Weil die Haindl-Häuser an der Zufahrt zum Werksgelände nicht mehr im Weg stehen, kann man den Knotenpunkt nach Osten verschieben.
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Weil die Haindl-Häuser an der Zufahrt zum Werksgelände nicht mehr im Weg stehen, kann man den Knotenpunkt nach Osten verschieben.

Nächstes großes Straßenprojekt

Schongau: Ausbau Peitinger Straße erst im Jahr 2022

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Das nächste große Straßenbauprojekt in Schongau steht an: Die Peitinger Straße soll saniert werden. Die Zufahrt zur Papierfabrik wird 100 Meter weiter Richtung Osten verlegt, was mehr Sicherheit bieten soll. Zwei Abbiegespuren schaffen mehr Platz für Lkw. Auch an Fußgänger und Radfahrer wurde gedacht. Gebaut wird voraussichtlich im Frühjahr 2022.

  • Die Vorplanung für den Ausbau der Peitinger Straße wurde nun vorgestellt
  • Entschärft wird vor allem der Knotenpunkt an der UPM-Zufahrt
  • Zwei Abbiegespuren werden künftig zur Verfügung stehen, damit Lastwagen sich nicht so oft auf die Peitinger Straße zurückstauen

Schongau – Was längst überfällig ist, wird nun angegangen: Der Knotenpunkt Peitinger Straße und Friedrich-Haindl-Straße wird entschärft. Die Vorplanung ab Ende der Lechbrücke stellten Andreas Lenker, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis im Staatlichen Bauamt Weilheim, und Holger Theisen vom Ingenieurbüro Schneider & Theisen dem Stadtrat vor. Das Problem sei die sehr geringe Aufstellfläche für Lkw auf der Peitinger Straße wie auch in der Zufahrt zum Werksgelände, so Theisen. Nicht zuletzt ist die Kreuzung eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer, vor Jahren kam es dort zu einem tödlichen Unfall.

Die Peitinger Straße ist dringend sanierungsbedürftig

Auch die Fahrbahn der Peitinger Straße ist dringend sanierungsbedürftig: Wegen der Spurrillen ist die Geschwindigkeit bereits auf Tempo 30 reduziert – „und das bleibt auch so“, machte Lenker deutlich. Und es kommt öfter zu Überflutungen, weil die Entwässerung verbessert werden muss – Theisen sprach von den „Peitinger Wasserspielen“.

Auf die im Rahmen eines Verkehrsgutachtens 2016 vorgeschlagene Variante mit einem Kreisverkehr ging Theisen erst gar nicht groß ein, diese Planung werde von den Fachbehörden nicht favorisiert. Von Schongau kommend, müsste ein Lkw-Fahrer eineinhalb Mal durch den Kreisverkehr fahren, bis er Richtung UPM abbiegen kann, sonst reicht der Radius nicht. „Da muss man studiert haben, damit man das auf Anhieb versteht“, so Theisen.

Die Kreuzung wird knapp 100 Meter Richtung Osten verlegt

Nachdem an der Peitinger Straße nach dem Abriss der beiden Haindl-Häuser viel Platz ist, kann man aber den Knotenpunkt um knapp 100 Meter nach Osten verlegen. Für Rechts- und Linksabbieger werden Spuren gebaut, jeweils zwei Lkw sollen dort warten können. Die Ampelanlage an der Einfahrt zur Friedrich-Haindl-Straße soll Fußgängern und Radfahrern Sicherheit geben, zusätzlich wird dort eine Querungshilfe gebaut. Fußgänger, die ins Werkgelände wollen, müssen aber künftig keinen Umweg gehen, es wird einen Fußweg geben, die Strecke bleibt in etwa gleich lang.

Die grobe Kostenschätzung für diese Maßnahme liegt bei 2,74 Millionen Euro inklusive Ampelanlage, Beleuchtung und Bepflanzung. Allerdings gebe es beim jetzigen Planungsstand noch Unwägbarkeiten. Der Anteil der Stadt: rund eine Million Euro.

Staatliches Bauamt übernimmt nur Kosten für eine Wegvariante

Hinzu kommen Kosten für den Fuß- und Radweg, der in der Sitzung in vier Varianten vorgestellt wurde, wobei von vorneherein betont wurde: Das Staatliche Bauamt übernimmt nur anteilige Kosten für den ersten Vorschlag. Der „absolute Favorit“ der Planer wie auch des städtischen Bauamts ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf jeder Seite getrennt von der Fahrbahn. „Die Trennung vom Straßenverkehr ist zwingend“, so Theisen, das gebe schon das Verkehrsaufkommen vor. Kosten: rund 770 000 Euro, davon entfallen rund 320.000 Euro anteilig auf die Stadt Schongau. Die Lechbrücke wird zwar frühestens in zehn Jahren saniert, aber schon mit der jetzigen Maßnahme dürfen Radfahrer Richtung Peiting dann rechts auf dem dann gemeinsamen Fuß- und Radweg neben der Straße fahren, was bisher nicht erlaubt ist.

