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Krankenhaus Schongau: Auf dem Weg zum Ambulanz-Zentrum

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Von: Elena Siegl

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Erweitert das Praxis-Angebot am Krankenhaus Schongau: Dr. Rolland Rosniatowski. Räumliche Trennung geplant
Erweitert das Praxis-Angebot am Krankenhaus Schongau: Dr. Rolland Rosniatowski. Räumliche Trennung geplant © Krankenhaus

Bereits drei Facharztpraxen befinden sich am Schongauer Krankenhaus. Den Weg zum Ambulanz-Zentrum möchte man in Zukunft weiter forcieren.

Schongau – Vermehrt werden medizinische Eingriffe ambulant durchgeführt. Diese Entwicklung wird von der Politik gewünscht, hat aber auch aus Sicht von Medizinern und Patienten Vorteile, wie Claus Rauschmeier, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt. „Der Patient kommt in der Früh, wird untersucht, therapiert und kann am selben Tag wieder heim und sich in gewohnter Umgebung erholen.“ Die Notwendigkeit, tagelang stationär aufgenommen zu werden, sei in vielen Fällen nicht mehr nötig.

Den Weg des Krankenhauses zum Ambulanz-Zentrum möchte Rauschmeier deshalb weiter vorantreiben. Dazu gehöre ein ambulantes OP-Zentrum. Bereits heute führe zum Beispiel der Peitinger Augenarzt Dr. Dimitrios Soultanopoulos seine Behandlungen und Operationen freitags im Krankenhaus durch. Das Konzept habe sich bewährt.

Vernetzung der Ärzte untereinander

Außerdem gehört das Facharztzentrum zur Zukunftsstrategie. Aktuell gibt es am Krankenhaus Schongau eine Praxis für neurologische Wirbelsäulenchirurgie, eine orthopädische Praxis sowie seit Oktober eine Praxis für Viszeralchirurgie und Proktologie von Dr. Rolland Rosniatowski. Derzeit sei man mit zwei weiteren Fachrichtungen im Gespräch, erklärt Rauschmeier. Sechs Disziplinen hätten laut ihm in jedem Fall Platz. „Wir werden diesen Prozess in den nächsten Monaten und Jahren kreativ gestalten und wollen eine Vorreiterrolle in Bayern einnehmen“, so Rauschmeier.

Durch die Vernetzung der Ärzte untereinander und die räumliche Nähe könne (auch ambulant) eine ideale Versorgung von Patienten gewährleistet werden. Bei einigen Beschwerden müsse der Rat verschiedener Ärzte eingeholt werden. Statt von einem zum anderen verwiesen zu werden, könnten bei Untersuchungen im Facharzt-Zentrum des Krankenhauses schnell weitere Experten hinzugezogen werden. Sollte es wider Erwarten nach einem Eingriff nötig werden, sei auch die stationäre Aufnahme schnell möglich.

Neue Praxis für Viszeralchirurgie und Proktologie am Krankenhaus Schongau

Von Arzt-Kollegen am Krankenhaus bestehe durchaus Interesse an einer eigenen Praxis, sagt Rosniatowski. Einige würden ihn bereits jetzt nach seinen Erfahrungen fragen.

Rosniatowski ist seit 2002 Facharzt für Chirurgie und seit 2004 Facharzt für Viszeralchirurgie. Nach langjährigen Stationen als Oberarzt und Chefarzt in Rheinland-Pfalz sowie als Konsiliararzt an der Universitätsklinik Marburg ist Rosniatowski seit 2017 leitender Oberarzt an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Krankenhaus GmbH. Er habe sich damals explizit für Schongau beworben, da es ihm im Oberland so gut gefalle, betont er. Die Diskussion, dass für den Krankenhausstandort wegen der Entfernung zu München kein Personal gefunden werde, könne er deshalb nicht nachvollziehen.

Mit seiner Praxis hat er sich nun „ein Stück selbstständig gemacht“, bleibt aber weiterhin im Krankenhaus tätig. Rolland Rosniatowski ist auf den Bauchraum (Reflux, Gallenbeschwerden, Bauchschmerzen, Magen-, Darm- und Enddarmkrebs), Hernien (Leisten, Nabel, Narben und Zwerchfell) sowie Proktologie spezialisiert. Außerdem bietet er die Versorgung chronischer Wunden an. Er wolle dazu beitragen, die ambulante Chirurgie und die „Kurzzeitchirurgie“ in Schongau zu etablieren.

Facharzt-Zentrum räumlich vom Krankenhaus trennen

Geplant ist, das Facharzt-Zentrum künftig räumlich vom Krankenhaus zu trennen. Bis es soweit ist, dürfte aber noch gut ein Jahr vergehen, davon geht Rauschmeier aus. Bevor es mit dem nötigen Umbau los gehen kann, müssen schließlich noch die Planungen beendet, Genehmigungen eingeholt und Aufträge vergeben werden.

Ein (noch ferner) Wunsch von ärztlicher Seite: Auch eine Apotheke und ein Physiotherapeut könnten sich für eine ideale Zusammenarbeit unter dem gemeinsamen Dach niederlassen, so Rosniatowski. Alles gebe es zwar schon in Schongau – aber über die ganze Stadt verteilt.

Mit dem neuen Ambulanz-Zentrum sowie der Facharztpraxis an sich, möchte man das bestehende medizinische Angebot im Übrigen ergänzen und niedergelassenen Ärzten keine Konkurrenz machen, das betonen sowohl Rauschmeier, als auch Rosniatowski.

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