Im Bereich der Hol- und Bringzone am Schulzentrum Schongau war es am Ende des vergangenen Jahres zu einem Schaden an den darunter liegenden Rohren gekommen.
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Im Bereich der Hol- und Bringzone am Schulzentrum Schongau war es am Ende des vergangenen Jahres zu einem Schaden an den darunter liegenden Rohren gekommen.

Der Kanal ist schon mehr als 50 Jahre alt und hat mehrere Löcher

Alte Fernwärmeleitung in Schongau wird untersucht

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Eine der ältesten Fernwärmeleitungen in Schongau, der Haubenkanal zwischen Schulzentrum und Krankenhaus, muss eventuell saniert werden. Mehr als 50 Jahre ist der Kanal schon alt, und seit 2019 sind bereits mehrere Lecks entstanden. Den Zustand der Leitung möchte man sich heuer nach der Heizperiode einmal genauer anschauen.

  • Eine über 50 Jahre alte Rohrleitung in Schongau soll untersucht werden
  • In den vergangenen Jahren gab es schon mehrere Rohrbrüche
  • Abwarten, bis an der Wilhelm-Köhler-Straße gearbeitet wird

Schongau – Dass es um einige der Fernwärmeleitungen in Schongau schlecht bestellt ist, deutete sich im Dezember bei einer Nachfrage im Werkausschuss an: Michael Eberle (CSU) hatte Hintergründe über einen Einsatz bei der Berufsschule erbeten, wo es aus dem Erdreich „rausgedampft“ habe. Und weil es heuer schon einmal eine längere, arbeitsintensive Reparatur der Fernwärmeleitung am Schulzentrum gegeben hatte, stellte Eberle die Frage: „Ist dies nun Zufall, oder sind die Leitungen marode?“

„Das Problem ist bekannt“, bestätigte Florian Hiemer, Technischer Leiter der Schongauer Stadtwerke. Auch bei der Berufsschule gebe es ein Leck. Beide Stellen liegen am sogenannten Haubenkanal.

Rohre liegen unter einer Betonhaube und rosten langsam durch

Das Problem ist schlicht und einfach Korrosion: Diese Rohre sind nicht direkt im Boden verlegt, sondern liegen unter einer Betonhaube in einem Hohlraum auf einer Aufständerung aus Stahl. Dort, wo die Rohre direkt auf Schweißnähten aufliegen, rosten sie nun langsam durch – und zwar von außen nach innen.

Es sei den Betriebsjahren geschuldet, dass nun verstärkt Rohrbrüche auftreten, erläutert Hiemer auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. „Man darf sich das nicht zu dramatisch vorstellen, diese Leitung ist seit über 50 Jahren in Betrieb, das System hat seine Lebenszeit bereits überschritten.“

Schon drei Rohrbrüche

Nach einem ersten Rohrbruch 2019 in der Wilhelm-Köhler-Straße gab es ein ähnliches Problem in der Haldenberger Straße. 2020 kam es dann im Dezember zum Leck an der Berufsschule und zuvor schon die längere Baustelle beim Schulzentrum. Über Wochen war der Bereich bei der Hol- und Bringzone nicht befahrbar (wir berichteten mehrfach).

Und dies nicht etwa, weil sich die Reparatur so kompliziert gestaltete. „Dort waren Rohre verbaut, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, und es gab lange Lieferzeiten für die neuen“, erklärt Hiemer. „Wichtig war, das noch vor dem Winter zu schließen, und da können wir stolz sein drauf.“ Die Asphaltdecke dort sei im Übrigen bisher nur ein Provisorium, weshalb es auch noch etwas holpert – nach der Frostperiode wird dort die Fahrbahndecke neu gemacht.

Wie Hiemer ausführt, soll während der laufenden Heizperiode nichts weiter gemacht werden, für eine größere Untersuchung wartet man ab bis ins Frühjahr. Dazu sollen vor dem Technischen Schulzentrum am Parkplatz die Rohre freigelegt werden, um genauer abschätzen zu können, wie man den Kanal sanieren könnte und was genau ansteht.

Wärmeversorgung ist jederzeit gewährleistet

Vorstellen muss man sich die Schongauer Fernwärmeleitung als Ringschluss, ein von zwei Seiten geschlossener Kreislauf. Der Haubenkanal ist innerhalb dieses Ringschlusses eine Hauptachse. Die Wärmeversorgung sei aber zu jeder Zeit gewährleistet, auch wenn einmal unterbrochen werden müsste.

Rund 1800 Meter lang ist dieses alte Kanalstück aus dem Ende der 60er-Jahre, das in der Marktoberdorfer Straße beginnt, am Faulen Graben entlangläuft, die Altenstadter Straße kreuzt und unter der Wilhelm-Köhler-Straße bis zur Berufsschule und von dort aus zum Krankenhaus führt.

Mit Vor- und Rücklaufleitung 70 Kilometer lang

Wie die Sanierung aussehen könnte, dafür gebe es sicherlich mehrere Lösungen, er könne sich auch nicht vorstellen, dass die komplette Länge getauscht werden müsse, so Hiemer. „Im Innenbereich, wo das Heizwasser fließt, ist die Oberfläche makellos“, so Hiemer. Problematisch werden könne jedoch eine Sanierung unterhalb der Straßen.

Weil mittelfristig ohnehin angedacht sei, die Wilhelm-Köhler-Straße anzupacken, sei es wichtig, dass auch die Stadtwerke dann einen Plan zur Hand haben. Hiemer: „Wir müssen vorbereitet sein.“ Insgesamt ist das Schongauer Fernwärmenetz übrigens 35 Kilometer lang, mit jeweils einer Vor- und Rücklaufleitung kommt man also auf 70 Kilometer.

Ganz überraschend komme die Nachricht, dass der Haubenkanal recht marode ist, nicht, hatte Friedrich Zeller (SPD) schon im Werkausschuss angemerkt. „Wir haben uns schon über etliche Sitzungen hinweg im Stadtrat damit beschäftigt, aber das Thema ist recht komplex“, so Zeller. Diese Ergänzung sei ihm dennoch wichtig: „Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass wir davon überrascht sind – wir sind seit Längerem dran.“

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