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Schulleiter unter sich: Bernhard O’Connor (M.) mit seinen Vorgängern Ludwig Dufter (l.) und Wolfgang Gebler.

Amtseinführung von Bernhard O’Connor

Die Oma hatte Unrecht

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Seit zwei Monaten ist er bereits im Amt, jetzt ist Bernhard O’Connor bei einer Feier offiziell ins Amt des Schulleiters am Welfen-Gymnasium eingeführt worden. „Die Schongauer haben es mir nicht schwer gemacht, mich wohl zu fühlen“, sagte der 55-Jährige.

Schongau – Für die mehr als 100 Festgäste aus Politik und Wirtschaft war es ein Déjà vu: Als im Februar Wolfgang Gebler nach 16 Jahren im Amt verabschiedet wurde, waren nahezu die selben Redner da – bis auf Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die von Karl-Heinz Grehl vertreten wurde.

Den Auftakt der Feier, die von Chor und Orchester des Welfen-Gymnasiums musikalisch begleitet wurde, bestritt Vize-Schulleiter Hubert Orthuber. Man habe sich bereits ausführlich mit dem neuen Chef beschnuppert, sagte er. Das Ergebnis: „Wir haben einen guten Fang gemacht. Denn er fügt das Beste aus zwei Welten, nämlich Nieder- und Oberbayern, zusammen“, sagte er mit Anspielung auf O’Connors Geburtsort Landshut, wo er zuletzt zwölf Jahre das örtliche Hans-Carossa-Gymnasium geleitet hatte. Aufgewachsen ist er aber in Altenstadt, ging in Schongau zur Schule – „er hat hier 1980 am Gymnasium Abitur gemacht und kommt tatsächlich freiwillig zurück“, sagte Orthuber unter dem Gelächter des Publikums.

Mehr als 100 Festgäste waren zur Amtseinführung gekommen, darunter zahlreiche Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden. „Da freue ich mich sehr, denn dieses große Einzugsgebiet ist neu für mich“, so Schulleiter O’Connor.

Auch Grehl sorgte für Lacher, als er berichtete, wie die Landratsamts-Mitarbeiter die ersten Begegnungen mit O’Connor geschildert haben: „Die haben gesagt, das ist ein Netter – und das wird nicht über alle gesagt.“ Der Vize-Landrat schilderte die vielen Ausgaben des Landkreises bei Schulsanierungen und -neubauten auch in Schongau und prophezeite, dass die Versorgung mit neuen Medien wie Tablets und W-Lan das nächste große (Kosten-)Thema werde.

Eine besondere Beziehung zum Welfen-Gymnasium hat Falk Sluyterman. Nicht nur, weil die Schule und deren Leiter für den Bürgermeister „ganz wichtig für Schongau sind“, sondern auch, weil zwei seiner Söhne dort vor zwei Jahren Abitur gemacht haben und beim dritten „berechtigte Hoffnung“ bestehe, dass er dieses Jahr folge. Als Geschenk bekam O’Connor einen Schongau-Regenschirm überreicht als Zeichen, „dass wir Sie nie im Regen stehen lassen“.

Der Ministerialbeauftragte Stephan Zahlhaas lobte O’Connor als sturmerprobten Schulleiter, der bereits 2005 als Neuling in Landshut das achtjährige Gymnasium einführen musste und jetzt in Schongau die Rückkehr zum G9 bewältigen soll. Dafür sei er der richtige Mann.

Die Elternbeirätin Sarah Ehrhard sowie die Schülersprecher Nadine Rößle und Loki Forster sprachen kurze Grußworte, Personalrat Manfred Berchtold überraschte mit einer sprachlich brillanten Kontaktanzeigen-Rede über die Beziehung eines neues Schulleiters zu einer in die Jahre gekommenen Schule: „Wer mag schon mit 80 Lehrern das Eheversprechen eingehen? Aber er ist auf die Liebesbekundungen eingegangen“, sagte Berchtold unter dem Applaus der Gäste.

Zum Abschluss trat schließlich O’Connor selbst ans Mikrofon. Für ihn sei es wie eine Rückkehr in die Jugendzeit, schwärmte er, hier sei er zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder mit seinem Geburtsnamen Bremer konfrontiert worden – er hatte bei der Heirat den Namen seiner Frau angenommen. „Meine Oma ist damals entsetzt auf mich zugekommen und hat gesagt, mit dem Namen werde ich niemals Beamter in Deutschland werden“, erinnert er sich schmunzelnd. Es ist bekanntlich anders gekommen. O’Connor erinnerte sich noch daran, wie er in der 10. Klasse seine spätere Frau kennengelernt hatte: „Wir waren Fahrschüler und saßen im Winter auf dem Heizkörper an der Tür.“ Manche Ecken seien tatsächlich noch wie im Jahr 1980, es gebe aber auch viel Neues.

„Ich fühle mich als Lernender und muss mir noch ein Bild machen“, sagte O’Connor zum Thema Veränderungen – die kämen sowieso von außen wie beim neuen Lehrplan und dem G9. „Im Mittelpunkt stehen aber die Schüler, die ich fördern und fordern will. Fächer wie Kunst, Musik und Sport sind mir wichtig, um individuelle Talente des Einzelnen zu stärken.“ Mit einem abschließenden Hinweis auf die mangelhafte Parkplatz-Situation, die möglichst schnell behoben werden müsse, ging es nach viel Applaus zum gemütlichen Teil mit Verpflegung durch das Mensa-Team von Herzogsägmühle über.

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