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Mit der Drehleiter öffnete die Feuerwehr die obere Hallenabdeckung.

Brandursache noch unklar

Brand im Heizkraftwerk Altenstadt: Bis spät in die Nacht gelöscht - Großeinsatz

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Ein Schwelbrand im Heizkraftwerk Altenstadt beschäftigte viele Feuerwehrleute und Helfer. Eine große Menge Brennstoffe hatte sich entzündet.

  • Im Heizkraftwerk Altenstadt brach am Donnerstag (26.12.) ein Feuer aus.
  • Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. 
  • Nach ersten Schätzungen brennen rund 1000 Kubik Hackschnitzel. 


++ UPDATE vom 27. 12. 2019, 17.30 Uhr ++
Altenstadt - Über 13 Stunden hat sich vorgestern der Feuerwehr-Einsatz am Heizkraftwerk Altenstadt hingezogen, erst um 23 Uhr konnten die Kameraden von neun Feuerwehren aus der Umgebung zum gemütlichen Teil des zweiten Weihnachtsfeiertags übergehen. Geklappt hat alles wie am Schnürchen, das größte Lob kommt von Firmenchef Siegfried Schuster persönlich.

„Die Feuerwehr war sehr engagiert“

„Die Feuerwehr war sehr engagiert und hat gute Arbeit geleistet – das hätten wir selbst nicht mehr machen können.“ So fasst es Siegfried Schuster, Chef des Altenstadter Heizkraftwerks, am Freitag zusammen. Schon am ersten Weihnachtsfeiertag hatte man die Vermutung, dass irgendwo in der 30 mal 100 Meter großen Halle ein Glutnest sein könnte – die Temperaturfühler im Gebäude zeigten zu viel an. Bis zu 15 000 Kubik Hackschnitzel sind dort eingelagert für das Heizkraftwerk, Berge, die auch mal fünf, sechs Meter hoch werden können. Am zweiten Weihnachtsfeiertag morgens wurde dann in der Mitte aufgebaggert, dort, wo auch etwas Dunst aufstieg: „Es waren nur einzelne Funken, aber es hieß sofort ,Wasser marsch’“, erzählt Schuster. Funken vom letzten Schreddern vor Ort oder auch bei einem Anlieferer, ein kleines Glutnest, das vor sich hinglimme, reiche aus.

Zuerst hatte man noch selbst versucht zu löschen 

Zuerst hatte man versucht, noch mit eigenen Kräften zu löschen. „Es gibt Wasserwerfer, mit denen wir die ganze Halle fluten könnten und mindestens zehn Hydranten“, so Schuster. Aber sobald Sauerstoff dazukommt, entstehen nicht nur offene Feuerstellen, sondern das Material qualmt auch sehr stark, „da braucht man unbedingt Atemschutz“. Noch gestern Morgen lag der beißende Brandgeruch in der Luft. Kreisbrandmeister Johann Deschler ist am Donnerstag ab morgens um 9 Uhr vor Ort, alarmiert die ersten zwei Feuerwehren aus Altenstadt und Schongau. Rasch ist klar, dass man auch den großen Tunnellüfter aus Peißenberg braucht, damit man überhaupt in der Halle arbeiten kann. Denn die Glutnester – an verschiedenen Stellen gibt es auch kleine, offene Feuer – müssen so rasch wie möglich raus aus dem Lager. Zur Sicherheit sollen etwa ein Kubik Hackschnitzel abgelöscht werden. Und weil die Arbeiten für die Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten anstrengend seien, holt Deschler nach und nach die Kameraden aus Burggen, Schwabbruck, Schwabniederhofen, Schwabsoien und Hohenfurch. Auch BRK und Polizei sind vor Ort sowie Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck.

Gearbeitet wurde mit großem Gerät 

Gearbeitet wurde teils mit großem Gerät. „Wir haben zwei große Radlader, die jeweils zehn Kubik fassen, und einen kleinen“, zählt Schuster auf. Doch dies reichte nicht aus, das glimmende Heizmaterial abzutransportieren. Optimal sei die Nachbarschaftshilfe gewesen, bedankt er sich, drei weitere Firmen hatten direkt ihre Fahrzeuge angeboten. Die gute Nachbarschaft war dann auch für das Löschen selbst wichtig. Um eine Geruchsbelästigung so gering wie möglich zu halten, wurde insgesamt mit einer Riesenmenge Wasser gearbeitet. „Die Zisterne vor Ort war irgendwann nur noch für den Eigenbetrieb zu nutzen“, so Deschler. Als neunte Wehr hatte er die Bernbeurer zur Löschwasserversorgung geholt. Angezapft wurden die Zisternen der Futtertrocknung und „D+S Logistik“, es wurden Schlauchleitungen von den Zisternen bis zum Einsatzort verlegt.

