Sehr eng ist die Zufahrt für Lkw zur Papierfabrik in Schongau, immer wieder kommt es zu Rückstaus auf die Peitinger Straße. Eine Lösung, nämlich mit eigenen Abbiegespuren, ist gefunden, wird aber frühestens 2023 realisiert.
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Sehr eng ist die Zufahrt für Lkw zur Papierfabrik in Schongau, immer wieder kommt es zu Rückstaus auf die Peitinger Straße. Eine Lösung, nämlich mit eigenen Abbiegespuren, ist gefunden, wird aber frühestens 2023 realisiert.

Staatliches Bauamt hat kein Geld

Ausbau der Peitinger Straße kommt nicht vor 2023

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Mit dem Ausbau der Peitinger Straße wird es so schnell nichts. Für die 2022 geplante Maßnahme inklusive Verbesserung der UPM-Zufahrt und einer Querungshilfe für Radfahrer hat das Staatliche Bauamt derzeit keine Mittel. Schongau und Peiting hoffen wenigstens auf die Ampel an der Märchenwald-Kreuzung.

Schongau – Spätestens bei der Baustelle der Mühlkanalbrücke in Schongau sei klar gewesen, dass man auch die Peitinger Straße angehen muss. „Sie ist wirklich in keinem guten Zustand, auch die Gehwege und der Radverkehr ist nicht zufriedenstellend, es sollte also möglichst zügig angegangen werden“, weiß Stefan Scheckinger. Der Leiter des Staatlichen Bauamtes konnte kürzlich bei einer Ortsbegehung an der Staatsstraße gemeinsam mit Vertretern der Stadt Schongau und der Marktgemeinde Peiting trotzdem nicht anders, als das Projekt Ausbau Peitinger Straße zu verschieben. Für die ursprünglich 2022 geplante Baumaßnahme ist schlicht und einfach zu wenig Geld im Topf. Selbst der neue Zeitpunkt ist unklar: „Das Ziel wäre 2023, aber ich kann es nicht versprechen.“

Gemeinsames Straßenbauprojekt mit Staatlichem Bauamt

Da es sich um eine Staatsstraße handelt, war ein gemeinsames Straßenbauprojekt geplant. Gemeinsam mit der Stadt Schongau geht es einerseits um den Ausbau der Peitinger Straße bis zur fertig sanierten Kanalbrücke. Gleichzeitig soll die Zufahrt zur Schongauer Papierfabrik verlegt und geändert werden – zwei Abbiegespuren sind geplant. Auch für die Weiterführung des Radweges ab der Lechkanalbrücke gibt es Pläne – so soll etwa eine Querungshilfe kommen. Gemeinsam mit der Stadt Schongau hat das Staatliche Bauamt bereits das Vorhaben verbesserter Rad- und Fußweg bei der Lechbrücke vorgestellt. Für die gesamte Maßnahme rechnet das Staatliche Bauamt mit rund drei Millionen Euro. Da führt offenbar derzeit im wahrsten Sinne des Wortes kein Weg hin.

Pro Landkreis pro Jahr rund 2 Million Euro

Pro Landkreis hat Scheckinger pro Jahr rund zwei Millionen Euro zur Verfügung, für fünf Landkreise ist die Behörde in Weilheim zuständig. „Ich habe dieses Jahr schon Baumaßnahmen schieben müssen“, beschreibt Scheckinger das Dilemma. Und immer wieder gibt es Projekte, die neu ganz oben auf die Prioliste kommen, wie etwa heuer nach den Starkregenfällen: Bei Schäftlarn droht ein Hang abzurutschen, die Straße musste gesichert werden. „Ich habe noch keine Ahnung, was das kostet. Und es gibt x solcher Stellen in allen Landkreisen“, so Scheckinger, der noch einmal bedauert: „Die Peitinger Straße ist notwendig, aber wir kriegen es nicht rein nächstes Jahr. Wir können nicht alles sofort machen, was nötig wäre.“

