Sind gut gerüstet für die Aufnahme von Corona-Patienten: (v.l.) Jochen Dresel, Christian Sturm und Florian Amor vor einem Beatmungsgerät.
+
Sind gut gerüstet für die Aufnahme von Corona-Patienten: (v.l.) Jochen Dresel, Christian Sturm und Florian Amor vor einem Beatmungsgerät.

Infoveranstaltung geplant

Krankenhaus will Asthmatikern die Corona-Angst nehmen

Zu den Risikogruppen der Corona-Pandemie gehören auch Asthmatiker, weil das neuartige Virus vor allem die Lunge befällt. Doch beruhigende Töne kommen jetzt vom Krankenhaus Schongau.

  • Asthmatiker zählen zu den Risikogruppen der Corona-Pandemie
  • Die Krankenhaus GmbH möchte Betroffene beruhigen
  • Eine Informationsveranstaltung ist geplant

Schongau – Müssen Menschen, die an der Atemwegserkrankung Asthma leiden, befürchten, dass lebensrettende Maßnahmen wie die Cortison-Therapie oder die Behandlung mit Antikörpern durch Corona wirkungslos geworden sind? Denn das neuartige Virus, der inzwischen in der ganzen Welt wütet, befällt vor allem die Lunge – und damit das Organ, das bei diesen Personen ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen ist.

Das Krankenhaus Schongau gibt Entwarnung. „Das ist nicht der Fall. Die Behandlungsformen behalten weiter ihre Wirkung. Sie sollten unbedingt weiter erfolgen“, versichert Christian Sturm, Ärztlicher Leiter vom Lungenzentrum Pfaffenwinkel. Vor allem auf das entzündungshemmende Mittel Cortison solle auf keinen Fall verzichtet werden. Auch an der verordneten Dosierung ändere sich nichts.

Erste öffentliche Veranstaltung des Krankenhauses seit Ausbruch der Pandemie

Um auf dieses Leiden aufmerksam zu machen, veranstaltet das Schongauer Krankenhaus am 25. September 2020 unter dem Titel „Asthma und Covid 19“ zum vierten Mal den Deutschen Lungentag. Ort ist das Sparkassenforum am Sparkassenplatz 1 in Schongau. Dabei handelt es sich ungewollt auch um eine kleine „Sensation“ – findet an diesem Tag doch zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie und dem Beginn der strengen Sicherheitsmaßnahmen wieder eine öffentliche Veranstaltung des Krankenhauses statt. „Wir freuen uns, dass wir wieder ein Stück weit zur Normalität zurückkehren dürfen“, sagt Jochen Dresel, Chefarzt der Inneren Medizin im Krankenhaus.

Allerdings wird es Einschränkungen geben. Um die gesundheitlichen Auflagen zu erfüllen, gelten restriktive Maßnahmen, darunter eine zwingende Mund-Nase-Bedeckung, der vorgeschriebene Sicherheitsabstand sowie ein reduzierter Personenkreis. Mehr als 30 Personen sollten deswegen an der Veranstaltung nicht teilnehmen. „Wir beachten alle notwendigen Hygieneschutzmaßnahmen“, informiert Dresel.

Asthma als Volkskrankheit: Corona stellt Ärzte vor besondere Herausforderungen

Vorgesehen sind Gespräche mit Experten, darunter auch mit dem Oberarzt der Intensivmedizin in der Klinik für Innere Medizin des Krankenhauses, Florian Amor. Die Besucher können Fragen stellen und mit ihren jeweiligen Anliegen ausführlich zu Wort kommen.

Asthma ist eine der großen Volkskrankheiten in der Bundesrepublik. „Mehr als fünf Prozent der Kinder und Erwachsenen leiden darunter“, schildert Sturm. Es gebe nicht nur das allergische Asthma, das vor allem im Kindesalter erstmalig auftreten kann, sondern auch Formen ohne diese Form der Immunschwäche. Ursache sei immer eine chronische Entzündung der Atemwege, die zu einer Überempfindlichkeit und damit einer Verengung der Bronchien führt. Deswegen ist die Behandlung mit Cortison so wichtig.

Und genau darin liegt das Problem. „Gerade in Pandemiezeiten gibt es große Unterschiede im Umgang mit dieser Therapieform“, informiert der Facharzt weiter. Schwerpunkt der Veranstaltung sei deswegen der derzeitige Erkenntnisstand im Hinblick auf die Cortisontherapie. Die Corona-Erkrankung stellt die Ärzte laut dem Lungenspezialisten vor besondere Herausforderungen. „Wir verfügen inzwischen über eine umfangreiche Erfahrung und haben in den vergangenen Monaten unsere Behandlungsstrategie erfolgreich weiter entwickelt.“

Um eine Anmeldung für die Veranstaltung, die am 25. September von 14 bis 16 Uhr im Schongauer Sparkassenforum stattfindet, wird gebeten unter Tel. 08861/215-456.

Lesen Sie auch: Corona-Krise in Bayern: Jetzt sollen Mütter in den Kindergärten aushelfen - Gewerkschaft kritisiert Vorschlag deutlich

Außerdem interessant: Seit den Beginn des neuen Schuljahrs gibt es wieder Präsenzunterricht für alle Schüler. Die Lehrer begrüßen dies, auch wenn die Maskenpflicht das Unterrichten erschwert. Wir haben uns im Landkreis umgehört.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Peitinger Postagentur weiter geschlossen
Peitinger Postagentur weiter geschlossen
Peiting trauert um Jochen Zeller: Café-Central-Wirt stirbt bei Autounfall - und hinterlässt kleine Tochter
Peiting trauert um Jochen Zeller: Café-Central-Wirt stirbt bei Autounfall - und hinterlässt kleine Tochter
Schongau: „Alles friedlich“ bei den Querdenkern
Schongau: „Alles friedlich“ bei den Querdenkern
Nach zweiwöchigem Kraftakt ist der Schongauer Bahnhofsumbau abgeschlossen
Nach zweiwöchigem Kraftakt ist der Schongauer Bahnhofsumbau abgeschlossen

Kommentare