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Das hält: Während Thomas Falkner unterhalb der Bootshaus-Terrasse die neue Konstruktion erklärt, zieht Vater Franz die letzten Muttern fest. Rechts Christoph Schrenk, der schon die Haltegurte gelöst hat. Die 2,90 Meter langen Querträger (vorne) sowie die Schrägabstützungen (links) wurden zusätzlich angebracht.

Am Schongauer Lido 

Bootshaus-Terrasse steht wieder stabil

Das Fundament der Terrasse des Bootshauses am Lido ist mit den Jahren gewaltig in die Schräglage gekommen. Vor allem das Schwelleis im Winter hat ganze Arbeit geleistet. Ein ins Auge gefasster Abriss samt Neuaufbau hätte die Stadt 200 000 Euro gekostet. Ein durchdachtes Konzept brachte nun eine günstigere Lösung.

Schongau – Es brodelte quasi im Untergrund der Terrasse am Bootshaus. Und demzufolge auch im Kopf von Betreiber Günter Schultz. Seit Jahren verfolgte er die Deformierungen der Betonfundamente und Stahlkonstruktionen unterhalb der großen Terrasse. Durch das Schwelleis wurden über die Jahre hinweg die fünf Betonringfundamente, die am Wasserbereich eingelassen sind, einen halben Meter Richtung Uferfläche in Schräglage gedrückt. Gewaltige Kräfte waren am Werk, wenn man bedenkt, dass so ein Betonfundamet einen Durchmesser von gut einem Meter hat. Folglich wurden auch die senkrecht angebrachten Eisenstützen verbogen. Zum Teil so stark, dass die Schraubbolzen die Bohrungen aufrissen.

Guter Rat war teuer. Verschiedene Mitarbeiter von Handwerksbetrieben waren vor Ort, um die Lage einzuschätzen und Vorschläge zu unterbreiten. Am Ende wurde erwägt, den ganzen Unterbau rückzubauen und ein neues Fundament zu konstruieren. Die Kostenrechnung erbrachte zirka 200 000 Euro. Eine wesentlich kostensparendere Idee kam von Vater und Sohn Falkner Metallbau. Franz und Thomas legten einen Vorschlag vor, mit dem der beauftragte Statiker voll einverstanden war. Das Vater-Sohn Gespann bekam den Zuschlag. Gute zwei Wochen dauerten die Reparaturmaßnahmen, die jetzt abgeschlossen wurden.

Wie die Arbeiten vonstatten gingen, erzählte Junior Thomas Falkner vor Ort. Für den Teil der Arbeiten, die Betonfundamente wieder ins Lot zu bringen und zu befestigen, holten die beiden Schlosser den Bauunternehmer Helmut Haberstock aus Altenstadt mit ins Boot. Von ihm wurden die Betonringfundamente auf der Seite zum Wasser mit einem Bagger völlig freigelegt. Mittels einer großen 35-Tonnen-Hydraulikpresse wurden die fünf Betonpfeiler, die drei Meter lang sind, wieder in die Senkrechte gestellt. Haberstock betonierte dann zusätzlich noch den Bereich im unteren Drittel der Pfeiler. 

Im nächsten Schritt brachten die Metallbauer fünf Querträger aus Stahl zwischen den äußeren und mittleren Betonringen als Verbindungsstreben an – alle Seiten mit Stahldübeln fest verankert. Damit war schon wesentlich mehr Stabilität geschaffen als im Vorfeld. Doch nicht genug: „Wir haben zu den fünf kurzen Senkrechtstützen noch seitlich Schrägabstützungen angebracht“, erklärt Thomas Falkner, während Vater Franz die letzten Verschraubungen vornimmt. „Bombenfest“, lautete sein Kommentar. Und die Kosten? Alles in allem sind es jetzt nur 30 000 Euro, die Stadt berappen muss.

Von Hans-Helmut Herold

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