„Wir wollen die Zeit nutzen, die Planungen zu konkretisieren“

„Es gibt offenbar in Bayern Straßen in noch schlechterem Zustand“, kommentierte Bürgermeister Falk Sluyterman die Absage des Staatlichen Bauamtes mit einem Anflug von Galgenhumor. Und das trotz der angeordneten Tempo 30 bei Nässe? Die Maßnahme sei aber definitiv nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Man wolle sich nun im Stadtrat unterhalten, welche Maßnahmen man eventuell vorziehen wolle. „Keine große Dramatik“ sieht auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Entscheidung. „Wir wünschen uns, dass das realisiert wird in einem Jahr, aber wir werden die Zeit nutzen, die Planungen zu konkretisieren und zu vertiefen.“ Es müssten ohnehin noch Abstimmungen mit UPM und der Deutschen Bahn erfolgen, außerdem müsse ein Bebauungsplan für die Friedrich-Haindl-Straße aufgestellt werden. Sonst hätte das alles parallel laufen müssen. Dietrich sieht sogar einen Vorteil in der Verschiebung und denkt dabei an die Anwohner: Die Schongauer waren mit den Baumaßnahmen nun sehr belastet, ein Jahr Pause ist da kein Schaden.“ Bereits in der Sitzung am Dienstag sollen im Stadtrat Vorschläge diskutiert werden, wie nun weiter verfahren wird.

Loamer Stichl: Ampel nächstes Jahr

Auch ohne den sofortigen Ausbau der Peitinger Straße haben sich Stadt Schongau, die Marktgemeinde Peiting und das Staatlichen Bauamt auf eine kleine Maßnahme geeinigt, die für Verkehrsteilnehmer eine große Erleichterung, aber auch Sicherheit bringen soll: eine Ampelanlage an der Kreuzung Peitinger Straße und Dießener Straße. Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder findet das eminent wichtig, schließlich fahren viele Schulkinder von Peiting nach Schongau. Beim „Loamer Stichl“ soll die Ampel für den Straßenverkehr zwischen Schongau und Peiting auf Dauergrün geschaltet werden, berichtet er, und sobald Abbieger aus der Dießener Straße da sind, soll die intelligente Ampel dann reagieren. Auch wenn Radfahrer kommen, soll die Ampel rasch umschalten – ohne lange Wartezeit, wie Ostenrieder hofft. „Das ist der einzige Weg für Radfahrer, und es kommt dort immer wieder zu gefährlichen Situationen.“

Sichere Lösung für die Radfahrer soll her

Diese Lösung hatten Bürgermeister Falk Sluyterman und sein Peitinger Amtskollege bereits 2020 dem Staatlichen Bauamt abgerungen nach den großen Diskussionen beim Bauende der Lechkanalbrücke in Schongau (wir berichteten). Damals war seitens der Fahrradfahrer vielfach der Wunsch geäußert worden, die provisorische Ersatzbrücke hinterhalb der Wohnbebauung am Lech stehen zu lassen. Nach dem Abwägen der Argumente hatte man sich aber dagegen entschieden. Immer geht darum, eine alltagstaugliche Verbindung zu schaffen. Hinterfragt worden war auch die Sicherheit einer Radlbrücke an dieser Stelle. Aber auch die Kosten spielten eine Rolle – der Freistaat hätte sich an einer Brücke abseits der Straße nicht beteiligt.

Stefan Scheckinger vom Staatlichen Bauamt Weilheim bestätigte diese Gespräche. Die Ampel sei das Ziel, hundertprozentig festlegen könne er sich jedoch derzeit noch nicht. Man wolle Anfang nächsten Jahres festlegen, ob die Ampel gebaut wird. Der finanziellen Rahmen der Maßnahme sei aber eher überschaubar.

Sitzung des Stadtrats

Die Sitzung des Stadtrats am Dienstag, 14. September, beginnt ausnahmsweise bereits um 18.30 Uhr im Jakob-Pfeiffer-Haus. Unter anderem geht es um die Anschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte an städtischen Schulen und Kitas, aber auch um die neue Rutsche am Plantsch.

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