Am Rutschenturm lagen bis Anfang der Woche noch Einzelteile, einige sind nun bereits montiert.
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Am Rutschenturm lagen bis Anfang der Woche noch Einzelteile, einige sind nun bereits montiert.

Familienbad in Schongau

Plantsch: Millimeterarbeit für die neue Rutsche

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Großbaustelle im Plantsch: Die ersten Teile für die neue Badrutsche sind angeliefert und werden millimeterweise mit einem Kranfahrzeug zusammengefügt. Fünf Arbeiter einer Schweizer Firma sind mit dem Aufbau beschäftigt, parallel dazu laufen Fliesenarbeiten. TÜV-Abnahme ist am 1. Oktober.

Schongau – Schon der Text des Werbebanners am Bauzaun im Schongauer Plantsch klingt geheimnisvoll: „Biss der Kobra“ oder „Shark Attack“ kann man da lesen. Dazu „Reise zum Mars“ oder einfach nur „Basic Slide“? Was da genau dahintersteckt, das werden die Badbesucher frühestens Anfang Oktober erfahren, nämlich dann, wenn der TÜV sein Okay gegeben hat. „Das ist eine der Unwägbarkeiten“, so Plantsch-Chef Andreas Kosian auf die Frage, wann denn die Rutsche fertig wird. Die ersten Badbesucher können erst dann auf die Rutsche, wenn die TÜV-Prüfer zufrieden und alle eventuellen Restarbeiten erledigt sind. „Planen kann der Mensch, Leben ist das, was passiert“, ist Kosian auf alles gefasst.

Gebaut wird eine Erlebnisrutsche mit spannenden Details

Spannend wird es am Ende in jedem Fall, denn die Schweizer Firma, die sich beim Vergabeverfahren durchgesetzt hatte, baut eine Erlebnisrutsche auf mit einem variantenreichen Konzept. Drei verschiedene Szenarien soll es geben, unter denen der Besucher wählen kann. Und nicht immer wird man sich wohl sicher sein, in welche Richtung man rutscht, in welches Abenteuer man da buchstäblich hineinschlittert, Licht und Soundeffekte sowie riesige LED-Anzeigen in den teils 600 Kilogramm schweren blauen Bauteilen der Rutsche werden dafür sorgen.

Auch eine Firma aus Starnberg sei bei der Ausschreibung im Rennen gewesen, die aber mit Virtual-Reality- Brillen arbeitet, weshalb man sich dagegen entschied. Und natürlich wird es auch etwas geben für kleinere Kinder bzw. die Angsthasen unter den Erwachsenen. Und auch für den Rutschenwettbewerb wird es dann ganz neue Konditionen geben.

Die Einzelteile werden derzeit angeliefert und zusammengebaut

Bis es soweit ist, dauert es noch, aber immerhin kann man schon einen kleinen Fortschritt erkennen. Am Wochenende lagen die Einzelteile der ersten Fuhre noch beim Rutschenturm. Mittlerweile sind die drei Trägerteile der Rutsche bereits über die Befestigungspylonen gestülpt und einige der unteren Rutschenteile befestigt. Weil gar nicht so viel Platz zum Aufbauen ist, werden die insgesamt 40 Teile für den „Fantasy-Loop“ aus der Schweiz nach und nach angeliefert – „sonst müssten wir die Liegewiese zwischendurch schließen“, so Kosian. Laut Plan werden die letzten großen Rutschenstücke am 11. September montiert, dann geht es an den Innenausbau und die Versiegelung.

Großbaustelle im Plantsch: Mit einem Spezialfahrzeug werden die Röhrenstücke transportiert und millimetergenau zusammengefügt.

Die Aufhängungen mussten etwas größer dimensioniert werden, denn im Gegensatz zur alten Rutsche sind die neuen Teile gedämmt, was sie spätestens im Winter mit Schneelast deutlich schwerer macht. „Die Isolation ist sündhaft teuer, aber amortisiert sich binnen von knapp sechs Jahren“, rechnet Kosian vor. Ganz abgesehen davon, dass der Wärmeverlust deutlich geringer ist und auch der Badegast am Auslass der Rutsche nicht mehr im kalten Luftzug steht, ist die GFK-Röhre durch die äußere Hülle am Ende auch deutlich länger haltbar, weil das UV-Licht die Teile nicht mehr angreift und porös mach.

Etwas in Zeitdruck ist die Firma, die im Plantsch die Fliesen verlegt. Zumindest für den Bereich, wo der Auslauf der Rutsche hinkommen soll, müssen die Arbeiten fertig sein. Inklusive diesem Run-Out wird die Bahn dann knapp 93 Meter lang sein. Man liege aber überall im Zeitplan. Und auch im Bereich der geplanten Kosten, schätzt der Bad-Chef – trotz so mancher Überraschung.

Insgesamt 9006000 Euro sind für die Rutsche angesetzt

So sei etwa die Betonsanierung im Auslauf deutlich günstiger geworden, weil die Ursache des Wasserschadens eine ganz andere war als angenommen. Grund war nämlich die defekte Steigleitung, also die Wasserversorgung für die Rutsche. Hier und da fallen diverse Arbeiten an, wie neues Verputzen der Wand oder teilweise Erneuerung des Lärchenholzes am Turm. Insgesamt sind rund 900 000 Euro für die Rutsche angesetzt.

Wie berichtet, wurde die alte Rutsche im Frühjahr dieses Jahres abgebaut und in alle Einzelteile zerlegt. Wie mancher bedauert, konnten diese dann aus rechtlichen Gründen doch nicht verschenkt und weiterverwendet werden. Kosian geht davon aus, dass die neue Rutsche eine Investition für mindestens die nächsten 20 Jahre sein wird.

Im Plantsch hatte man sich gerade erst den Ärger einiger Besucher zugezogen nach der Überlegung, nur noch geimpfte und getestete Besucher zuzulassen. Umgesetzt hat man dies dann nicht - noch nicht.

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