menschen mit Handicap oder anderer Nationen sich so selbstverständlich in der Öffentlichkeit bewegen können wie jeder andere auch.

Ein Beitrag dazu war die von Robert Kassebaum moderierte und gut eineinhalbstündige inklusive Modenschau, an der sich alle Bekleidungsgeschäfte der Altstadt sowie ein Sportgeschäft beteiligten. Ein Blumengeschäft sowie ein Fachgeschäft für Bastelbedarf hatten für die Dekoration und drei Friseure für das Styling der Models gesorgt.

Auf dem Laufsteg präsentierten behinderte und nicht- behinderte Models aktuelle Mode vom sexy Strandbikini über schicke Kombis für jeden Anlass bis hin zum feschen Dirndl. Dazwischen sorgten die Mädels der Tanzschule „dance&more“ für schwungvolle Showeinlagen.

Kaffee und Kuchen gab es am Stand des Seniorenbeirats und des Mühlenmarktes, die Kleinsten konnten sich in der Hüpfburg oder an der Feuerwehrspritze austoben oder am Malwettbewerb teilnehmen. Zudem hatte der Verein Rolliwelten einen Rollstuhl-Parcours aufgebaut, an dem sich jeder versuchen konnte.

Ursula Fröhlich

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