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Fast drei Stunden war die B17 zwischen Schongau und Peiting gesperrt, bis die Unfallstelle wieder geräumt war. 

Zwischen Schongau und Peiting

Karambolage auf spiegelglatter B 17: Unfallverursacher war abgelenkt

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Fünf Verletzte, 50 000 Euro Sachschaden und eine drei Stunden lang gesperrte Bundesstraße: Das ist die Bilanz des Unfalls auf der Umgehung zwischen Schongau und Peiting, der am Montagabend die Einsatzkräfte auf Trab gehalten und für ein riesiges Verkehrschaos gesorgt hat.

Schongau/Peiting – Gegen 16.45 Uhr war ein 24-jähriger Peißenberger oberhalb der Lechtalbrücke auf Schongauer Flur auf der winterglatten Fahrbahn ins Schleudern geraten. Er kam mit seinem Wagen von der Straße ab und blieb im angrenzenden Straßengraben liegen. Der Fahrer blieb beim Unfall unverletzt. Am Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von rund 500 Euro.

Wenige Minuten später fuhr ein 35-jähriger Mann aus Wertingen, der in Richtung Peiting unterwegs war, an der Unfallstelle vorbei. „Er war offensichtlich kurz durch den im Graben liegenden Wagen abgelenkt und hat so zu spät bemerkt, dass die vor ihm fahrenden Fahrzeuge abbremsten“, schildert Manfred Maier von der Schongauer Polizei. Um nicht auf das vorausfahrende Fahrzeug aufzufahren, zog der 35-Jährige seinen Wagen nach links, um in die angrenzende Wiese auszuweichen. Dabei übersah er jedoch den entgegenkommenden Wagen eines 45-jährigen Peißenbergers. Es kam zum Zusammenstoß.

Damit nicht genug: Eine hinter dem Wertinger fahrende 31-jährige Bad Kohlgruberin geriet beim Versuch, zu bremsen, auf der spiegelglatten Straße ebenfalls ins Schleudern, rutschte auf die Gegenfahrbahn und prallte dort in den Wagen des Peißenbergers.

Beim Unfall wurden insgesamt fünf Personen verletzt. Die 29-jährige Ehefrau des Wertingers musste stationär im Krankenhaus Schongau aufgenommen werden, die drei und sechs Jahre alten Kinder konnten die Klinik nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der Fahrer selbst blieb unverletzt. Der Peißenberger und die Bad Kohlgruberin wurden vom Rettungsdienst ins Landsberger Krankenhaus gefahren. Während die 31-Jährige nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden konnte, musste der 45-Jährige stationär versorgt werden.

Beim Unfall entstand laut Polizei ein Gesamtschaden in Höhe von rund 50 000 Euro. Die Bundesstraße 17 war für rund drei Stunden komplett gesperrt, der Verkehr wurde von den Einsatzkräften durch Peiting und Schongau umgeleitet, was für lange Staus sorgte.

Zwischen Schongau und Peiting ging nichts mehr

„Da ist einfach alles zusammengekommen“, ärgerten sich viele Autofahrer. Nicht nur Blitzeis, das so manchen Verkehrsteilnehmer überraschte, sondern ausgerechnet an diesem Tag ist in Schongau auch noch die Peitinger Straße im Bereich der Kanalbrücke halbseitig gesperrt worden (wegen des Brückenbaus), so dass der Verkehr von Schongau nach Peiting und umgekehrt nur einspurig fließen konnte, was durch eine Ampelschaltung geregelt wurde. 

Durch dieses „Nadelöhr“ musste dann der gesamte Verkehr der Umgehungsstraße umgeleitet werden, was logischerweise zu langen Wartezeiten führte. Es gab lange Rückstaus in Peiting und Schongau. Da zur Unfallzeit auch noch der Berufsverkehr einsetzte, ging zeitweise gar nichts mehr. Viele Autofahrer reagierten genervt und schilderten der Heimatzeitung, wie es ihnen angesichts dieses Monster-Staus ergangen ist. 

Ein Beispiel gefällig? „Ich kam um 17.45 Uhr aus Richtung Kempten und konnte in Schongau nicht auf die Umgehung fahren, weil sie wegen des Unfalls gesperrt war. Habe 45 Minuten auf der Marktoberdorfer Straße bis zum Schulzentrum gebraucht, bis ich völlig entnervt gewendet habe und über das Dornauer Feld und Lido sowie Plantsch auf die Peitinger Straße gekommen bin. War der Wahnsinn: Wenn wieder ein Lastwagen von UPM abgebogen ist, ging minutenlang nix, und der Killer war natürlich die zusätzliche Ampel an der Kanalbrücke. Als ich endlich durch war, den Monster-Stau durch ganz Peiting gesehen habe und gegen 19 Uhr Richtung Hohenpeißenberg gefahren bin, war die Umgehung immer noch nicht offen“, schilderte ein Autofahrer gegenüber den SN. 

Auch mehrere Frauen klagten ihr Leid. Sie hatten sich am Montagabend in Schongau zum Pizza-Essen verabredet. Eine der Damen brauchte vom Wohngebiet Forchet bis zur Pizzeria (nahe Lidl-Einkaufsmarkt) insgesamt 35 Minuten. Eine andere war von Schongau-West über eine Stunde durch die Stadt bis zur Pizzeria unterwegs. Erst nach 20 Uhr, als die Umgehungsstraße nach räumung der Unfallstelle für den Verkehr wieder freigegeben wurde, lösten sich die Staus allmählich auf.

Kritik am Winterdienst

In sozialen Netzwerken wurde noch am Abend Kritik am Winterdienst laut, der auf die eisigen Straßenverhältnisse nicht schnell genug reagiert habe. Zuständig für die Bundesstraße in diesem Bereich ist die Straßenmeisterei in Peiting. Dort weist man am Tag danach die Vorwürfe zurück. Von 11 Uhr an seien alle vier eigenen Fahrzeuge im Einsatzgebiet unterwegs gewesen, teilt Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt mit. Noch vor dem Unfall habe man auch die vier Streufahrzeuge von Fremdfirmen alarmiert. „Aber wir können nicht überall gleichzeitig sein.“ 

Gerade bei einer wechselhaften Wetterlage wie am Montag, wo sich Schneeschauer mit sonnigen Abschnitten abwechselten, sei das Risiko hoch, dass sich punktuell plötzlich Glätte auf den Straßen bilde. Das könne auch der Winterdienst nicht verhindern.

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