Die anderen Varianten, deren Baukosten die Stadt alleine tragen müsste, wurden dennoch vorgestellt. Bei Variante 2 wird der Radweg nur einseitig geführt, und zwar Richtung Peiting links. Wie aber die Praxis zeigt, ist z.B. bei der Lechbrücke für zwei Radfahrer plus Fußgänger eigentlich kein Platz. Kosten allein für die Stadt 780 000 Euro. Würde man eine eigene Brücke für Radfahrer bauen – ähnlich der Baustellenbehelfsbrücke – müsste die Stadt mehr als doppelt so viel bezahlen: bis zu 1,9 Millionen Euro. Schnell abgehandelt werden konnte die letzte Variante: Um Fahrradfahrer sicher auf der Straße zu führen, ist sie zu schmal.

Der Ausbau kommt erst im Jahr 2022, weil vorher noch auf der Umgehung die Straßendecke saniert werden soll

Wegen der 2021 anstehenden Baustelle auf der Umgehung (B 17) – von Hohenfurch bis Peiting-West soll die Fahrbahndecke erneuert werden – wird die Peitinger Straße erst 2022 angepackt. „Wir wollen versuchen, nachts zu bauen und den Verkehr tagsüber zweispurig vorbeizubringen“, so Lenker. Einstimmig folgten die Stadträte dem Vorschlag des Bauamts mit Radweg-Variante 1.

Und was sagten die Stadträte zur Vorplanung?

„Was wir heute entscheiden müssen, hat eine gewisse Tragweite, das ist zu vergleichen mit dem Kreisverkehr am Schulzentrum.“ Friedrich Zeller (SPD) war der erste Stadtrat, der nach der Vorstellung der Planung das Wort ergriff. Man müsse den Bereich von der Butterwerkskreuzung bis zum Loamer Stichl im Ganzen betrachten. Und er bedauerte, dass mit dieser Variante eine ältere Idee sterbe, nämlich eine reine Industrie-Lkw-Brücke flussaufwärts. Auch die jüngste Brücken-Idee, die die Lösung für den Gordischen Knoten südlich des Bahnhofs hätte sein können, sei nicht realisierbar, so Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt.

Der Radweg selbst sei enorm wichtig, da es sich um einen Kreisradweg handele, betonte Zeller. Es müsse möglich sein, dass der Radfahrer mit einer gewissen Geschwindigkeit unterwegs sei, die Ampel bei UPM sei die eigentliche Schwachstelle. Diese werde mit Kamerasensoren ausgestattet und schalte nur auf Rot, wenn vom Werksgelände Lkw ausfahren wollen, erklärte Lenker. „Die Hauptrichtung wird auf Grün sein.“

Nach der Kanalbrücke Richtung Peiting wird für Radfahrer eine Querungshilfe gebaut

Lenker ging auch auf die weiteren Planungen Richtung Peiting ein. Nach der Kanalbrücke wird eine Querungsinsel gebaut, um die Radfahrer von der rechten Straßenseite auf den Radweg links zu führen. Auch am Loamer Stichl bei der Abzweigung in die Dießener Straße stehen Bauarbeiten an. Dies hatte das Straßenbauamt ja schon Mitte des Jahres angekündigt (wir berichteten).

Ilona Böse (SPD) regte an, in diesem Zuge auch den Radweg im weiteren Verlauf Richtung Peiting zu betrachten, dieser werde stellenweise schmaler. Auch Bettina Buresch (Grüne) hält den Weg außerorts für Fußgänger und Fahrradfahrer im Begegnungsverkehr für zu schmal. Sie regte außerdem an, die bisherige Parkbucht an der Kanalbrücke für Kraftfahrzeuge zu schließen und den Platz nur für den Fuß- und Radweg zu nutzen. Das sei ein Gefahrenschwerpunkt, und der Platz würde außerdem regelmäßig verschmutzt. „Wir sind die Letzten, die an so einer Parkbucht hängen, das kostet nur Unterhalt und macht Arbeit“, so Lenker.

Lösung mit Kreisverkehr bei UPM nicht sinnvoll

Wie Zeller war auch Buresch von der Kreuzungssituation für Radfahrer beim UPM-Werksgelände nicht begeistert – und auch in der Folge nach der Kanalbrücke. Sie schlug vor, die Geschwindigkeit für den Straßenverkehr dauerhaft auf 30 zu beschränken. Michael Eberle (CSU) wollte wissen, ob der Verkehr trotz Ampel flüssig bleibe, am Schulzentrum habe man sich deshalb ja für einen Kreisverkehr entschieden. Weil es sich bei der UPM-Einfahrt um eine untergeordnete Straße handele, sei die Behinderung durch einen Kreisverkehr in diesem Falle größer, so die Erklärung.

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