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Die Vorsitzende des Preisgerichts Bü Prechter erklärte den Besuchern die Entwürfe.

Ausstellung der Wettbewerbspreisträger

Stadtmauer als steinerne Krone

Die „Leitidee der bukolischen Landschaft“ und die Angemessenheit habe die Jury beim Realisierungswettbewerb zum Stadtmauerumfeld überzeugt. Bei der Ausstellungseröffnung zu den Entwürfen im Stadtmuseum begründete die Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Bü Prechter, die Entscheidung.

Schongau Mal mehr Bäume, mal weniger und Unterschiede in der Farbgestaltung der Pläne. Das ist es, was dem Laien als erstes ins Auge sticht. Das Preisgericht des Wettbewerbs musste sich erst einmal intensiv in die zehn eingereichten Arbeiten vertiefen, um die Besonderheiten und Ideen herauszulesen, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zugab. Schließlich, nach mehreren Ausschlussrunden, erhielt der Entwurf des Büros „Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten GmbH“ aus München den Zuschlag.

Allerdings gingen nicht alle Planer leer aus. Die Wettbewerbssumme wurde auf zwei zweite Preise für Lohrer Hochrein und „Bauchplan“ (München) mit je 20 000 Euro und zwei Anerkennungen von jeweils 6000 Euro für „Büscher Architekten“ und „Schober Architekten Architektur und Stadtplanung“ aus München verteilt.

Am Sieger-Entwurf, der einstimmig gekürt wurde, gefiel dem Preisgericht, das sich aus den Fachpreisrichtern Michael Gebhard, Michel Hinnenthal, Prof. Bü Prechter, Jochen Rümpelein, Prof. Ludwig Schegk und Mechthild Siedenburg, sowie Bürgermeister Falk Sluyterman und den Fraktionsvertretern Bettina Buresch, Kornelia Funke, Monika Maucher und Martin Schwarz zusammensetzte, vor allem die Idee, die Schongauer Stadtmauer als steinerne Krone zu betrachten. „Wir setzen uns unter die Krone, wir unterwerfen uns dieser Stadt und machen alles, womit wir diese Stadthanglagen stärken können“, führte Prechter aus.

Zudem sei es den Planern gelungen, „bescheiden“ zu sein und rein landschaftlich ohne harte Abstufungen zu arbeiten. „Es wird eine Einheit der Stadt mit einer poetischen, grünen, sanften Landschaft geschaffen“, so Prechter. Zudem sei auch die „Angemessenheit“ des Entwurfs ein Argument. Sprich die Kosten nicht durch allerhand unnötige Ausschmückungen in die Höhe zu treiben. In diesem Punkt hätten fast alle Bewerber den gleichen Fehler, nämlich zu viel gemacht. „Da waren Dramen dabei, wie die Elbphilharmonie“, verglich Prechter und befand: „Das ist keine Gartenschau.“ Womit sie meinte, das das Thema Bepflanzung in der Planung eher nicht, dafür ein schlüssiges Gesamtkonzept gefragt gewesen wäre.

Auch keine Gnade vor den Augen der Fachrichter fanden die gefälligen, fast schon kitschigen animierten Darstellungen. Schlichte Zeichnungen machten da einen besseren Eindruck. „Die Kunst des Entwerfens liegt im Weglasser“, so Prechter. Immerhin hat Schongau jetzt einen Plan, an dem sich künftige Sanierungen orientieren werden.

Bürgermeister Sluyterman bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei der Städtebauförderung der Regierung von Oberbayern, mit der zusammen der Wettbewerb entwickelt worden war und die auch 80 Prozent der Kosten übernahm. Bis zur endgültigen Realisierung werden aber laut Sluyterman noch 15 bis 20 Jahre ins Land gehen. Man werde aber versuchen, zeitnah ranzugehen. So sollen die Pläne demnächst im Bereich des Münzgebäudes, das saniert wird, und am Sonnengraben umgesetzt werden.

Diesbezüglich bat Prechter die Verantwortlichen, die Planungen des ausgezeichneten Büros zu respektieren. „Planen ist eine Raumkunst, davon muss man etwas verstehen!“ Oft seien tolle Planer am Machen und plötzlich werde alles anders umgesetzt. „Das könnte hier auch passieren“, so Sluyterman trocken.

Ursula Fröhlich

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