Alkohol-Rekord in Schongau 

5,24 Promille schafft nur ein Profi

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Die Polizeiinspektion in Schongau hat einen neuen Promille-Rekordhalter, der im sozialen Netzwerk Facebook für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Die Beamten haben den 39-jährigen Schongauer am Wochenende in Burggen mit 5,24 Promille aufgegriffen. Ein so hoher Wert ist selbst der Klinik in Schongau noch nicht untergekommen.

Schongau – Bei den aufgerufenen 5,24 Promille zieht der Funktionsoberarzt der Klinik für Innere Medizin im Schongauer Krankenhaus die Augenbrauen hoch. „Knapp an die vier Promille, das sieht man immer wieder mal“, sagt Felix Wechsler. „Aber 5,24 ist ziemlich hoch.“

Wechsler und seine Kollegen in der Klinik zapfen regelmäßig Betrunkenen Blut ab und werten die Ergebnisse aus. Zum Beispiel, wenn die Polizei den gerichtlich verwertbaren Wert eines Promillesünders anfordert. Oder, wenn besorgte Angehörige ihren volltrunkenen, komatösen Filius vorbeibringen. Aber 5,24 Promille? „Das schafft man nur, wenn man chronisch trinkt“, weiß der Oberarzt. „Ein Jugendlicher würde so etwas nicht schaffen, er schläft vorher ein oder erbricht.“

Bei den älteren, chronischen Trinkern sieht es anders aus: Da komme es immer wieder mal vor, dass ein Patient „mit drei Promille noch gerade läuft, ohne sich am Geländer festzuhalten“, weiß Wechsler. Deshalb tut sich der Arzt auch schwer mit der Antwort auf die Frage, ab welchem Promillewert es für die Patienten kritisch wird. „Das ist immer abhängig von seinem Befinden.“

Die Polizei in Schongau hatte ihren aktuellen Rekordhalter bekanntlich ein Bett in der Ausnüchterungszelle zur Verfügung gestellt. Auch der 39-Jährige konnte sich trotz seines abenteuerlichen Alkoholwerts noch auf den Beinen halten, die Beamten hatten sich keine großen Sorgen um ihn gemacht. „Man weiß nicht, was passiert, wenn er einschläft. Da kann man im Voraus schwer alles ausschließen“, sagt der Arzt aus der Schongauer Klinik. Den Beamten macht er aber keinen Vorwurf für ihr Vorgehen. Denn im Krankenhaus wäre es dem Volltrunkenen nicht viel anders ergangen. Auch hier wäre er in dem beschriebenen Zustand nicht intensiv versorgt, sondern in ein Bett gelegt worden, erklärt der Oberarzt. Man würde ihn nicht kontinuierlich überwachen.

Der Schongauer Polizeichef Herbert Kieweg ließ gestern überhaupt keine Zweifel aufkommen, dass seine Beamte alles richtig gemacht haben. „Die Kollegen sind da sehr sensibel“, weiß er. Wie berichtet, hatten sie den Schongauer in der Nacht auf Sonntag in Burggen in Gewahrsam nehmen müssen, weil er laut herum krakelte und randalierte. Das Atemalkoholgerät, in das ihn die Beamten blasen ließen, brachte den abenteuerlichen Wert von 5,24 Promille zutage. Und der 39-Jährige steckte die Unmengen Alkohol tatsächlich recht gut weg. Er schlief in der Zelle seinen Rausch aus, bevor er im Laufe des Sonntags die Inspektion aufrechten Ganges verließ.

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Gäste dieser Art sind für die Inspektion nichts ungewöhnliches: „Das kommt alle paar Wochen mal vor“, berichtet der Inspektionsleiter. Die Betrunkenen würden zum eigenen Schutz in Gewahrsam genommen. „Denn es besteht die Gefahr, dass sie eine Straftat begehen“, nennt Kieweg den Grund. Das übliche Klientel habe aber deutlich weniger Promille als der Gast vom Wochenende. Mal seien es drei, mal 1,5 Promille. Die Beamten machen dabei ähnliche Beobachtungen wie das Krankenhauspersonal. Der eine vertrage mehr, der andere weniger, so Kieweg. „Das kommt ganz auf die Person an.“

Wie viel Alkohol kann ein Mensch maximal überleben? Darauf wissen weder der Schongauer Polizeichef noch der Oberarzt eine genaue Antwort. Laut Medienberichten aus aller Welt haben einige Menschen sogar schon mehr als acht Promille überlebt. Zum Beispiel im Jahr 2002 ein Pole, der in Berlin bereits kräftig einen über den Durst getrunken hatte, bevor er eine Flasche Wodka „auf Ex“ leerte. Eine Blutwäsche im Krankenhaus rettete ihm damals das Leben.

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