Einsatz erst um 23 Uhr beendet  

Am späteren Abend des zweiten Feiertages war dann alles unter Kontrolle, Deschler konnte die Einsatzstelle an den Betreiber übergeben. „Die Firma hat die Brandwache selbstständig übernommen.“ Beendet wurde der Einsatz offiziell gegen 23 Uhr. Bis dahin waren auch die Geräte wieder sauber, die Fahrzeuge und das Equipment erneut einsatzbereit. Und Zeit für das wohlverdiente Weihnachtsbier. „Es ist bei einem so langen Einsatz besonders wichtig, sich nochmals auszutauschen“, so Deschler. Firmenchef Schuster hatte bedauert, „dass ich die Feuerwehr vom Weihnachtsbraten wegholen musste“. Aber dies mache man auch nur, wenn es unbedingt nötig sei, „und es war notwendig“.

Erster Bericht vom 26. 12. 2019: Altenstadt

– Ein Schwelbrand im Heizkraftwerk von Altenstadt beschäftigt seit dem Vormittag des zweiten Weihnachtsfeiertags (26.12.) viele Feuerwehrleute und Helfer. Eine riesige Menge Hackschnitzel hatte sich in der Lagerhalle des Heizkraftwerks entzündet. Weil es so viel ist – nach einer ersten Schätzung kokeln rund 1000 Kubik Hackschnitzel – ist teilweise ein direktes Ablöschen gar nicht mehr möglich. 

Feuer im Heizkraftwerk Altenstadt: Riesige Menge Brennstoffe entzündet 

Wie Kreisbrandmeister Johann Deschler erklärt, werden die glühenden Brennstoffe mit Radladern in Eisencontainer verladen. Diese werden nach draußen gebracht und abgelöscht. Teilweise wird das Material auch am Betonboden ausgebreitet oder auf etwas entfernt liegenden Flächen gebracht. Immer zu Zweit arbeiten die Feuerwehrler, sechs bis acht Atemschutz-Trupps sind gleichzeitig im Einsatz. 

Bilderstrecke: Fotos vom Brand im Heizkraftwerk Altenstadt

Dicker Qualm liegt über dem Heizkraftwerk und den Brandstellen. Sobald das glimmende Material im Freien ist, beginn es stark zu rauchen. Schon gegen Mittag fordert Deschler daher den großen Tunnellüfter aus Peißenberg an. „Damit arbeiten wir in und an der Halle.“ 

Feuer im Heizkraftwerk Altenstadt: Großeinsatz läuft - Ursache noch unklar

Vor Ort sind zu diesem Zeitpunkt bereits die Altenstadter und die Schongauer Feuerwehr. Mehr als 60 Feuerwehrler sind zu diesem Zeitpunkt im Einsatz. Die Rauchentwicklung ist riesig, die Arbeit anstrengend. Am frühen Nachmittag holt Deschler weitere Unterstützung, damit die ersten Atemschutzträger sich ausruhen können. Die Feuerwehr aus Burggen und Schwabniederhofen unterstützen nun die Kollegen aus Altenstadt, Schongau und Peißenberg, 

Nach 15 Uhr kommen weitere Feuerwehrkameraden dazu, diesmal wird Schwabsoien alarmiert. Kurz vor vier Uhr dann Bernbeuren. Auch die Schwabbrucker sind vor Ort, Deschler schätzt, dass er abends noch die Mannen aus Hohenfurch braucht.

Die Löscharbeiten ziehen sich wohl bis in die späte Nacht hinein

 Die Löscharbeiten ziehen sich, es dauert, bis das ganze Brandgut aus der Halle ist. Die Arbeiten ziehen sich voraussichtlich bis in die späten Abendstunden. „Wir sind aber guter Dinge, dass wir das heute Nacht noch in den Griff bekommen“, so der Kreisbrandmeister. Über die Brandursache kann Deschler nicht viel sagen, die Hackschnitzel könnten sich aber durchaus auch selbst entzündet haben. Über die Schadenshöhe gibt es noch keine Angabe, die Halle scheint aber nicht groß beschädigt zu sein.


Und schon wieder ein Stadelbrand im Lechrain, insgesamt brannten nun sieben Scheunen 

In Puchheim stand ebenfalls am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Lagerhalle in Flammen. Wegen der großen Hitze explodierten Reifen - eine riesige Rauchsäule war zu sehen. 

Eine ganze Reihe von Bränden im Lechrain beschäftigt aktuell die Kripo. Erst kürzlich standen wieder zwei Stadel in Flammen. Mittlerweile hat die Polizei einen schrecklichen Verdacht.

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