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Perfekte Darbietung: Kristina Kuzminskaite dirigierte das Gemeinschaftsorchester, Sprecherin Margarete Gilgenreiner (rechts sitzend) lauschte gebannt.

Festlicher Sommer in der Wies 

Märchenhafter Auftakt im Ballenhaus

Das erste Konzert in diesem Jahr in der Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“ startete am Sonntagnachmittag im Schongauer Ballenhaus und war trotz herrlichen Ausflugswetters sehr gut besucht. Der Titel des Programms – „Musikalischer Märchennachmittag für Kinder und Erwachsene“ – verzauberte Jung und Alt.

Schongau „Wir wollen mit diesen musikalischen Märchen Kinder ansprechen, aber auch die kindliche Seele bei den Erwachsenen“, sagte Kristina Kuzminskaite, Leiterin dieses Konzerts. Drei märchenhafte, vertonte Geschichten standen auf dem einstündigen Programm, aber das allein war nicht das Besondere. Das Besondere war auch, dass das Schongauer Stadtorchester zusammen mit Lehrern und Schülern der Musikschule Pfaffenwinkel spielte, dass des Weiteren mit Kristina Kuzminskaite, der Klavierlehrerein Katja Brandl und der hervorragenden Nachwuchspianistin Paula Horner, drei Solisten am Klavier saßen. Und etwas Besonderes war auch der Sprechpart der kleinen märchenhaften Texte. Man hatte sich die hiesige Schauspielerin und Kabarettistin Margarete Gilgenreiner ins Boot geholt. Und das war erfreulich, denn Gilgenreiner brachte Spannung und Ausdruck in die Geschichten und fesselte das gesamte Publikum.

Gestartet wurde mit einer Komposition von Maurice Ravel „Ma mère l‘oye“ mit fünf kleinen Erzählungen aus einer Märchensammlung von Charles Perraults. Ravel vertonte es als Klaviermusik zu vier Händen. Kuzminskaite und Brandl saßen am Flügel und gewaltige, nahezu hämmernde Töne durchfluteten den Sall des Ballenhauses. Ein zwar etwas schwieriger, nicht so leichtgängiger Einstieg, aber um so hervorragender umgesetzt. Fröhlicher und unbeschwerter hingegen war die kleine Geschichte über „Die verlorene Melodie“, einem Märchen von Regula Buser, vertont von Anne Terzibaschitsch. Der kleine Clown Domenico, der allabendlich im Zirkus auftritt und eine lustige Melodie in sich trägt, die ihn immer wieder antreibt, verliert diese plötzlich. Er begibt sich auf die Suche, findet dabei auf seinem Weg durch die Natur ganz unterschiedliche Melodien. In einem sprudelnden Bach, einem lauschigen Wald, einem rauschenden Wind. Wunderschöne Klänge, herbeigezaubert von Pianistin Paula Horner, begleiteten dieses schöne, kleine Märchen. Und natürlich findet der Clown nach einem Traum seine Melodie wieder, wie das so bei Märchen ist.

Und dann wurde es voll auf der Bühne im Ballenhaus. Das Gemeinschaftsorchester aus Mitwirkenden des Schongauer Stadtorchesters und Lehrern und Schülern der Musikschule Pfaffenwinkel machte sich bereit für das dritte vertonte Märchen an diesem Nachmittag. Es ist die zauberhafte Geschichte von „Puput und Abubilla“ , ein musikalisches „Dramolet“ für Streichorchester vom zeitgenössischen deutschen Komponisten Walter Kiesbauer. Zwei Wiedehopfe, eben Puput und Abubilla, erleben ein Abenteuer mit einem gefährlichen Hühnerhabicht. Die Musik dazu ist einfach phantastisch und das Zusammenspiel der Mitwirkenden klappte hervorragend. Kuzminskaite hatte wie üblich ihre Mannschaft im Griff, dirigierte präzise, so dass die Ausdruckskraft dieses wirklich besonderen Stücks hervorgehoben wurde. Die Begeisterung der Mitwirkenden übertrug sich sofort auf das gesamte Publikum. Und dass die Sache für die kleinen Wiedehopfe dann gut ausgeht, versteht sich bei einem Märchen ja von selbst. Großer, verdienter Applaus zum Schluss!

Regina Wahl-Geiger

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