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Computerexperte Bernd Unmann erklärt im Schongauer Stadtmuseum an Vitrinen, Tischen und Schautafeln die Entwicklung der Computer.

Ausstellung im Schongauer Stadtmuseum

Zeitreise  durch die Computer-Geschichte 

Das Schongauer Stadtmuseum ist um eine Attraktion reicher: „Die PC-Entwicklung, eine kleine Geschichte aus Schongau“ – so lautet der Titel der Ausstellung, die der Computerexperte Bernd Unmann jetzt mit Computern und Bauteilen aus verschiedenen Entwicklungsstufen vorgestellt hat.

Schongau – „Auch PCs haben eine Geschichte“, sagte Bernd Unmann bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung am Samstagnachmittag. Und genau diese Geschichte habe mit einer gewissen Verzögerung Ende der 80er Jahre in Schongau begonnen.

Aus dieser Zeit stammen auch die Exponate, die im Rahmen der Sonderausstellung in fünf Vitrinen, Tischen und Schautafeln zu sehen sind. Bernd Unmann geht es vor allem darum, den Besuchen die Entwicklung der letzten 35 Jahre näher zu bringen.

Allerdings sind es bereits 78 Jahre, seit Konrad Zuse mit dem legendären „Z3“ den ersten vollautomatischen, frei programmierbaren, in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechner und damit den ersten Computer der Welt gebaut hat. Neben den PCs der ersten Stunde sind Bauteile wie Festplatten, Platinen, Speichermodule und Prozessoren zu sehen.

„Alle Computersysteme, vom kleinsten Mikro-PC bis zu den riesigen Superrechnern arbeiten heute mit binären Strukturen, dualen Zahlensystemen und Gleitkomma-Arithmetik“, erklärte Computerexperte Unmann. Geändert habe sich die immer kleiner werdende Hardware. Seien anfangs noch Röhren im Einsatz gewesen, so würden heute Chips im Mikro-Verfahren hergestellt, die eine Funktion von mehreren Millionen Transistoren aufweisen würden. Ein Ende der Miniaturisierung sei nicht abzusehen.

Bernd Unmann wanderte mit den Besuchern von Vitrine zu Vitrine, von Tisch zu Tisch. Er deutete auf den ersten PC mit Festplatte, der 1983 von der Augsburger Korporation NCR gebaut worden ist. Kosten: 10 000 DM. An einem der Tische erklärte er den Commodore 1570 aus dem Jahr 1982, den die Firma Schneider aus Türkheim entwickelt hat. Weiter ging’s zum Laptop-Kultgerät Toshiba T 2130.

Den Personal-Computer aus dem Jahr 1981 hat die Stadt Schongau für die Ausstellung ausgeliehen. Stefan Lisch, Systemadministrator der Stadt Schongau und zuständig für die Einführung neuer Programme, hat diesen Oldie erklärt. Bernd Unmann erwähnte „Mega, Giga und Kettenlaufwerke und sparte nicht mit Anekdoten zum Thema Computerzeitalter.

Franz Grundner von der ARGE Stadtmuseum im Historischen Verein Schongau, war begeistert von der Führung und den Ausführungen von Bernd Unmann. „Schön, wenn wir quasi als Zeitzeugen die Entwicklung von Bernd Unmann nähergebracht bekommen.“ Der Experte habe die Entwicklung der PCs neu belebt. „Viel Erinnerungen an die verschiedenen Geräte“ hat die Wanderung von Vitrine zu Vitrine bei Paul Huber geweckt. Der Schongauer Mathematiker arbeitet seit 1977 im PC-Bereich.

Zur Ausstellung

Die Ausstellung im Stadtmuseum ist noch bis 14. April zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Bernd Unmann hat sich zudem bereit erklärt, auch Schulklassen durch die Ausstellung zu führen. Termine nach Vereinbarung.

VON WALTER KINDLMANN

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