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Badespaß ohne vorherige Reservierungen

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Von: Bernhard Jepsen

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Sprung ins kalte Nass: Im Schongauer Plantsch brauchen die Badegäste keine Reservierung für den Schwimmbadbesuch.
Sprung ins kalte Nass: Im Schongauer Plantsch brauchen die Badegäste keine Reservierung für den Schwimmbadbesuch. © Plantsch (Archiv)

An heißen Tagen herrscht in den Freibädern Hochkonjunktur. Aufgrund der Corona-Abstandregeln müssen in vielen Münchener Freibädern Tickets online vorbestellt werden. Eine Praxis, auf die man sowohl im „Plantsch“ in Schongau als auch in der Peißenberger „Rigi-Rutsch´n“ allerdings bewusst verzichtet.

Peißenberg/Schongau – Schon am Montag übers Internet Eintrittskarten buchen, wenn man am Mittwoch einen Freibadbesuch plant? Kein Scherz, sondern in München inzwischen bittere Realität. Die Bäder in der Landeshauptstadt erleben aktuell einen Ansturm an Besuchern. Aufgrund der Corona-Abstandsregeln sind aber nur eine bestimmte Anzahl an Badegästen zugelassen. Das lässt die Reservierungen für Eintrittstickets zum begehrten Objekt werden, die – obschon eigentlich kostenlos – im Netz sogar gegen klingende Münze weiterverkauft werden. Auch in der von den Peißenberger Gemeindewerken betriebenen „Rigi-Rutsch´n“ erfreut man sich derzeit hoher Besucherzahlen. Doch an die Kapazitätsgrenze ist man selbst an Spitzentagen noch nicht gekommen. Eine Online-Reservierung im Vorfeld des geplanten Badebesuchs ist nicht erforderlich – und auch gar nicht möglich: „Wir haben es vor der Badesaison mal diskutiert“, erklärt Werksleiterin Ingrid Haberl, „aber die Einführung wäre wirtschaftlich völlig unangemessen gewesen.“

Seit dem Großbrand 2016 gibt es in der „Rigi-Rutsch´n“ keinen Kassenautomaten und auch keine Drehkreuze mehr. Um ein onlinebasiertes Ticketbuchungssystem einzurichten, hätten die Werke erst einmal ordentlich in Software und Logistik investieren müssen. „Da wären wir ruckzuck bei einem fünfstelligen Betrag gewesen“, so Haberl. Auch die digitale Trennung zwischen Bad- und Saunabesuchern sowie den Patienten des ambulanten Rehabilitationszentrums, das im ersten Obergeschoss 2019 eröffnet wurde, wäre schwierig geworden. Und bislang läuft der Einlass auch ohne Online-Buchung in geordneten Bahnen.

So viele Badegäste sind in der Rigi-Rutsch‘n zugelassen

Zum Wechsel der beiden Tagesbadezeiten bilden sich vor dem Eingang der „Rigi-Rutsch´n“ kurz vor 14 Uhr bisweilen Warteschlangen. „Aber das ist in der Regel kein nennenswerter Rückstau“, berichtet Haberl: „Die Leute halten Abstand und nutzen die Zeit, um ihre persönlichen Kontaktdaten auszufüllen.“ Durften sich zu Beginn der Badesaison Anfang Juni nur 600 Badegäste gleichzeitig auf dem Areal der „Rigi-Rutsch´n“ aufhalten, sind nun über 1000 zugelassen. Der Wert wurde anhand der zur Verfügung stehenden Schwimmfläche berechnet. Die diesjährige Höchstmarke bei den Besucherzahlen liegt bei 960.

Schongauer Plantsch will Menschenansammlungen vermeiden

Auch im Schongauer „Plantsch“ verzichtet man ganz bewusst auf Online-Ticketreservierungen. „Grundsätzlich gilt“, so heißt es auf der „Plantsch“-Homepage, „dass mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln Menschenansammlungen verhindert werden sollten. Wenn alle Gäste feste Zeitfenster zugewiesen bekommen, sammeln sich diese Personen alle zur selben Zeit direkt vor Ort an der Kasse. Genau das wollen wir vermeiden.“

Die Kapazitätsgrenze liegt für das Freibad bei 350 Besuchern, bei schlechtem Wetter bei 200, „weil wir dann nur die Halle nutzen können“, wie eine Verwaltungsmitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärt.

Flexibel bleiben: Keine Reservierungen im Plantsch

An heißen Tagen sei es bereits vorgekommen, dass Badegäste draußen vor der Eingangstür hätten warten müssen, bis die Besucherzahl wieder unter 350 gefallen sei: „Aber die Leute sind da sehr geduldig.“ Auf die Online-Ticketreservierung habe man auch deshalb verzichtet, weil man gerade auch Touristen die Möglichkeit geben wolle, spontan ins Freibad zu gehen: „Wir wollen da einfach flexibel sein“, so die Mitarbeiterin.

Bisher laufe der Badebetrieb reibungslos: „Es gibt keine Probleme.“ Ein spezieller Service für potenzielle Badegäste: Auf der „Plantsch“-Homepage wird die Zahl der zur Verfügung stehenden Tickets im Bade- und Saunabereich ständig aktualisiert angezeigt.

Bernhard Jepsen

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