Es werden bittere Wochen für Anwohner in Schongau und Peiting. Und die Verkehrsteilnehmer brauchen Geduld. Die Polizei kann sich an eine ähnlich lange Sperrung der B 17 in der Vergangenheit nicht erinnern.
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Es werden bittere Wochen für Anwohner in Schongau und Peiting. Und die Verkehrsteilnehmer brauchen Geduld. Die Polizei kann sich an eine ähnlich lange Sperrung der B 17 in der Vergangenheit nicht erinnern.

Wegen Baustelle

B17-Verkehr wird für fünf Wochen durch Schongau geleitet

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Die Bundesstraße 17 wird ab kommenden Montag zwischen Peiting-West und Schongau-West fünf Wochen lang komplett gesperrt sein. Leidtragende sind vor allem die Anwohner in Peiting und Schongau.

Schongau/Peiting – „Wir müssen abwarten, wie es sich entwickelt“, sagt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg mit Blick auf die kommenden Wochen. Auf Erfahrungswerte kann der Hauptkommissar der Inspektion nicht zurückgreifen. Er kann sich nicht daran erinnern, dass der Verkehr der B17 jemals zuvor so lange durch die Stadt umgeleitet worden war.

Wie berichtet, wird die B17 zwischen Peiting West und Hohenfurch auf einer Länge von zehn Kilometern saniert. In sechs Abschnitte hat das Staatliche Bauamt in Weilheim die Arbeiten unterteilt. Die Strecke zwischen Hohenfurch und Schongau Nord sowie dazu ein gutes Stück der Augsburger Straße sind in dieser Woche fertig geworden.

Vollsperrung ist nicht zu vermeiden

Nun geht es im Südosten ans Eingemachte. Mit 4,6 Kilometern ist das Teilstück zwischen Peiting West und Schongau West das Längste, das erneuert wird.

Eine Vollsperrung ist nach Angaben von Bauamtsmitarbeiter Alois Stapf nicht zu vermeiden. „Wir müssen auf ganzer Breite bauen“, sagt er vor allem mit Blick auf die Lechtalbrücke. Wie berichtet, erhält das Bauwerk neben Flüsterasphalt auch neue Kappen, die beim Darüberfahren weniger Lärm verursachen. Nach Auskunft des Bauamtsmitarbeiters werden die Sanierungsarbeiten auf dem Teilstück so schnell wie möglich durchgeführt. Ursprünglich waren sechs Wochen dafür vorgesehen, jetzt wollen es das Staatliche Bauamt und die Baufirma in fünf Wochen bewerkstelligen.

Der Verkehr wird in dieser Zeit in beiden Richtungen in Peiting über die Füssener und Schongauer Straße umgeleitet. In Schongau rollen Autos, Lkw und Busse über die Peitinger-, Bahnhof- und Marktoberdorfer Straße zurück zur Bundesstraße.

Pendler sollten mehr Zeit einplanen

Die Anwohner müssen sich also auf einiges gefasst machen. Und Pendler sollten auf dem Weg zur Arbeit und zurück mehr Zeit einplanen. „Wir werden das Ganze beobachten, es wird auf jeden Fall interessant“, meint Schongaus Polizeichef Kieweg, der mit Stauungen rechnet. Aus seiner Sicht ist die Umleitung trotzdem „in Ordnung“. Den Verkehr großräumiger umzuleiten, sei aufgrund der geografischen Lage schwierig. Bekanntermaßen stellt der Lech dabei das größte Hindernis dar. Südlich von Schongau und Peiting wäre die nächste Gelegenheit, den Fluss zu überqueren, erst in Lechbruck über die Staatsstraße 2059. Im Norden käme dafür die Staatsstraße 2055 zwischen Apfeldorf und Kinsau in Frage.

Diese immens langen Umwege dürften aber erst als Ausweichrouten in Frage kommen, wenn in Schongau gar nichts mehr geht; zum Beispiel nach einem Unfall. Wie ein solches Verkehrschaos aussehen kann, haben Anwohner und Autofahrer in der jüngeren Vergangenheit schon leidvoll erleben müssen: als im Juli 2018 bei der Erneuerung der Mühlkanalbrücke in Schongau Munition und Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden waren. Während der Sprengung einer Tellermine mussten Mühlkanal- und Behelfsbrücke gesperrt werden. Zu allem Überfluss kam es in der Zeit auf der Umgehung auch noch zu zwei Unfällen, so dass die B17 ebenfalls dicht war. Der Verkehr stand zeitweise komplett still. In ihrer Not ließ die Polizei damals sogar die Ampeln in Schongau ausschalten.

Weiterer Abschnitt wird saniert

Auf ähnliche Szenarien hofft in den kommenden fünf Wochen natürlich niemand. Vorbei ist der Spuk danach aber noch lange nicht. Mit Behinderungen muss auch in den Monaten darauf gerechnet werden. Als nächstes nimmt die Baufirma dann den Abschnitt zwischen Schongau West und Altenstadt in Angriff. Für diese Arbeiten sind laut Stapf drei Wochen eingeplant. Der Verkehr in Richtung Süden wird über Altenstadt umgeleitet. In Richtung Norden rollt er wieder durch Schongau.

Weitere Abschnitte werden folgen, die Arbeiten ziehen sich bis in den Herbst. Wie berichtet, beinhalten sie auch den Ausbau der unfallträchtigen Anschlussstelle Altenstadt. Sie erhält eine zusätzliche Auf- und Abfahrt, das Linksabbiegen entfällt dort in Zukunft.

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