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Das Auto von Franziska Haut sprang am Freitagmorgen nicht an und musste angeschoben werden. 

Nach der Kältewoche

Auto- und Heizungshelfer im Dauereinsatz

Die arktischen Temperaturen haben in den vergangenen Tagen vor allem Autofahrern zu schaffen gemacht: Wegen der Kälte versagten viele Fahrzeuge ihren Dienst, Autowerkstätten hatten Hochkonjunktur, um die Autos wieder flott zu bekommen.

Schongau Mitten unter der Fahrt geht auf einmal der Motor aus. Das ist in den vergangenen Tagen einigen Autofahrern im Schongauer Land passiert – allerdings nur Besitzern von Dieselautos, denn wegen der eisigen Temperaturen ist bei mehreren Fahrzeugen der Diesel versulzt, wie es Fachleute nennen. Gemeint ist damit, dass sich im Treibstoff Paraffin-Kristalle bilden, dadurch kann der Diesel schlechter fließen und der Kraftstofffilter verstopfen. Der Motor springt dann nicht mehr an oder geht schon nach kurzer Zeit wieder aus.

Dass versulzter Diesel eines der Hauptprobleme in dieser Woche war, bestätigt Angela Amann vom Schongauer Autohaus Hintermeyer. „Um die Dieselautos wieder zum Laufen zu bringen, werden in der Regel der Kraftstofffilter ausgetauscht und die Leitungen gereinigt.“ Außerdem gebe es bei Bedarf die Möglichkeit, dem Treibstoff Fließverbesserer beizumischen, um ein erneutes Versulzen zu verhindern, erklärt Amann.

Die Qualität des Diesels unterscheide sich oft von Tankstelle zu Tankstelle, weiß man bei Auto Rieser in Peiting und im Bernbeurer Autohaus Heuberger. Auch sie mussten sich in den vergangenen Tagen oft um versulzten Diesel kümmern. Zwar würden alle Tankstellen angeben, dass ihrem Diesel kälteschützende Additive beigemischt wurden, bis zu welcher Gradzahl diese wirken, könne allerdings sehr verschieden sein. Manche Diesel hielten die zweistelligen Minustemperaturen nicht aus.

Neben versulztem Diesel bildeten Batterien einen weiteren Reparaturschwerpunkt in der vergangenen Woche. Vor allem ältere Autobatterien streikten bei den eisigen Temperaturen. Teilweise reichte hier das Aufladen in der Werkstatt, oft mussten sie aber ganz ausgetauscht werden. Die Lebensdauer einer Batterie sei ohnehin begrenzt – circa drei bis fünf Jahre hält eine Autobatterie im Schnitt, weiß Rieser.

Auch wenn es jetzt vermehrt zu Reparaturen in den Autowerkstätten kam, sei die Situation nicht extrem gewesen, betont Reiner Heuberger vom gleichnamigen Autohaus: „Die Produkte werden immer weiter entwickelt und sind bei Kälte nicht mehr so anfällig. Auch deshalb, weil den Herstellern selbst viel daran liegt, dass ihre Kunden zufrieden sind und sie sich auf ihr Fahrzeug verlassen können.“ Auch eine regelmäßige Inspektion mache sich positiv bemerkbar. Kritische Punkte werden schon dort genauer inspiziert und gegebenenfalls behoben.

Nicht nur in Autowerkstätten, auch bei Sanitär- und Heizungsbetrieben im Schongauer Land machten sich die extremen Minusgrade bemerkbar. So wurde zum Beispiel die Schongauer Firma Reißmann mehrmals zu eingefrorenen Wasserleitungen gerufen. „Ein Rohrbruch war bisher aber nicht dabei“, weiß Mitarbeiter Markus Schmutz. Öfter seien hingegen Störungen bei Heizungsanlagen gemeldet worden, die von der Firma dann schnellstmöglich behoben wurden.

Ähnliche Erfahrungen machte auch Andreas Deibler von der Peitinger Firma Hermann Deibler: „Am Mittwoch war ich den ganzen Tag unterwegs, um Heizungsanlagen wieder zum Laufen zu bringen.“ Durch eine zügige Ersatzteillogistik seien Störungen meist innerhalb von ein bis drei Tagen behoben – je nach Anlage und Art der Störung. „Wir geben da auf jeden Fall Gas“, verspricht Deibler. Schließlich sei es sehr unangenehm, in einer kalten Wohnung zu sitzen.

Dass es gerade bei extrem kaltem Wetter zu Heizungsstörungen komme, sei nicht ungewöhnlich, meint Deibler. Schließlich werde die Heizung dann besonders lang und intensiv genutzt, „läuft wochenlang auf 100 Prozent“. Da könne es durchaus zu Problemen wie beispielsweise defekten Brennern kommen.

Zu eingefrorenen Leitungen oder gar Rohrbrüchen sei er diesen Winter aber noch nicht gerufen worden. Oft würden solche aber auch erst auffallen, wenn es taut und Leitungen, aus denen lange kein Wasser gezapft wurde, wieder in Betrieb genommen werden wollen. Da könnte die nächsten Tage und Wochen also noch einiges kommen.

Elena Siegl

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