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An diese Mauer soll das Lagerhäuschen gebaut werden, zeigt Kindergarten-Leiterin Manuela Schülke.

Stadtrat

Angebliches Luxus-Lagerhaus: Schongaus CSU wittert Stimmungsmache gegen Kirche

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Gleich mehrere Zuschuss-Anträge von Kindergärten sind im Schongauer Stadtrat behandelt worden. Und bei allen gab es Diskussionen. Vor allem über eine angebliche Luxus-Gartenhütte des Kindergartens Mariae Himmelfahrt.

Schongau – Wenn in den nicht-städtischen Kindergärten etwas saniert oder Geräte neu gekauft werden müssen, ist die Stadt gemäß einer Vereinbarung mit zwei Dritteln der Kosten mit im Boot. Dementsprechend stellte die katholische Kirchenstiftung Verklärung Christi jetzt den Antrag, die dringend erforderliche neue Sand- und Spiellandschaft zu bezuschussen. Die alte war so marode, dass sie vergangenes Jahr zurückgebaut werden musste. Jetzt steht als Notlösung nur noch ein kleines überdachtes Podest in dem großen Sandkasten. „Ich habe mir das angeschaut, da besteht dringender Handlungsbedarf“, bestätigte Kornelia Funke (CSU). Zumal vergangenes Jahr eine Notgruppe dort eröffnet hat und in der Einrichtung mittlerweile 80 Kinder untergebracht sind.

Die Notwendigkeit war im Stadtrat kein Thema, wohl aber die Ausführung: Die Anschaffung mit einem betoniertem Anstaubecken sollte nämlich insgesamt 30 900 Euro kosten, mit einem mineralischen Becken wären 2500 Euro mehr fällig. Den Unterschied konnte aber niemand erklären, weil Kindergarten-Sachbearbeiterin Rita Weckbecker sich in dieser Materie nicht auskennt und der zuständige Stadtbauamts-Mitarbeiter nicht da war. „Gibt es Unterschiede in der Haltbarkeit, gibt es Folgekosten?“, waren die Fragen der Stadträte. Kurz vor der Vertagung fiel doch noch einstimmig die Entscheidung, dass diese Frage intern geklärt und, falls es keine großen Überraschungen mehr gibt, die günstigere Variante gekauft wird.

Noch höher schlugen die Wellen beim nächsten Punkt, den Neubau einer Geräte- und Lagerhütte für den Kindergarten Mariae Himmelfahrt. Auch dort war unstrittig, dass Handlungsbedarf besteht, nachdem Weckbecker die Probleme aufgezählt hatte. Demnach wird der Müll in einem Lagerraum unter der Treppe gelagert, mit entsprechender Geruchsproblematik im ganzen Haus. Dort stehen mangels Lagerkapazitäten auch Besen, Rechen und Schneeschaufeln. Ein Tischwagen steht im Turnraum und muss stets hin- und hergeschoben werden, für Ausflüge genutzte eigene Kinderwagen blockieren den Eingangsbereich. Deshalb soll die dreigeteilte Hütte als Abfall-, Lager und Kinderwagen-Abstellraum genutzt werden.

Die Kosten von 70 000 Euro allerdings erscheinen der Stadt zu hoch. Man habe im Vorfeld versucht, Änderungen bei der Ausführung oder der benötigten Fläche zu machen, aber leider ergebnislos, so Weckbecker. „Ich habe mit dem Bistum telefoniert, die sind auch erschrocken über die Summe.“

Die Stimmung im Stadtrat war ähnlich. „Für den Preis kann ich drei bis vier Fertiggaragen hinstellen, das ist nicht nachvollziehbar und geht auf keinen Fall“, sagte Stephan Hild (UWV). Auf Nachfrage von Friedrich Zeller (SPD) sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD), man habe einen Alternativ-Vorschlag in Höhe von 20 000 Euro gemacht, der reichen müsste.

Erst Michael Eberle (CSU) brachte die Stimmungs-Wende. Er fand es unmöglich, wie negativ der Antrag vorgestellt wurde und dass erst nach Nachfrage ein Plan und die Größe der Hütte (9 auf 6 Meter) mitgeteilt werde. „Man tut so, als wäre die Kirche der Verschwender“, empörte sich Eberle. Keiner schüre Vorurteile, entgegnete Sluyterman. Doch als Stadtbaumeister Ulrich Knecht nach Aufforderung von Eberle durchrechnete, was ein Bau von knapp 60 Quadratmetern mit Fundament und Zuwegung kostet, kam er grob überrissen auch auf 50 000 bis 60 000 Euro. Sluyterman führte noch ein günstigeres Referenzobjekt am Waldfriedhof ins Feld, konnte auf Nachfrage von Eberle aber keine Kosten nennen. „Das ist keine gute Entscheidungsgrundlage“, sagte Gregor Schuppe (ALS) dazu. „Die Verwaltung hat uns hier als Alternative ein Müllhäuschen präsentiert.“ Und Markus Wühr (CSU) erinnerte daran, dass man am Plantsch ein kleines hölzernes Radlhäuschen für satte 25 000 Euro hingestellt habe.

Schließlich gab sich Sluyterman geschlagen, der Beschluss wurde auf die nächste Sitzung Ende Mai vertagt.

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