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Kann bald draußen an zusätzlichen T ischen bedienen: Sabrina Signore, die mit ihrem Ehemann Efstathios Paschalidis den Roten Erker gepachtet hat.

Ausweitung der Freischankflächen in Schongau wegen Corona

Gastronomie: „Selbstständig kreative“ Lösungen finden

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Pächter der Gaststätte „Roter Erker“ dürfen ein paar zusätzliche Tische draußen aufstellen. Dies hat jetzt der Bau- und Umweltausschuss beschlossen. Weitere Anträge, die Freischankflächen zu erweitern, kamen nicht. Insgesamt haben die Schongauer Gastronomen, seit wieder geöffnet sein darf, schon selbst nach unkonventionellen Lösungen gesucht.

Schongau– Die Frage, ob man in Schongau die Freischankflächen für die Wirte ohne großen Bürokratieaufwand ausweiten könne, um die Gastronomie während der Corona-Zeit zu unterstützen, hatte jüngst Alexander Majaru eingebracht. Wenn der Vorschlag auch nicht als förmlicher Antrag eingereicht wurde, wie Bürgermeister Falk Sluyterman in der Bauausschusssitzung ausdrücklich feststellte, war die Stadt dem Ansinnen dennoch nachgegangen. Auch seitens der Regierung sei dies gewünscht gewesen. Über einen konkreten Antrag stimmte das Gremium dann auch gleich ab: Efstathios Paschalidis, Pächter des „Roten Erkers“ an der Ecke Dominikus-Zimmermann-Straße und Christophstraße, und seine Frau Sabrina Signore wünschten sich, dass sie zusätzliche Tische draußen aufstellen dürfen, und zwar auf der Fläche für parkende Autos. Damit können sie die jetzige Bewirtung auf dem Gehweg entlang der Hausfassade ausweiten, wollen aber keinesfalls die ganze Parkfläche nutzen. „Zwei Stellplätze würden noch verbleiben, wenn man ordentlich parkt“, so der Hinweis von Martin Keßler, Leiter des Bürgerservice Schongau. Gastronomisch genutzt werden darf nur der rechte Bereich der Parkfläche, links vor dem Nachbarhaus dürfen keine Gäste sitzen. „Da sind auch Wohnungen im Erdgeschoss“, so Keßler.

Seiner Einschätzung nach sei der Parkdruck im Norden der Altstadt nicht so groß, dass man nicht auf einen Teil dieser Fläche vor der kleinen Gaststätte verzichten könne. „Wir könnten dem zustimmen“, so Keßler im Bauausschuss. Bereits 2007 sei die Fläche von einem anderen Pächter ähnlich genutzt worden. Zwischen 10 und 22 Uhr dürfen in diesem Lokal Speisen und Getränke draußen serviert werden. Die Genehmigung kann für dieses Jahr gelten, wenn alles gut klappt, auch für die Folgejahre. 200 Euro kostet in Schongau pauschal die Gebühr für eine Freischankfläche, die im Zeitraum 1. April bis 31. Oktober genutzt werden darf. Heuer wird sie nur anteilig berechnet. „Wir sollten das auf alle Fälle genehmigen, das sollten wir der Gastronomie ermöglichen“, so Ilona Böse (SPD) an die Gremiumsmitglieder gerichtet. „Die Leute haben wegen Corona einfach Probleme, ins Lokal reinzugehen.“ Der Bau- und Umweltausschuss stimmte einstimmig zu.

Die Pächter des Roten Erkers stellten den Antrag, nachdem die Stadt Schongau eine Umfrage gestartet hatte, wer denn überhaupt Interesse an einer Ausweitung der Freischankflächen hat. 20 Gastronomen in der Altstadt waren angeschrieben worden, fünf Rückmeldungen waren bei Martin Keßler eingegangen. Wie er informierte waren zwei davon negativ. Neben den Pächtern des Roten Erkers hatte die Weinstube gemeldet, dass man sich bereits ganz unkonventionell geholfen hatte. In Absprache mit den Anwohnern war man mit ein paar Tischen vor das „Architekturbüro Weinberger“ gewandert. „Das wurde bereits praktiziert, es gab keine Probleme und ist doch eine gute Lösung“, so Keßler. Beim Huterer hatte man die Idee, bei Bedarf weitere kleine Tische auf dem Gehsteig an der Hausmauer entlang aufzustellen, aber nicht fix, sondern diese abends wieder wegzuräumen. „Der Gehweg ist an dieser Stelle breit genug“, so Keßler. Er vermutete, dass sich so mancher Gastronom vielleicht deshalb nicht gemeldet hatte, weil eine Erweiterung auch Aufwand bedeute. „Selbständig kreativ“ wie Keßler es formulierte, sei man schon am Marienplatz gewesen.

Dort hatte etwa das Café Express seine Tische zur Kirche hin rübergestellt. „Es war ja auch das Ansinnen des Wirtschaftsministeriums, die Gastronomen unbürokratisch zu unterstützen“, so sein Hinweis. Anteilig berechnet werden heuer die Gebühren für die Freischankfläche nicht nur beim Roten Erker, sondern bei allen. Schließlich konnte der Bereich erst ab Ende Mai genutzt werden.

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