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Robert Kasssebaum steht vor seinem Optikgeschäft auf dem Marienplatz – wenn es nach ihm und anderen Geschäftsleuten geht, sollen auf dieser Seite der Fußgängerz one zumindest übergangsweise bald wieder Autos fahren dürfen.

Antrag an den Schongauer Stadtrat

Einzelhändler fordern Verkehrsfreigabe der Fußgängerzone während Lechberg-Sperre

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Die bevorstehende Sperrung des Lechbergs nehmen die Einzelhändler in der Schongauer Altstadt zum Anlass, die Verkehrsfreigabe für die Westseite der Fußgängerzone zu fordern. Die Geschäftsleute fürchten, dass noch weniger Kunden den Weg zu ihnen finden. Der Stadtrat muss nun über den Antrag entscheiden.

Schongau – Montagnachmittag, 16 Uhr, Schongau, Marienplatz: Ein paar wenige Fußgänger schlendern durch die Fußgängerzone. Viel los ist nicht, daran ändern auch die wenigen Asylbewerber nichts, die unter den Schirmen in der Mitte des Platzes sitzen und mit ihren Smartphones gelangweilt im kostenlosen W-Lan surfen. Robert Kassebaum blickt frustriert aus seinem Optikgeschäft gegenüber und stößt einen Seufzer aus: „Heute sind mal wieder wahnsinnig viele potenzielle Kunden unterwegs.“

Die Einzelhändler in der Altstadt wollen sich nicht mit diesem Bild abfinden. Für sie gibt es nur einen Schuldigen an der Misere: die Fußgängerzone an sich, die den Verkehr aussperrt und ihm die Parkplätze raubt. Im Kampf für die Wiedereröffnung haben die Einzelhändler nun einen neuen Anlauf genommen. Die bevorstehende Sperrung des Lechbergs, der saniert wird, nehmen sie laut Kassebaum zum Anlass, zumindest die Freigabe der Westseite des Marienplatzes für den Verkehr zu fordern. Denn die Geschäftsleute fürchten, dass nach der Sperrung des Bergs noch weniger Kunden den Weg in die Altstadt finden. Die Öffnung der Fußgängerzone „würde zumindest etwas Belebung bringen“, meint Optiker Kassebaum.

Ein gutes Dutzend Einzelhändler hat den Antrag an den Stadtrat unterschrieben, in dem obendrein vorgeschlagen wird, den Lindenplatz hinter dem Ballenhaus als Kurzparkzone auszuweisen. Antragsteller sind neben Kassebaum unter anderen das Jeanscafé, Audio Video Köpf, Trachten Ampertal, das Ballenhaus-Bistro, die Repper-Media GmbH, Mode Huber + Tom Tailor sowie die Brunnen-Apotheke. „Wir halten diese Maßnahme für grundlegend wichtig aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der Südseite der Altstadt während der Baumaßnahmen“, schreiben die Unterzeichner. „Zusätzlich würde eine gute Parkmöglichkeit für 200 Kunden täglich am Lindenplatz geschaffen, da diese Parkplätze bisher fast ausschließlich von Dauerparkern genutzt werden und somit für den Kundenverkehr während der Einkaufszeiten entfallen.“

Für die Zukunft wünschen sich die Einzelhändler freilich eine dauerhafte Freigabe der Fußgängerzone. Konkrete Zahlen möchte Kassebaum zwar keine nennen, aber der Umsatzrückgang – vor allem der mit den auswärtigen Kunden – sei deutlich zu spüren. Der Optiker und seine Mitstreiter sehen zumindest in der Altstadt eine überwältigende Mehrheit hinter ihrer Forderung. So berichtet Kassebaum von einer eigenen Umfrage: Von 54 Geschäftsleuten haben sich demnach 45 für die sofortige Wiedereröffnung ausgesprochen, sieben waren unentschlossen, nur zwei wünschten sich den Erhalt der Fußgängerzone.

Die Stadt wertet den Antrag der Einzelhändler „als sogenannte Eingabe an den Stadtrat, was nach der bayerischen Gemeindeordnung möglich ist“. Der Stadtrat werde sich deshalb in einer der nächsten Sitzungen mit dieser Eingabe befassen, erklärt Sprecherin Meike Petro. „Selbstverständlich wird die Verwaltung beziehungsweise Bürgermeister Sluyterman dem Gremium in der Sitzung zu den beiden in der Eingabe genannten Anliegen jeweils einen Entscheidungsvorschlag unterbreiten“, kündigt sie an. Wie dieser aussehen wird, ließ die Sprecherin offen.

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